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Coach&Coach: Das innere Team

19. November 2021 | Coach&Coach Podcast, Coaching

Wer bin ich und wenn ja wie viele? Dieser bekannte Buchtitel könnte Pate für die neue Folge unseres Podcasts gestanden haben. Allerdings beschäftigen Jan Gustav Franke und ich uns hier nicht mit dem Buch, sondern mit dem Coaching Tool des inneren Teams basierend auf der Theorie von Schulz von Thun. Wir erforschen, wie man unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen Gehör verschafft und sie so in Einklang bringen kann.

Fragen und Anmerkungen gerne an bjoern@bjoernbobach.de und kontakt@jangustavfranke.de

 

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Hier die Transkription des Podcast:

Björn
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach mit mir Björn Bobach und Jan Gustav Franke. Hallo Jan.

Björn
Heute haben wir ein Thema, das wir auch anders hätten nennen können, nämlich Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Ich glaube, es gibt sogar ein Buch, das so heißt. Aber eigentlich heißt unser Thema anders, nämlich das innere Team. Und das bedeutet jetzt, dass wir ganz viele in uns drin haben, die uns verrückt machen, oder? Jan Was ist das innere Team?

Jan
Ja, ich würde gerne mit einem Zitat starten, und zwar vom Schulz von Thun Institut. Willst du ein guter Kommunikator sein, dann schau auch in dich selbst hinein. Mit diesen Worten startet das Institut an dieser Stelle die Definition und die Einleitung zum Thema Das innere Team und was dahinter steckt, ist ein Modell, welches von Friedemann Schulz von Thun definiert wurde, das davon ausgeht, dass wir verschiedene Persönlichkeitsanteile in uns haben und diese verschiedenen Persönlichkeitsanteile auch durchaus mal unterschiedlicher Ansicht sein können.

Jan
Zu unseren Entscheidungen im Leben oder zu den Dingen, die uns umtreiben. Und darum geht es heute.

Björn
Ja, das ist ganz spannend, finde ich, weil das ja tatsächlich etwas ist, dass man, wenn man relativ achtsam durchs Leben geht, sehr häufig am eigenen Leib erfährt. Also kannst du jetzt grad eine Situation aus dem Kopf zaubern, aus den letzten Tagen, Stunden, Minuten meinetwegen, wo du gemerkt hast, dass da etwas im Gange war.

Jan
Also tatsächlich exemplarisch. Eine Situation habe ich nicht, aber ich denke, viele Personen kennen das. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber zumindest ist mir das von vielen Personen bekannt und ich habe es auch regelmäßig. Das zum Beispiel beim Thema Entscheidungen, auch wichtige Entscheidungen oder so was, das schon mal dazu kommt, dass ich wie so eine Art inneren Dialog habe, in dem unterschiedliche Aspekte für und Wider genannt werden, fast wie von unterschiedlichen Stimmen. Und das geht so ein bisschen in diese Richtung, dass wenn ich so einen inneren Dialog habe, dass ich mir das natürlich auch vorstellen kann, imaginieren kann als ein inneres Team wie unterschiedliche Persönlichkeitsanteile oder wie einzelne Persönlichkeiten in mir drin, die im Prinzip hier unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen austauschen, gibt es auch, finde ich ganz häufig in Partnerschaften, wenn der Partner etwas zu einem sagt und man im Prinzip mit zehn Ohren hört, also jeder Anteil, den man da in sich drin trägt, diesen Satz anders aufnimmt.

Jan
Also zum Beispiel, wenn ein Partner sagt Wollen wir heute nicht das und das Unternehmen, dann gibt es zum Beispiel in mir dann den faulen Björn, der sagt Och nö, ich möcht lieber auf der Couch liegen. Dann gibt es den Motivierten, den Unternehmungslustigen, der sagt Ja, unbedingt, dann gibt es den Pflichtbewussten, der sagt Ja, aber vorher müssen wir unbedingt. Na also, das sind so Sachen, die man, die man eigentlich im Alltag, wenn man die Achtsamkeit da hoch schraubt, ständig erlebt, dass man durch, wie du sagst, Entscheidungen oder Einflüsse von außen, also Aufforderungen oder Aussagen, eigentlich ständig in diesem inneren Dialog gerät.

