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Ignorieren

Das Gelassenheitsgebet ist eine wahre Goldgrube und man kann es auch ganz ohne Gott sprechen. Es erfreut sich großer Beliebtheit – nicht nur in Selbsthilfegruppen, sondern in allen Lebenslagen.
In dieser Folge von Coach&Coach setzen Jan Gustav Franke und ich uns mit den Kernaussagen des Gebets auseinander, erklären die Wirkung und sprechen darüber, was es für uns persönlich bedeutet.

 

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Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach. Ich darf ganz herzlich Björn begrüßen. Hallo, John.

Björn
Hallo Jan!

Jan
Und ich freue mich, dass wir heute über etwas aus meiner Sicht ganz Besonderes sprechen. Denn es sind ein paar Zeilen, die wir heute besprechen werden und auseinander nehmen werden, die ganz, ganz viel zu bieten haben. Und zwar geht es heute um das Gelassenheit Gebet. Wir werden es gleich auch noch mal zitieren, bevor wir dann im Detail reingehen. Und das Gelassenheit Gebet ist etwas, das muss man gar nicht zwingend in einem religiösen Kontext sehen. Da kommen wir gleich auch noch mal dazu. Es stammt aber tatsächlich von einem US amerikanischen Theologen, Reinhold Niebuhr. Ich weiß nicht, ob der Nachname tatsächlich amerikanisch so ausgesprochen wird, aber geschrieben wie deutsch Niebuhr. Und es ist vor oder während des Zweiten Weltkriegs geschrieben worden, also in einer sehr aussichtslosen Zeit für viele Menschen, gerade heute, auch angesichts aktueller Konflikte. Es ist vielleicht noch mal besonders aktuell, noch in dem Zusammenhang. Und ja, es kann gar nicht genau zurückdatiert werden, wann es verfasst wurde. Aber es spielt auch im Endeffekt keine große Rolle, denn es ist letzten Endes wahrscheinlich ja für immer aktuell.

Jan
Und bevor wir jetzt hier weiter im Nebel stehen und gar nicht wissen, worüber wir sprechen. Björn Ich glaube, du hast da was vorbereitet.

Björn
Ich mache es jetzt ohne den lieben Gott. Wenn man möchte, kann man sich jetzt vor dem Text auch noch das Gott vorstellen. Aber das Gelassenheit Gebet lautet eigentlich Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Stille. Das ist es schon. Aber in diesen paar Zeilen steckt ja unglaublich viel an Gehalt, finde ich. Und wir hatten jetzt im Vorgespräch uns überlegt, dass wir einmal die drei großen Schlagwörter jeweils für sich betrachten und uns dazu Gedanken machen, was das eigentlich für unseren Alltag und für unseren Umgang mit uns selbst und mit den Menschen um uns herum bedeutet. Also ganz am Anfang steht einem erst mal die Gelassenheit Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Ich glaube, das fällt. Vielen Menschen nicht so leicht. Fällt dir das immer leicht?

Jan
Ja immer leicht wäre vermessen. Also ich würde sagen, Gelassenheit ist schon so eines und eine der Eigenschaften, die ich auch immer weiter versuche zu anzustreben und zu kultivieren in mir selbst. Ich finde es also auch ganz wichtig, dass man differenziert. Gelassenheit heißt nicht Gleichgültigkeit im Sinne von ist mir egal, sondern die Gelassenheit, gerade jetzt, hier, in diesem Kontext Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann. Zeichnet ja tatsächlich aus, dass man bereit ist zu akzeptieren, was gerade ist. Es passiert eventuell etwas. Etwas Schönes kann es sein. Es kann auch etwas weniger Schönes sein, etwas Schlimmes sein. Was passiert aber, wenn etwas passiert ist? Dann muss es erst mal so angenommen werden und dann bringt es auch nichts mehr, sich darüber zu ärgern oder aufgebracht zu werden. Und das verstehe ich darunter. Und es ist sicherlich nicht so, dass mir das immer gelingt. Von anderen Faktoren zusammen aber schon etwas, was ich anstrebe.

