Home Coaching Coach&Coach Podcast Coach&Coach: GROW – Die Phasen eines Coaching

Coach&Coach: GROW – Die Phasen eines Coaching

12. November 2021 | Coach&Coach Podcast, Coaching

Jan Gustav Franke und ich sprechen in unserem Podcast natürlich viel von Coaching – aber wie ist eine Coaching Sitzung aufgebaut? Wir beschreiben in dieser Folge das GROW Modell von Whitmore und gehen einzeln auf die unterschiedlichen Coaching Phasen und deren Bedeutung ein.

Fragen und Anmerkungen gerne an bjoern@bjoernbobach.de und kontakt@jangustavfranke.de

Listen on Apple Podcasts
Spotify Logo Coach & Coach

Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach. Wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid und haben heute ein besonderes Thema ausgesucht, nämlich das GROW Modell darüber wollen wir heute sprechen. Hallo Björn!

Björn
Hallo Jan.

Jan
Ja, und zwar das GROW Modell Was ist denn das eigentlich? Wir sprechen hier viel über Coaching in diesem Coaching Podcast und auch ganz viel darüber, was man alles mit Coaching machen kann. Aber eine Frage, die wir bisher noch nicht beantwortet haben in diesem Zusammenhang ist, wie es denn überhaupt so ein Coaching aufgebaut. Was gibt es da für unterschiedliche Phasen innerhalb eines Coaching Prozesses oder Coaching Gesprächs? Und dafür gibt es unterschiedliche Modelle, wie man das darstellen kann. Und eines davon ist eben das GROW Modell.

Jan
Und das würden wir heute gerne mal mit euch besprechen.

Björn
Ja, ich glaube, vorweg ist es wichtig, dass man versteht, dass auch wenn das jetzt ein Modell ist, ist es sehr populär und das wird viel angewendet. Aber dass kein Coaching sich jetzt ganz streng danach richtet. Also das hat es ja auch immer situations basiert und der dem jeweiligen Thema angepasst. Aber dieses Modell hat sich halt sehr etabliert und deswegen wollen wir es heute einfach mal erklären, weil es ganz schön beschreibt, auf was man sich eigentlich einlässt, wenn man mit einem Coach in Kontakt tritt und GROW im Prinzip eine Abkürzung für Oberbegriffe für vier Phasen und das G steht für Goal Setting, das R für Reality Checking, das O für Options und das W steht gleich für vier Begriffe, nämlich What When Who und Will.

Björn
Und ich würde sagen Ja, wir hangeln uns da jetzt einmal durch die vier Punkte durch und erklären so ein bisschen, was in den verschiedenen Momenten oder Phasen passiert und warum die vielleicht auch wichtig sind.

Jan
Okay. Ja, absolut okay. Mal vorweg definiert wurde das Ganze von Whitmore. Und interessant ist natürlich, wir beziehen das jetzt heute auf Coaching, aber das Modell wird auch durchaus in anderen Bereichen verwendet. Das kann auch ganz normal in der Beratung verwendet werden. Oder wenn man sich allgemein auch mal mit Themen oder Problemstellungen auseinandersetzt, aber heute eben beleuchtet, insbesondere im Coaching Kontext gut. Also starten wir mit dem ersten Punkt.

Björn
Goal, Setting, Zieldefinition Das heißt, zu Beginn eines Coachings steht ja erst mal die Frage Warum machen wir denn den ganzen Spaß?

Björn
Das ist das Ziel. Warum? Also das ist nicht nur das Thema. Das Thema kann ja alles mögliche sein. Konflikte in der Arbeitswelt oder ich kann, ich muss eine Tätigkeit lernen und weiß nicht wie oder persönliche Konflikte, Wünsche, die man erreichen möchte. Das ist jetzt erst mal das Thema. Aber in so einem Thema kann man ja auch ein Ziel definieren. Also wenn ich zum Beispiel, wenn ich zum Beispiel sage, ich habe gerade eine schwierige berufliche Situation, ist das vielleicht das Oberthema.