Jan
Und das ist vielen, glaube ich nicht bewusst. Das ist bei vielen glaube ich so, dass sie dann der stärksten Stimme als erstes quasi Gehör verleihen und das nach außen tragen. Auch sehr häufig. Und daraus kann sich dann so einiges Spannende entwickeln im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte, die man so auf diesem Planeten verwöhnt. Und das ist ja genau der nächste Punkt. Also was soll das eigentlich? Warum reden wir heute über das innere Team? Warum ist das wichtig?

Jan
Warum ist dir das wichtig an?

Jan
Mir ist es wichtig, weil es erstens ein Modell ist, was uns im Coaching öfter begegnet, insofern ist es quasi etwas, was natürlich zu unserem Podcast passt. Andererseits empfinde ich das aber auch einfach als ein wertvolles Tool, um sich eben auch selbst zu unterstützen oder methodisch dabei zu begleiten und zu Entscheidungen zu kommen, mit sich selbst ins Reine zu kommen und so weiter und so fort. Und die Frage ist ja auch in diesem Zusammenhang Wann oder wo tritt das überhaupt auf?

Jan
Und das kann im Grunde genommen in ganz vielen unterschiedlichen Situationen auftreten, zum Beispiel in Entscheidungssituation, fällt mir da ein. Aber genauso auch in Situationen, wo ich vielleicht auch in einen inneren Konflikt komme. Da ist man eigentlich schon direkt bei dem Thema innere Diskussion oder innerer Konflikt. Genau so kann man das eigentlich erleben. Dass man also über eine Sache nachdenkt oder über eine Entscheidung nachdenkt oder etwas entscheiden möchte und auf einmal feststellt Irgendwie bin ich da noch nicht so hundertprozentig.

Jan
Habe ich noch nicht eine hundertprozentige Meinung dazu. Und das äußert sich zum Beispiel in Aussagen wie Einerseits würde ich ja gerne so. Andererseits würde ich ja gerne so, dass ich im Prinzip auch unterschiedliche Optionen abwägen. Und unter Umständen gibt es da halt eben auch unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, die halt eben unterschiedlich argumentieren. Also ein Beispiel, was man da zum Beispiel raus zaubern kann, ist die Entscheidung Möchte ich einen neuen Job antreten? Und dann gibt es da vielleicht unterschiedliche Anteile.

Jan
Dann gibt es unter Umständen einen Anteil in einem, der sagt Ich möchte mich gerne beruflich weiterentwickeln, ich möchte etwas Neues erleben, ich möchte etwas Neues lernen, ich möchte vielleicht ein anderes Gehalt erreichen oder so etwas in dem Zusammenhang. Das wäre dann vielleicht ein innerer Anteil, der eher motiviert ist oder ein Abenteurer Anteil, der sagt Das ist jemand, der möchte gerne vorwärts und ist der Mutige vielleicht auch. Und dann gibt es vielleicht aber auch einen inneren Anteil, der sagt, er sei lieber vorsichtig.

Jan
Du bist doch jetzt gerade in einem sicheren Arbeitsverhältnis. Warum möchtest du denn überhaupt daraus, dass doch alles so wie es ist? Das könnte ein eher vorsichtigere Anteil sein. Und dann gibt es aber vielleicht auch noch kritische Anteile, die zum Beispiel sagen Du schaffst das sowieso nicht, in diesen Job zu gehen, in diesen neuen. Wer weiß.

Björn
Der ist bei vielen sehr laut der Kritiker. Das ist ja auch so etwas, was auch Deutschen im Allgemeinen irgendwie nachgesagt wird dass sie sehr, sehr kritisch mit sich selbst sind und lieber zu vorsichtig finden. Tausend Gründe dagegen, bevor sie sagen Jetzt mache ich es. Und das hat auch was damit zu tun. Es gibt viele Leute, die träumen und Träume in Anführungsstrichen und trauen sich dann aber nichts zu tun. Und das kann natürlich auch was damit zu tun haben, wie dieses innere Team aufgestellt ist.

Björn
Ich glaube, grundsätzlich würde es dann problematisch, wenn das innere Team keins ist. Also wenn das nicht ein Team ist, das zusammenarbeitet, sondern wenn das Anteile sind, die gegeneinander arbeiten, also die nicht miteinander kommunizieren. Das klingt alles völlig verrückt, wenn wir darüber reden. Aber es passiert ja in unserem Kopf. Wir kennen das ja, dass wenn das wir alle in unserem Kopf Dialoge auch mit uns selbst führen bzw. dass Anteile von uns Dialoge mit anderen Anteilen führen.