Björn
Ja, die ich finde das, was du gerade gesagt hast, dass die. Der Vergleich zwischen Gelassenheit und einer ist mir egal Haltung, den finde ich ganz entscheidend, weil etwas, was mir egal ist, da reagiere ich ja sehr wahrscheinlich gar nicht drauf oder nur sehr, sehr oberflächlich. Und es ist ja die große Kunst, auf etwas gelassen zu reagieren, was einem nicht gefällt oder was vielleicht sogar bedrohlich ist oder einen negativen Einfluss auf uns hat. Und da gelassen zu reagieren, weil man es nicht beherrschen kann, weil man es nicht verändern kann, weil man es nicht beeinflussen kann. Also für mich ist jetzt zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen da ein ein ganz großer, ein ganz großer Faktor. Ich kann ja, das haben wir ja auch im Coaching immer wieder, ich kann ja andere nicht ändern. Ich kann ja auch, wenn ich einen Klienten im Coaching habe und der hat einen Konflikt mit einem anderen Menschen. Den kann ich ja nicht ändern, den kann auch der Klient nicht ändern. Und die große Kunst, dann da gelassen zu reagieren, ist wirklich eine große Kunst.

Björn
Also ich glaube, das ist eine Lebensaufgabe, dass man in solchen Momenten sich abfängt und wirklich eine eigene Haltung entwickelt, so dass es einem nicht schadet, also dass einem der Ärger darüber nicht schadet, weil darum geht es ja, man kann ja die Situation, also das Ding, was, was man nicht ändern kann, kann man ja nicht, auch nicht aus der Welt denken oder aus der Welt verdrängen. Es ist bleibt ja da, aber es würde einem ja sehr viel mehr Schaden machen, wenn man dann da auch noch so viel Energie verlieren würde, weil man, weil man dagegen ankämpft, obwohl es keinen Sinn macht.

Jan
Ja, und ich finde auch, dass gerade dieses Thema Verhalten von anderen auch noch mal eine große Rolle dabei spielt. Ich meine, hier kann man davon ausgehen, dass man unterschiedliche Sachverhalte sich anschaut. Das eine wäre Dinge, die passieren. Ein Unfall kann passieren, an denen jetzt auch keiner aktiv schuld ist oder das vorsätzlich getan hat. Aber es kann auch einfach das Verhalten sein von anderen Personen, das entweder zielgerichtet gegen uns geht oder einfach nur so ist, wie es ist und eigentlich gar nicht auf uns gemünzt ist. Aber wir verstehen das eventuell so und das ist glaube ich auch ein ganz wesentlicher Punkt dabei, dass letzten Endes die Außenwelt so sein kann, wie sie möchte. Aber unsere Reaktionen darauf, die können wir selbst beeinflussen. Und diese Reaktion, die kann zum Beispiel, wenn mir jemand, ich sage es jetzt mal bewusst wertend Wenn mir jemand unverschämt gegenüber kommt, dann kann mich das auf die Palme bringen, es kann mich verletzen oder es kann mich auch eventuell gar nicht berühren. Und letzten Endes. Treffe ich selbst die Entscheidung darüber.

Jan
Wie ich damit umgehe und welche Gefühle ich da auch in diesem Zusammenhang entwickel, das ist nichts, was ich von heute auf morgen zwingend tun kann. Sicherlich auch ein Entwicklungsprozess in dem Zusammenhang. Aber letzten Endes ist sind ist das Außen nicht für die inneren Gefühle verantwortlich, sondern da sind wir ein Stück weit auch selbst in der Verantwortung zu sagen, wie nehme ich das auch auf? Die Frage ist Auf was? Gibt man anderen Personen einen Stellenwert, dass sie die das eigene Wohlbefinden da überhaupt beeinflussen können? Oder sagt man Nein, da bin ich unabhängig von Was andere machen, ist nicht mein Zirkus.