Björn
Ein Ziel ist dann schon sehr viel konkreter und beschreibt zum Beispiel Wie schaffe ich es, eine die die den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu gehen. Das kann ein Ziel sein.

Jan
Also genau das Ziel unterscheidet sich vom Thema oder vom Problem eigentlich dahingehend, dass es schon das ist schon in die Lösung gedacht wird. Also es wird eine Frage aufgeworfen oder es wird ein Ziel definiert. Wie kann man etwas erreichen? Also aus der Situation, die man hat? Das Thema möchte man woanders hin. Also ist ein Unterschied zwischen ist und Soll. Heute ist es so und zukünftig soll es anders sein. Und das ist mein Ziel. Das heißt, eigentlich begebe ich mich da schon mal einen ersten Schritt auf der Reise zum Ziel.

Björn
Ich glaube, wichtig ist, dass die Ziele immer der, der dem Wirkungskreis des Klienten unterliegen müssen, also dass das etwas ist, was der Klient auch wirklich erreichen kann und nicht etwas, was extern ist. Also als Beispiel kann ich nicht als Ziel setzen. Mein Chef muss netter werden, sondern das Ziel müsste dann sein. Ich möchte in dem Umgang mit meinem vielleicht für mich schwierigen Chef gelassener sein.

Jan
Genau. Also man kann natürlich so ein Ziel definieren, aber man kommt dann vielleicht nicht unbedingt zu einem Ergebnis und dann kann es frustrierend werden. Das heißt, hier ist es eigentlich auch schon so, dass wenn ich jetzt als Klient irgendwo hinkomme, dann erwarte ich ja von einem Coach eigentlich, dass er mich durch diesen ganzen Prozess führt. Und hier ist es eigentlich schon in der Verantwortung des Coaches, etwas zu definieren, was tatsächlich ein Ziel ist, was sinnvoll ist für diesen ganzen Prozess.

Jan
Da gibt es ja auch unterschiedliche Möglichkeiten, wie man Ziele definieren kann. Ich denke da zum Beispiel an die sogenannten smarten Ziele, also smart im Sinne von Ziel soll spezifisch sein, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert, also zeitlich festgelegt. Dazu können wir auch noch mal eine andere Folge machen. Es geht im Grunde damit los, dass ich erst mal ein gutes Ziel für diesen Prozess oder für dieses Coaching definiere.

Björn
Ja genau. Und auch ein erreichbares na also da finde ich das mit dem realistisch sehr, sehr wichtig auch noch mal, dass die, dass man da nicht von Zielen spricht, also jetzt, was völlig utopisch ist. Ich möchte auf der Karriereleiter weiter nach oben kommen und morgen will ich Vorstandsvorsitzender von einem Weltkonzern sein. Wenn ich jetzt gerade Sachbearbeiter bin, ist natürlich unrealistisch. Ich übertreibe jetzt natürlich wieder, aber das muss man halt auch mit dem Klienten zusammen sehr intensiv beleuchten, ob es wirklich realistisch ist.

Jan
Genau das habe ich eigentlich ja diesen Zukunfts Zustand definiert. Also ein Ziel. Das ist im Prinzip das, was ich gerne in Zukunft erreichen möchte. Wohin dieser ganze Prozess zielt. Ja, aber damit ich irgendwo hin navigieren kann, muss ich ja erst mal was anderes machen.

Björn
Genau. Ich muss erst mal wissen, wie die Realität eigentlich ist.

Jan
Das heißt also, was unterscheidet eigentlich den Zielzustand von meinem heutigen Zustand? Damit ich da hinkomme, muss ich erst mal wissen Was ist denn überhaupt der heutige Zustand? Und das ist im Prinzip der nächste Schritt an dieser Stelle, nämlich der Reality Check.

Björn
Genau den bezeichnet man auf Deutsch auch oft als Rekonstruktion. Also das ist ein sehr technisches Wort, finde ich. Ist er finde ich eine ganz spannende Phase, fast meine Lieblings Phase in einem Coaching Gespräch, weil man hier die Ist-Situation und die Gegenwart sehr intensiv beleuchtet und dabei auch schaut warum ist es so, wie es jetzt ist? Was hat dazu geführt, dass es so ist, wie es jetzt ist? Was sind die Faktoren? Was sind die? Wer ist noch beteiligt?