Björn
Und wenn die sich gegenseitig bekämpfen. Also das Team nicht mehr existent ist, dann gibt es Konflikte. Also ein Paradebeispiel wäre, wenn jemand zum Beispiel diesen inneren Kritiker, den du auch gerade erwähnt hast, wenn der dermaßen laut wäre, dass er alle anderen übertönt. Also egal was einer der anderen Anteile sagt, sagt der Kritiker sofort Alles Quatsch und oder kannst du nicht oder was bildest du dir ein? Oder irgendwie solche Sachen. Und das kann relativ. Ich sag mal schnell passieren, wenn dieser innere Kritiker zu viel Futter bekommen hat.

Björn
Das ist eine Frage der Lebensgeschichte. Das ist eine Frage davon, wie man mit Misserfolgen umgegangen ist, was man für äußere Einflüsse hatte in der Kindheit, in den ersten Berufsjahren oder in den letzten Berufsjahren. Und sobald dann einer dieser Anteile zu viel Kraft bekommt und die anderen nicht mehr gehört werden, dann geraten wir tatsächlich in einen inneren Konflikt. Und das kann dann soweit gehen, dass dieser Kritiker wie jetzt in dem Beispiel so laut ist, dass die anderen Anteile kein Gehör mehr finden.

Björn
Und darunter leidet man dann also, wenn man zum Beispiel eigentlich jemand ist, der total unternehmungslustig ist und der Kritiker sagt einfach Quatsch, kostet zu viel. Irgendwann geht man dann diesem anderen, gibt man diesem anderen Anteil nicht mehr nach und füttert den nicht mehr. Und das ist dann so ein Punkt, wo die Leute ja auch oft ins Coaching kommen, die dann sagen Ach, irgendwie stimmt was nicht, ich weiß nicht genau was. Und da kann man das innere Team schön beleuchten.

Björn
Das klingt vielleicht für die Hörer auch noch mal gesagt Das klingt jetzt total nach Wir sind verrückt alle und nachts kann tausend stimmen. Ich höre Stimmen. Also es ist davon weit entfernt. Es geht hier um die normalen inneren Dialoge, die wir miteinander führen. Wir haben keine Köpfchen im Kopf sitzen, keine Menschen im Kopf sitzen. Darum geht es nicht.

Jan
Trotzdem noch mal weiter auf die Spitze treiben, denn machen dürfen die die die inneren Anteile, die wir sozusagen aus uns selbst heraus haben. Darüber hinaus kann es aber auch innere Anteile geben oder innere Dialoge, die vielleicht gar nicht. Unserem eigenen Denken entspringt. Es ist auch durchaus möglich, dass in diesem Dialog beteiligt, vielleicht sogar imaginierte andere Personen mit dabei sind, also beispielsweise Eltern, Partner, Chefs, Kollegen. Dieser Gedanke was sollen denn die anderen sagen? Und das darüber nachdenken, was vielleicht jetzt der Partner zu der Entscheidung sagen würde.

Jan
Oder auch wie gesagt, andere Beteiligte in dem Zusammenhang. Die können da quasi auch mit reingehen in die diesen Dialog. Und das Interessante ist ja dabei Das sind ja nicht tatsächlich die Meinungen von von diesen Personen, sondern es ist meine Erwartungshaltung davon, wie diese Personen denken aufgrund meiner bisherigen Erfahrung. Und all das kommt dann quasi auf einer inneren Gedanken Bühne zusammen und diskutiert miteinander über das, was uns gerade beschäftigt.

Björn
Wenn das innere Team im Einklang ist, ist das ja eine große Stärke, wenn man sich dieser Anteile bewusst ist, weil die dann ja quasi ineinandergreifen und auch sich gegenseitig unterstützen. Um auch da wieder ein Beispiel zu bringen Wenn man zum Beispiel sehr unternehmungslustig oder ein risikofreudiger Mensch ist, also dieser risikofreudige Anteil von einem sehr stark ist, ist es ja hilfreich, wenn man einen Anteil auch hat, der etwas vorsichtiger ist, der dann den diesen Anteil so ein bisschen ausbremst.