Björn
Jetzt hast du eben gesagt, dass man selber. Ich hoffe, ich zitiere dich nicht falsch, aber dass man selber entscheidet, wie man auf etwas reagiert. Das setzt ja voraus, dass man immer Herr seiner Emotionen ist. Eine Reaktion auf jemanden kann ja auch etwas sein, was emotional getriggert wird. Und ich glaube, es setzt ein ganz hohes Maß an Selbstreflexion voraus, dass man in solchen Situationen sich wirklich fragen kann Warum reagiere ich gerade so und wie kann ich das ändern? Also da laufen ja auch Muster ab. Das ist wieder das Stichwort Schema Coaching. Da werden Muster aktiviert, vielleicht bei bestimmten Personen oder bei bestimmten Dingen oder Sätzen, die gesagt werden. Und diese Gelassenheit kann man ja eigentlich nur dann entwickeln, oder Widersprich mir bitte, wenn ich jetzt, wenn das nicht deine Meinung ist. Über diese Gelassenheit kann man ja eigentlich nur entwickeln, wenn man für sich selber weiß Warum reagiere ich so gelassen und was verschafft mir Gelassenheit in Zukunft? Und daran kann ich arbeiten. Alles andere ist ja vergebene Liebesmüh.

Jan
Ja, also ich bin bei dir, dass man zumindest erst mal feststellen muss, dass man darauf reagiert und dass da etwas in einem drin passiert. Also ich bin mir nicht sicher, ob man jetzt abschließend dafür wirklich herausfinden muss, warum das so ist. Das kann helfen, um das zu verstehen, denke ich. Aber grundsätzlich ist es wichtig, dass man eben zwischen der initialen, zwischen dem initialen Impuls, den man in sich hat, wie man auf etwas reagiert, und dem tatsächlichen Reagieren oder Handeln, dass man da wie so einen kleinen Break dazwischen hat, dass man da in der Lage ist zu differenzieren. Und das kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren. Und sicherlich ist es so, dass wenn, wenn es tiefergehende Muster sind, die halt immer wieder auftreten, dass es dann auch hilft zu verstehen, was das so ist. Aber grundsätzlich wäre einfach eine achtsame Haltung zu sagen, da kommen jetzt Gefühle und diese Gefühle kommen jetzt, obwohl ich vielleicht gar nicht so denke oder denken muss oder möchte. Die würde ja eigentlich schon hinreichend sein.

Jan
Ich muss ja eigentlich gar nicht den Grund zwingend erfahren. Aber das heißt nicht, dass es nicht lohnenswert sein kann, sich damit auseinanderzusetzen oder daran zu arbeiten. Aber das Wichtige ist und das ist ja das, was du gerade auch gesagt hast Man kann daran arbeiten, da hinzukommen, man kann das entwickeln und das ist eigentlich das Wertvolle Wir sind nicht. Sklave unserer Gefühle. Oder wir sind nicht zwingend dem ausgeliefert auf ewig, sondern wir können uns da auch auf den auf den Prozess begeben, das zu bearbeiten.

Björn
Wir sind uns vor allem auch nicht selber ausgeliefert. Ich glaube, das ist das. Ganz entscheidend ist, dass man man, nur weil man in der Vergangenheit vielleicht immer wieder auf 180 war, bei bestimmten, in bestimmten Situationen heißt das ja nicht, dass man das auf alle Ewigkeit immer wieder sein muss. Also wir sind uns auch selbst nicht ausgeliefert. Ich glaube, das ist eine ganz entscheidende Geschichte. Und dieses gelassene ich glaube tatsächlich, was ich eben gesagt habe, dass man verstehen muss, warum man so reagiert. Das bezieht sich vor allem auf Situationen, wo man sich vielleicht mal selber nicht versteht, wo man irgendetwas hat, was einen und gelassen sein lässt und man weiß gar nicht, warum. Ich glaube, das hat auch schon jeder mal erlebt, dass bestimmte Personen nur den Raum betreten müssen und man hat schon, hat schon, ist schon auf Kriegszeit auch einfach. Das ich Graf so was kennt, kennt irgendwie jeder. Und das zu verstehen, warum das so ist, das kann in solchen Situationen helfen, ist aber natürlich nicht immer notwendig.