Björn
Da kommen auch schon oft Tools zum Einsatz, wie zum Beispiel Karten, dass man so eine Karten Aufstellung macht. Man kann auch Aufstellungen mit anderen Dingen tun, aber das ist im Prinzip der Moment, wo der Coach durch sehr genaues Zuhören und dann entsprechendes Fragen mit dem Klient zusammen erörtert, wie die tatsächliche Situation ist. Da kommen schon manchmal sehr spannende Sachen raus. Also ich habe das schon oft erlebt, dass dann in den Momenten, wo man diese diese Rekonstruktion mit dem mit dem Klienten macht, schon die ersten Lösungsideen purzeln.

Björn
Da fällt schon nicht nur ein Groschen sehr, sehr häufig.

Jan
Genau das sind nicht nur die Lösungsideen Wurzeln, sondern das auch oftmals festgestellt wird. Mein Problem, was ich habe oder glaube zu haben, ist vielleicht gar nicht mein eigentliches Thema, sondern eigentlich ist es ein ganz anderes Thema, wenn ich da jetzt schon mal so drüber spreche, dass man in dem Moment, wo ich rekonstruieren oder meine Realität checke, in unterschiedlichen Ebenen dann wirklich auseinander nehme. Die einzelnen Aspekte gucke ich mir das schon mal ganz genau an und ich komme da hin, dass ich ja vielleicht schon da Erkenntnisse habe, dass das, was ich als ich dachte, was mein Thema ist, gar nicht mein Thema, sondern eigentlich ist es was ganz anderes.

Jan
Also es kann trotzdem sein, dass das im Grunde genommen der Kern ist, den ich brauche, um zu meinem Ziel zu kommen. Aber das ich erst mal feststelle okay, vielleicht war es sogar was komplett anderes und deshalb geht man da mal ins Detail.

Björn
Ist ganz spannend, was man da manchmal so was da manchmal passiert.

Jan
Ja total. Und es ist finde ich auch wichtig für den Coach, um auch zu verstehen, in welchem. In welcher Lebenswirklichkeit befindet sich auch der Klient? Also wie kommt er zur Einschätzung seiner aktuellen Situation? Was sind darunterliegende Glaubenssätze? Was gibt es für Muster? Was gibt es für eine Umgebung, wo der Klient unterwegs ist und da? Das gibt unheimlich viel Futter, um im Prinzip die Gesamtsituation einschätzen zu können. An dieser Stelle manchmal selten, aber manchmal ändert sich ja auch das Ziel während der Rekonstruktion.

Jan
Da kann man dann auch noch mal nachfragen, ganz behutsam, ob wir noch das ursprüngliche Ziel verfolgen oder nicht, weil auch manchmal der Rekonstruktion den den Klienten klar wird. Eigentlich ist das gar nicht mein Ziel. Es ist nicht das Grundthema. Es ist nicht nur anders, sondern auch das Ziel ist eigentlich ein ganz anderes, weil es vielleicht nicht mein eigenes Ziel war. Das gibt es ja auch, dass jemand dann so merkt Mensch, eigentlich ist, will ich das gar nicht, was ich da als Ziel definiert habe.

Jan
Das ist etwas, was mir vom Partner oder vom Vorgesetzten so vorgegeben wurde. Und ich will das eigentlich nicht. Auch das kommt in der Rekonstruktion. Dankenswerterweise muss man dann sagen manchmal zum Vorschein, weil dann weiß der Klient ja schon mal sehr gut, wie er seine Energien anders einsetzen sollte.