Björn
Wenn es nur risikofreudig wäre, dann könnte das Ganze ja auch gefährlich werden. Also ein inneres Team, das zusammenarbeitet und über das man sich auch bewusst ist und das man zulässt, ist eine klare Stärke, würde ich jetzt sagen.

Jan
Ja, absolut. Denn letzten Endes ist es ja hat es ja damit zu tun, dass ich einen Sachverhalt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachte und bewerte, eben nicht nur aus einer abwäge. Was sind die unterschiedlichen Sichtweisen darauf unter bestimmten Voraussetzungen oder aus bestimmten Blickwinkeln? Und dann letzten Endes bestenfalls zu einer Entscheidung komme, die irgendwo harmonisch ist, mit allen inneren inneren Anteilen, die ich habe. Aber wenn ich da dann auch tatsächliche konkrete Zielkonflikte habe, die vielleicht eben auch stärker sind, dann kann es halt eben problematisch werden.

Björn
Und wie nutzen wir das jetzt? Also was macht man da mit dem Coaching zum Beispiel?

Jan
Ja, also das Ziel ist jetzt innerhalb des Coachings dieses Team zu nutzen, es ist ja letzten Endes ist es ja kein Team in uns drin, sondern es ist ja ein Verbildlichen dessen, was in unseren Gedankengängen vor sich geht. Und man nutzt jetzt dieses Bild dafür, um tatsächlich gemeinsam zu einem Konsens zu kommen. Das heißt, ich kann, wenn ich jetzt eine solche Situation haben, wir beispielsweise, wir haben einen Klienten, der hat ein Thema, einen inneren Konflikt, möchte entscheiden, eine Entscheidung treffen.

Jan
Nehmen wir mal das Beispiel von dem Jobwechsel, was wir gerade haben, oder dem Aufnehmen einer neuen, eines neuen Jobs innerhalb der Firma, um sich da intern vielleicht zu bewerben. Und er kommt da irgendwie nicht voran, er oder sie. Wie jetzt, da diese Entscheidung sein soll, weil einerseits wird sehr reizen, andererseits hat man aber auch vielleicht Angst vor der Veränderung und man ist einfach nicht fähig, sich zu entscheiden. Und jetzt kann man im Coaching hingehen und sagen Liebe Klientin, lieber Klient, versucht doch mal zu beschreiben, was du für innere Anteile in dir hast.

Jan
Wenn du jetzt denken würde, ich hätte verschiedene Stimmen wie wir, zu denen bezeichnend ist, dass wie wir schon hatten, der Mutige ist das jemand, der sehr vorsichtig ist? Ist da vielleicht noch jemand, der ist experimentierfreudig? Ist da jemand, der fühlt sich allein gelassen oder der fühlt sich wie ein Abenteurer oder wie auch immer. Und dann versucht man diese unterschiedlichen Personen zu benennen. Und dann geht man tatsächlich in einen Dialog zwischen diesen inneren Anteilen. Das kann man machen, indem man das virtuell tut.

Jan
Zum Beispiel, indem man sich wie ein Whiteboard nimmt und da dann diese Anteile drauf schreibt, vielleicht auch mit einem Bild dabei, was da so repräsentativ ist für diesen Persönlichkeitsanteile. Man kann es aber auch tatsächlich physisch machen, um das auch begreifbar zu machen und dann tatsächlich in einer realen Situation, beispielsweise mit unterschiedlichen Stilen arbeiten. Björn, hast du Lust, das mal zu ändern?

Björn
Also die, die, was du jetzt gerade erzählt, das mit den Stühlen, das haben wir ja beide mal erlebt in unserer Ausbildung relativ am Anfang. Und das ist wirklich Wahnsinn, was da passieren kann. Ich Ich erinner, dass es wirklich ganz starken Eindruck, den ich damals davon bekommen habe, da waren also Stühle aufgestellt, so im Halbrund und dann wurden die Stühle quasi über Karten mit diesen verschiedenen Anteilen benannt. Das hat die Klientin dann damals gesagt. Da gibt es den Anteil und den Anteil und den Anteil und die wurden dann quasi auf diese Stühle gesetzt.

Björn
Und dann hat sich die Klientin einzeln auf diese Stühle gesetzt und sollte dann im Namen dieser Anteile und nur dieser Anteile sprechen. Das war schon total verrückt, weil da kamen ganz tolle, unterschiedliche, aber immer valider Aussagen, die auch für sich ja absolut Bestand hatten. Und nachdem man dann durch war, wurde dann herausgefunden, welcher von diesen oder welche von diesen Anteilen sind denn besonders dominant? Welche sind denn da besonders mit energiegeladen? Und die blieben dann übrig.