Björn
Aber in Momenten, wo man vielleicht denkt Warum ist das eigentlich so, warum rege ich mich immer wieder darüber auf? Also wenn man sich immer wieder die Frage stellt, warum reagiere ich so? Macht das Verstehen, glaube ich viel Sinn und kann auch sehr viel helfen.

Jan
Ja.

Björn
Der zweite Punkt Mut. Ich zitiere noch mal den Satz Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Ja, und das finde ich ganz faszinierend, weil man könnte ja jetzt provokativ fragen Ja, wenn man etwas ändern kann, warum hat man denn dann den Mut nicht sowieso?

Jan
Tja, erst mal ist es ja die, die die Sache auch in diesem Zusammenhang Ich begreife vielleicht, dass ich etwas ändern kann, aber bin ich auch bereit? Das Risiko einzugehen. Dabei zu scheitern. Denn dass sich etwas ändern kann, heißt ja nicht, dass es eine Garantie dafür gibt, dass es mir gelingt. Ist auch zu ändern. Das heißt. Wenn man etwas ändern möchte, dann und den Mut hat, das zu tun, dann geht man natürlich auch ins Risiko, das anzugehen und und da etwas zu gestalten. Und dafür braucht man schon Mut.

Björn
Der Mut setzt ja voraus, dass man also, wenn man sagt, man braucht Mut für etwas, setzt das ja voraus, dass man vor etwas Angst hat. Also ich brauche ja Mut, um etwas zu überwinden, wovor ich ängstlich bin, was ich mich nicht traue oder wo ich sehr wahrscheinlich vor den Konsequenzen Angst habe. Und ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Wenn wir etwas verändern, werden wir eine Kette von Ereignissen in Gang setzen. Wir werden Konsequenzen davon zu tragen haben. Und das hat vielleicht zum einen die Konsequenz, dass sich das ändert, was wir ändern wollen. Aber das hat auch andere Konsequenzen. Als Beispiel Ich bin in einer toxischen Partnerschaft, so als Beispiel und ich werde schlecht behandelt und. Trotzdem gibt es ja viele Menschen, die sich in solchen Situationen dann nicht trennen können, weil sie Angst haben vor dem Alleinsein, weil sie Angst haben vor sozialer Isolation, weil sie Angst haben vor dem Verlust des Freundeskreises. Und so weiter. Und ich glaube tatsächlich, dass dieser Mut auch ganz viel damit zu tun hat, dass man bereit ist, das, was man da tut, auch in der letzten Konsequenz durchzuhalten.

Björn
Hmm.

Jan
Ja, also ich tu mich so ein bisschen schwer mit dem Begriff der Angst in dem Zusammenhang. Also ich finde, mir fällt es leichter, dann tatsächlich über Risiko zu sprechen, weil man ich mal vom Status quo, den man hat. Also man versucht es zu ändern. Und wie du sagst, es wird Konsequenzen haben. Das heißt also, ich versuche etwas zu ändern. Danach wird wahrscheinlich die Situation nicht mehr so sein wie vorher. Aus zwei Gründen oder in zwei, zwei Optionen. Einerseits kann es sein, ich schaffe es so zu ändern, wie ich es auch wollte. Dann ist quasi der erwartete Zielzustand erreicht. Ich weiß aber noch gar nicht, wie fühle ich mich dann in diesem Zielzustand? Das ist der eine Punkt. Und der andere ist, wenn es mir nicht gelingt, gelingen sollte. Das ist ja das Risiko. Dann habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es mir nicht gelungen ist. Und die ist ja auch in mir drin in diesem Zusammenhang. Das heißt also, dieses Risiko habe ich auf jeden Fall immer.

Jan
Aber es gibt noch eine andere Geschichte. Und die sollte man ich auch nicht aus dem Auge verlieren, denn. Es ist natürlich auch immer eine Entscheidung, etwas nicht zu tun. Und auch das hat Konsequenzen. Soll heißen Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung und heißt dann im Umkehrschluss, dass ich akzeptiere, dass die Situation gegebenenfalls so bleibt, wie sie ist. Und damit wird es auch zu meiner Verantwortung, dass sie so ist oder dass ich sie so ertrage. Das heißt also. Man kann sich da nicht aus der Verantwortung stehlen in diesem Zusammenhang. Das ist das Interessante dabei. Aber nichtsdestotrotz ist es ja oftmals so, dass Menschen auch dazu neigen, eher eine Situation, die vielleicht auch unangenehm ist, beizubehalten statt. Jetzt kommen wir wieder zu dem Punkt, den Mut zu haben, etwas zu verändern mit der Chance darauf, dass es besser wird.

Björn
Und da glaube ich halt den oder.

Jan
Die Angst haben, wie du sagst, dass.

Björn
Er danach.

Jan
Schlimmer werden könnte oder anders werden könnte.

Björn
Oder dass sie die Kraft nicht haben, das zu zu ändern oder dass sie, die das Durchhaltevermögen nicht haben oder nicht kompetent genug sind, oder da gibt es 1000 Gründe, aber ich glaube tatsächlich, dass die Angst da ein ein entscheidender Faktor ist.

Jan
Na ja, und hier kann man vielleicht auch noch mal den Bogen dazu schlagen, zum inneren Team und zum inneren Kritiker. Das heißt, man kennt ja auch durchaus die innere Stimme, die ja vielleicht ein bisschen kritisch ist und sagt Das schaffst du nicht oder Das ist schwierig. Und so weiter und so fort. Und da lohnt es sich dann gegebenenfalls auch zuzuhören in einer solchen Situation. Was möchte mir denn mein innerer Kritiker, meine innere Stimme an dieser Stelle sagen? Und was ist denn vielleicht auch die positive Botschaft, die ich da herauslesen kann? Oder was ist das, wofür hier gerade sensibilisiert wird? Und wenn ich das wertschätze, dass das auch seine Berechtigung hat, denn die innere Kritik dient ja. Auch letzten Endes dazu. Zu schützen oder etwas zu vermeiden, nämlich ein Risiko. Dann kann ich vielleicht auch einfacher damit umgehen und dann auch den Mut aufbringen, etwas zu tun, etwas zu verändern.

Björn
Ja, also Angst ist ja grundsätzlich auch kein Nein, keine etwa ängstlich zu reagieren ist ja jetzt genau wie du sagst, jetzt erst mal nichts, was man verurteilen muss. Da will ja einem, da will man sich ja selbst etwas sagen. Dieser Anteil von mir, einem drin, genau wie du sagst, will einen ja warnen vor etwas. Da ist es halt der Mut, den man da braucht. Es sich damit auseinanderzusetzen und sich zu fragen okay, inwieweit hat das Bestand? Was kann ich tun, um das zu verhindern? Wie kann ich damit umgehen? Wie kann ich das? Wie kann ich Dinge verändern, ohne dass das, was da in mir drin gerade Alarmruf zu einer Gefahr wird, das ist, das ist ganz, ganz wahre Beobachtung, glaube ich, dass man in dem Moment nicht denken sollte. Ja, Angst erst mal doof, weg damit, alles verdrängen, sondern ganz gemäß dem inneren Team, so wie du sagst, auch da irgendwie in so einen Dialog mit treten und das auch akzeptieren, dass man kann ja auch mutig sein und trotzdem ängstlich.

Björn
Nein. Also ganz, ganz banales Beispiel Wenn ich in eine Achterbahn steige, bin ich auch mutig und ich habe Angst und ich habe trotzdem Spaß. Und sie sind mir trotz, denn die Angst kann ja auch ein bisschen mit antreiben. Also es muss einen ja nicht lähmen.