Björn
Und irgendwann läuft es dann auf zwei Anteile hinaus, die offensichtlich in einem Konflikt miteinander standen. Und dann haben sich diese beiden Anteile ausgesprochen. Die haben sich miteinander vertragen und das hat alles so ein bisschen auch wie in dem leeren Stuhl, den wir ja auch schon mal hatten, stattgefunden. Das ist also immer wieder Hineinversetzen in diesen Anteil war und das hat dann am Ende dazu geführt, dass sich da wirklich diese beiden Persönlichkeitsanteile so miteinander vertragen haben, dass da eine Stärke draus geworden ist und sich die Klientin dann in dem Fall deutlich wohler mit der ganzen Thematik.

Björn
Ich weiß gar nicht mehr genau, was das Thema war. Ist ja auch nicht wichtig in dem Fall, aber sie hat dann sich deutlich ausgeglichener, was das ganze Thema anging, gefühlt und ging dann unglaublich gestärkt raus. Das hat mich tief beeindruckt. Dieses dieses Prinzip. Und tatsächlich hat es bei mir persönlich die Achtsamkeit gestärkt, mal darauf zu achten Was habe ich denn eigentlich für Anteile und wie sprechen die denn miteinander? Und ich glaube, das ganz Entscheidende ist dann auch in dieser Arbeit zu erkennen, dass es da keinen Anteil gibt, der nicht dahin gehört.

Björn
Die sind alle in Ordnung dieser Anteile. Also ein vorsichtiger Anteilen, streitlustige Anteil, was auch immer. Diese Anteile haben alle ihre ihre Berechtigung. Aber man muss sie miteinander in Einklang bringen. Und das fand ich in dem Teil total in dieser Übung, die wir damals gesehen haben, sehr, sehr plastisch und sehr, sehr positiv.

Jan
Hm, ja. Das heißt also, das sind ja, ich wollte gerade noch nachschieben, das ist vielleicht auch etwas, was ganz wichtig ist, was man eben noch nicht so deutlich gesagt haben, dass nämlich die Arbeit damit ja nicht darauf abzielen soll, einen dieser inneren Anteile mundtot zu machen und zum Schweigen zu bringen, sondern dass man sie wirklich zu.

Jan
Da sprichst du natürlich einen ganz wichtigen Punkt an. Denn es kann auf jeden Fall nicht das Ziel sein, irgendjemanden mundtot zu machen oder einen inneren Anteil komplett zu verleugnen, alles hat seine Berechtigung, ansonsten wäre es ja nicht da. Und insofern muss man da denke ich auch aufpassen, wenn man versucht, einzelne Anteile von sich selbst komplett irgendwie wegzuschieben oder Gedanken wegzuschieben. Dann besteht natürlich auch irgendwo die Gefahr, dass das gegebenenfalls mal wie ein Bumerang zurückkommt. Also zumindest sollte man sich mal damit auseinandersetzen und überlegen Ist da vielleicht auch ein wahrer Kern drin?

Jan
Oder was ist vielleicht auch die positive Botschaft von diesem Gedanken, von diesem inneren Anteil, der halt eben da ist?

Björn
Ja, was kann man jetzt praktisch jeder so für sich daraus ziehen? Also losgelöst davon, dass man das im Coaching behandeln kann, denke ich, dass dieses Thema ja für für jeden auch als natürlich auch für unsere Zuhörer jetzt insbesondere auch im Alltag etwas bedeuten kann. Mein Gedanke ist jetzt zum Beispiel das Thema Achtsamkeit, was ich ja schon die zweite oder dritte Mal schon erwähne, dass man auf diese Stimmen hört, dass man denen Raum verschafft und dass man die in einen Dialog bringt.

Björn
Das kann man ja im Alltag üben, oder?

Jan
Genau das kann man üben. Also man kann da in einen inneren Dialog gehen oder was er vielleicht auch schon der erste Schritt ist und der dann, den sehe ich auch als sehr hilfreich an. In dem Zusammenhang ist, sich das überhaupt erst einmal bewusst zu machen, also das erstmal zu identifizieren, dass es so ist, dass es da unterschiedliche Anteile gibt und dass es da halt eben unterschiedliche Motivationen gibt. Also teilweise ist es ja auch so, dass es vielleicht wie so eine Art inneren Dialog gibt.