Jan
Jetzt haben wir etwas Angst fokussiert. Wie kann man, wie kann man denn unabhängig davon, dass man darum bittet, mutig zu werden, Mut auch kultivieren? Wie kann man denn mutig sein?

Björn
Ich glaube tatsächlich, dass das Auseinandersetzen mit der Furcht oder mit der Angst jetzt ist. Da ist es sehr wichtig, dass das tatsächliche Auseinandersetzen damit auch Mut entwickeln kann, dass man das rationalisiert, dass man wirklich ganz sachlich diese Angst einmal betrachtet und sich fragt Inwieweit bedroht mich das wirklich? Ist das etwas, was mich am Ende zerstört? Das sind ja die meisten Sachen nicht. Ich glaube, dass sich daraus auch Mut entwickeln kann, indem man rational und sachlich sich mit dieser Angst oder mit dem, was einen da furchteinflößend auseinandersetzt.

Jan
Und ich glaube auch, das, was ebenfalls gut ist, ist auch da die Motivation, Seite mit zu berücksichtigen und zu schauen, was sind denn die Gewinne des Mutes in diesem Zusammenhang? Also wenn ich jetzt mutig bin und wenn ich etwas verändere, was erwartet mich denn dann, dass ich mir das auch visualisiere, vorstelle und mich auch da hinein fühle, was das für mich bietet, wenn ich da anpacke und etwas tue und bereit bin, etwas zu ändern und auch vielleicht schaue, was ist mir auch schon in der Vergangenheit gelungen zu tun und wo habe ich da schon mal Mut aufgebracht und wo wurde das auch belohnt?

Björn
Ressourcen Arbeit ist da, glaube ich erst recht. Ist auch eine ganz ganz gute Sache und hat Lösungs fokussiert aus diesem Problem. Und Angsthase rauskommen und das Ziel sehen und die Lösung sehen. Und daraus kann man bestimmt auch viel Mut und Kraft schöpfen.

Jan
Na?

Björn
Ja und zu guter Letzt oder fast zu guter Letzt die Weisheit. Also der Satz lautet Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Und das finde ich ganz spannend. Also noch mal.

Jan
Weil wir gerade so viel geredet haben. Also einerseits die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, ihren Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Björn
Genau. Und das finde ich ganz spannend, weil beim ersten Hören würde man ja meinen ja, warum soll man das nicht unterscheiden können? Aber ich glaube tatsächlich, das ist der Kernsatz. Dieses Gelassenheit des Gebets, weil das ist die hohe Kunst, das wirklich zu unterscheiden und wirklich so reflektiert zu sein und so klar auf eine Situation oder Situationen zu blicken, dass man das wirklich erkennt. Kann ich hier überhaupt etwas ausrichten? Nein. Aber ich kann den Mut haben, das zu tun, was am Ende zu einem besseren Ergebnis führt. Ich glaube, das ist die große Kunst, da wirklich klar das eine vom anderen auseinanderhalten zu können.

Jan
Und es ist natürlich auch. In der nächste Schritt, die die Situation auch in komplexen Fragestellungen. Es ist ja oftmals die, dass man sich da eben nicht sicher ist und dass man also dass man Unsicherheiten dabei hat. Und Unsicherheiten begleiten uns ja im Leben immer, denn es gibt keine, keine absolute Gewissheit in der Regel. Das heißt also, wir haben immer gewisse Unsicherheiten, Risiken, Chancen und wir müssen es irgendwie bewerten, durch diese Weisheit tatsächlich eine Unterscheidung und damit eigentlich letzten Endes eine Entscheidung zu treffen, ob es jetzt etwas ist, was hinzunehmen ist oder änderbar ist. Dadurch kommen wir natürlich aus dieser Starre heraus in die mögliche Aktivität, entweder in die Aktivität, dass wir sagen, ich kann es nicht ändern, also nehme ich Sinn und kann mich mental auf andere Dinge fokussieren. Also kann ich es abhaken und zu den Akten legen oder dahin, dass wir sagen, es ist etwas, was ich ändern kann, und deshalb geht es jetzt los, jetzt packe ich an und jetzt ändere ich auch was. Und das ist.