Jan
Also es gibt einfach Gedanken, die sind im Kopf, aber die sind halt bisher unstrukturiert und in dem Moment, wo man das verbildlicht, an sich eben innere Anteile vorstellt, wie zum Beispiel den Mutigen, den vorsichtigen oder den skeptischen Anteilen Kritiker, dann kann man natürlich auch diese Gedanken, die man hat, vielleicht auch diesen einzelnen Anteilen zuordnen und bekommt dann etwas strukturierter das Bild davon und kann sich Gedanken darüber machen, was das denn eigentlich für die eigene Situation bedeutet.

Jan
Das heißt, damit gewinnt man, denke ich, auf jeden Fall im ersten Schritt etwas mehr Struktur und gegebenenfalls auch Klarheit.

Björn
Ja, ich glaube man, man steigert das Verständnis für sich selbst enorm, wenn man, wenn man vielleicht einfach mal eine Weile so durchs Leben geht und überlegt Wer spricht da? Welcher Anteil von mir ist da gerade besonders dominant? Und was sagen die eigentlich die anderen dazu? Also nicht die anderen um mich rum, sondern die anderen Anteile, die ich in mir trage. Und wie kriege ich das in Einklang?

Jan
Genau und in dem Zusammenhang sicherlich auch die Frage. Es gibt ja auch dieses Gefühl. Warum bin ich immer so ängstlich oder warum muss ich das immer so kritisch sehen? Aber sich dann auch mal zu fragen in dem Zusammenhang Welcher Anteil ist das? Zum Beispiel der kritische? Und was ist denn das Wertvolle daran? Also wenn jemand kritisch ist oder vorsichtig ist, dann hat das natürlich auch etwas damit zu tun, dass man sich selbst vor einem Schaden bewahren möchte. Es ist ja durchaus auch berechtigt.

Jan
Also wie du schon zu Anfang gesagt hast wenn wir alle zum Beispiel komplett ohne Angst wären, dann würden wir uns das Verfahren, weil es vielleicht ein lustiges Gefühl ist, von jedem Hochhaus schmeißen, weil es eine witzige Erfahrung ist. Aber es ist eben auch nur so lange witzig, bis der Aufprall kommt. Und insofern ist ja auch Angst, Skepsis usw. Da ist ja etwas Berechtigtes, weil es natürlich auch uns reguliert. Also wir müssen ja auch irgendwo unsere persönlichen Grenzen kennen.

Jan
Die Frage ist halt immer, an welcher Stelle nimmt dann irgendetwas auch ohne Grund vielleicht einen zu großen Raum ein und schenkt uns dann gegebenenfalls auch in unsere Handlungsweise ein?

Björn
Und wenn es einen Grund gibt, warum das eingeschränkt ist, also warum da ein. Das kann man den ja mit den anderen in Einklang bringen und das kann man wunderbar. Das kann man auch wunderbar in Form eines Coachings machen, wenn man das vielleicht selber nicht ganz versteht, warum es eigentlich so ist. Aber das geht halt auch über ein bewusstes Werden schon im Alltag, in ganz alltäglichen Situationen. Warum triggert mich etwas? Warum regt mich etwas so auf? Und welcher Teil von mir ärgert sich dann darüber?

Björn
Und dann kann man sich überlegen, welcher andere Teil von mir kann da vielleicht helfen? Ich finde, das ist eigentlich ein schönes, schönes Fazit und hat das ganze Thema. Ja, das stimmt.

Jan
Gut, dann denke ich, haben wir euch hoffentlich interessiert gemacht für dieses Thema das innere Team. Wie gewohnt stehen wir euch natürlich gerne für Fragen zur Verfügung. Wenn ihr Lust habt, auch mal im Rahmen eines Coachings mit eurem inneren Team zu arbeiten, dann könnt da ebenfalls auf uns zukommen. Ihr erreicht uns im Internet unter bjoernbobach.de und jangustavfranke.de oder auch per Mail unter bjoern@bjoernbobach.de oder kontakt@jangustavfranke.de, ihr findet alles auch in unserer Beschreibung.

Jan
Und ansonsten freuen wir uns auf die nächste Folge mit euch und verabschieden uns mit einem Auf Wiederhören.

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