Jan
Nein, ich glaube, das ist ein Hammer. Das ist eigentlich. Es ist so ein schnell zitiertes Spruch. Aber es ist halt schon. Da steckt richtig was drin.

Björn
Das hat ja auch viel mit Problem Fokussierung zu tun oder Problem etwas zu tun. Weil so eine klassische Situation im Coaching ist ja, dass jemand zu einem kommt und ein Problem mit einem Kollegen oder einem Vorgesetzten hat, zum Beispiel. Und es geht die ganze Zeit um den diesen Vorgesetzten. Es geht die ganze Zeit darum, der ist schwierig, der ist narzisstisch, der ist unverschämt und der ist mutet mir zu viel zu und was auch immer. Und das erlebt man ja im Coaching tatsächlich dann des Öfteren, dass in dieser Problem Trance und diesem Fokussieren auf den schwierigen Vorgesetzten völlig außer Acht gelassen wird. Das ist ja noch die Option gibt, dass man Dinge ändern kann und dass man diesen Mut aufbringen kann, Dinge zu ändern. Und das gelingt ja vielen nicht, dann in so einer Situation zu sagen, okay, ich halte mich jetzt hier so aktiv an dem bösen Vorgesetzten fest und verliere völlig außer Acht, dass ich ja jederzeit den Job wechseln könnte, dass ich ja jederzeit aus dieser Situation mich selbst befreien kann. Und also dieser Wechsel von der Lösung Straße in die Entschuldigung, von der Problemstellung in die Lösung spielt hier glaube ich eine große Rolle.

Björn
Bei diesem Weisheit Teil.

Jan
Auf jeden Fall und vielleicht sogar ja nicht nur jetzt dieses Beispiel. Und es kann ja auch sein, dass die Lösung gerade noch nicht mal sein muss. Ich wechsel den Job, sondern ich akzeptiere einfach, dass ich mein Gegenüber nicht verändern kann. Aber was ich ja jederzeit verändern kann, ist auch mein eigenes Verhalten. Und eventuell kann ich auch in meinem Verhalten etwas ändern, was dazu führt, dass diese Situation entlastet und gelassener wird.

Björn
Das wäre jetzt die optimale Lösung, wenn man gefordert wird.

Jan
Und das ist ja auch ein Thema im Coaching tatsächlich, was auch regelmäßig ist das tatsächlich dieser dieser Shift von der Fokussierung auf mein Gegenüber zu mir selbst, dass das ein ganz Weg, eine ganz wesentliche Erkenntnis ist in dem Thema. Und dass wir da auch oft drinstecken, dass wir feststellen, irgendwie ist die andere Person komisch und deshalb ist die Situation so schwierig. Ja, okay. Wenn das die Meinung ist, dann ist das die Meinung. Aber was kannst du dann tun? Die andere Person wirst du nicht ändern. Was wir ändern können, das sind immer wir selbst.

Björn
Genau oder unsere Haltung zu bestimmten Dingen, was ja ein Teil von uns ist. Ja, und dann habe ich ja gerade gesagt, der letzte Punkt, weil wir ich habe ja am Anfang den lieben Gott ausgeklammert, ich habe ja das Ganze ohne Gott gemacht, aber ich möchte da trotzdem gerne noch mal drauf zurück, weil es ja zwei Versionen davon gibt. Einmal One und einmal fängt es einfach mit Gott. Gib mir die Gelassenheit an und ich finde, das ist noch mal ein Zusatz Punkt. Weil warum Gott? Warum wird hier auf eine höhere Macht verwiesen? Warum wird hier eine höhere Macht gefragt, dass es einem gegeben wird? Was meinst du?

Jan
Also in diesem Zusammenhang ist die Herleitung relativ einfach aus meinem Verständnis, weil es aus der Feder eines Theologen stammt, der Weltbild relativ tief verankert hat, dass es eine höhere Macht gibt in diesem Zusammenhang. Unabhängig davon ist es aber natürlich auch so, dass es grundsätzlich Menschen sogar leichter fällt, gelassen durchs Leben zu gehen, wenn sie an eine höhere Ordnung, an eine höhere Kraft. Sei das jetzt Gott oder was auch immer sein Glauben. Das heißt also diese Haltung, dass da auch etwas ist, was irgendwo am Ende des Tages man weiß, man versteht nicht, warum, weil die Wege unergründlich sind. Man versteht nicht warum, aber es wird ein höheres Prinzip dahinter sein, warum es am Ende des Tages gut ist, dass es so ist. Das kann das persönliche Empfinden entlasten.

Björn
Ich glaube auch, dass es so ist, dass das tatsächlich damit zu tun hat, dass in dem Moment, wo ich das an eine höhere Macht, die die Dicke, die Dinge lenkt und die die Geschicke lenkt, adressieren. Habe ich ja die Gelassenheit schon. Also ich bin ja schon einen Schritt weiter. Ich gebe ja die Verantwortung für das, was ich hinnehmen muss, schon ab. Ich bin ja schon an dem Punkt, wo ich sage, da gibt es Dinge, die kann ich nicht beeinflussen. Das ist eine höhere Macht, die das steuert. Und das macht es natürlich viel einfacher, als einfach zu sagen Das ist alles Zufall oder das ist Steuern, andere Menschen, das ist einfacher. Und von der Geisteshaltung tatsächlich glaube ich, ein einfacher Schritt, einfacherer Schritt zu sagen, es gibt eine höhere Macht und die bitte ich jetzt, dass sie mir Kraft gibt, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, sondern die in der Verantwortung woanders liegen. Und den Mut, das zu ändern, was ich ändern kann und auch soll und auch darf.

Björn
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Ich glaube, das macht es einfacher.

Jan
Ja. Würde ich unterstreichen.

Björn
Ja, und damit sind wir eigentlich am Ende für heute. Ich möchte noch persönlich sagen, dass ich dieses Gelassenheit Gebet oder diesen Gelassenheit Ausspruch tatsächlich sehr, sehr bereichernd empfinde. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das ist etwas, was mir tatsächlich durch manche schwierige Situationen immer mal wieder hilft. Losgelöst, ob ich jetzt mit dem lieben Gott oder ohne ist. Aber diese Gewissheit einfach zu entwickeln, dass es Dinge gibt, die ich nicht beeinflussen kann, aber dass das in Ordnung ist und dass ich dafür aber andere Dinge anpacken kann und mit umso ungleich mehr Energie, weil es ja Dinge gibt und die ich mich gar nicht kümmern kann und muss. Das trägt mich oft durch schwierige Momente.

Jan
Ja, ich finde auch das ist ein sind Zeilen, die sehr viel zu geben haben und ich denke da auch regelmäßig dran und finde das immer wieder. Ich bin immer wieder beeindruckt von der schlichten Einfachheit und trotzdem Tiefe dieser Worte.

Björn
Ja, und in diesem Sinne entlassen wir euch für heute. Wir hoffen, das hat euch etwas gegeben. Ich glaube, Jan und ich sind davon gerade auch wieder ganz bewegt. Eigentlich, weil das wirklich eine ganz viel Weisheit in diesen, in diesen paar Zeilen steckt. Wir danken euch fürs Zuhören, wir hoffen, ihr bleibt uns gewogen und wir freuen uns natürlich über Anregungen über unsere Kontaktdaten, die wie immer in der Podcast Beschreibung stehen. Ich sag bis nächste Woche und der Jan sagt

Jan
Auf Wiederhören.

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