Jan
Ja, und um das mal plastisch zu machen, wäre ein Beispiel dafür Ein Klient kommt ins Coaching und sagt Ich möchte mein Zeitmanagement verbessern. Ich möchte mich meinen Tag besser durch strukturieren und so weiter. Weil Dinge liegen bleiben oder so was. Und am Ende stellt sich im Rahmen der Rekonstruktion heraus, was der Klient eigentlich möchte. Er möchte vielleicht mehr Freizeit haben oder mehr Zeit für sich. Oder er möchte anders arbeiten. Oder das im Grunde, um das eigentliche Thema nämlich etwas strukturierter zu machen, relativ technisch gar nicht der Punkt ist, sondern es gibt etwas anderes.

Jan
Dahinter können auch persönliche Dinge sein, die, die da drin stecken oder viel tiefer drin stecken. Und ja, das ist auf jeden Fall immer sehr interessant und kann noch mal der ganzen Geschichte eine große Wendung geben.

Björn
Das Beispiel, das du gerade genannt hast, ist ja extrem häufig auch tatsächlich das, dass Leute kommen und sagen Ich möchte gern ein besseres Zeitmanagement. Und in dem Rahmen der Rekonstruktion stellt sich dann raus Sie haben eigentlich schon alles probiert. Und dass sich das tatsächliche Thema liegt eigentlich ganz woanders auch sehr erleichternd. Dann ja die nächste. Der nächste Punkt im Rollenmodell ist dann Options und das ist hier ja.

Jan
Und zwar hinsichtlich dieses Reality Check. Es gibt ja auch noch eine Besonderheit des Coachings oder eine besondere Form, was quasi das fokussierte, kurz ein fokussierte kurzer Therapie ist, die teilweise relativ verkürzt oder auch in mancher Form von manchen Coaches gar nicht auf diese Probleme, Erörterung, Realitätscheck und so weiter im Detail eingeht, als wenn man gar nicht viel Zeit darauf verwendet, jetzt das alles zu beleuchten, sondern sozusagen direkt die Lösung, die Lösung schaut, zu dem nächsten Punkt kommt, zu dem wir jetzt kommen, nämlich Options.

Jan
Auch das hat alles seine Vor und Nachteile ist auch eine Frage Was möchte man persönlich tun? Ich glaube, da gibt es kein richtig und falsch, sondern da muss auch jeder gut schauen, wie er am besten arbeitet, am liebsten arbeitet, sich auch sicher und gut fühlt. Und dann müssen auch die Klienten schauen. Was suchen Sie dann innerhalb dieses Coachings, dass vielleicht nur noch einmal, falls sie auch mal mit Coaches in Berührung kommt oder selbst coachen möchtet und sagt Was gibt es denn da noch?

Jan
Oder gibt es andere Ansätze oder was passiert da gerade?

Björn
Ja, wobei man sagen muss, das fokussierte kurz halt Coaching. Ich finde es super, aber das kann man nicht mit jedem machen. Das ist, das ist der, der. Das hängt im Prinzip vom Klienten ab, der so unterwegs ist, ob das zielführend ist oder nicht. Ich habe das schon erfolgreich angewendet, aber würde ich jetzt nicht bei jedem Thema auch machen. Also wenn man Klienten vor sich sitzen hat, wo solche Sätze sind. Ich weiß auch nicht genau und ich verstehe gar nicht so selber, warum ich eigentlich so einen Stress mit der Situation habe.

Björn
Und dann ist das Lösungs fokussierter, kurz Coaching meistens nicht das, was zum Ziel führt, weil da auch die Erkenntnis über das, was eigentlich die Situation so verursacht hat, wie sie jetzt ist, schon ganz, ganz wesentlich ist. Aber du hast recht, das ist eine andere Option, wo diese dieser Realitätscheck sehr, sehr kurz ist. Okay, jetzt zum nächsten Punkt Options. Und das ist dann die Phase, wo meistens wirklich die Tools zum Einsatz kommen, die wir als Coaches haben, wo man mit dem Klienten erarbeitet.

Björn
Was sind jetzt die Möglichkeiten, die Situation? Zu beeinflussen, um die Zukunft zu verändern.

Jan
Genau. Also die klassische Arbeitsphase, wo jetzt im Grunde genommen wird hier eingeläutet, wo eben unterschiedliche Optionen beleuchtet werden. Das kann, wie du sagst, mit unterschiedlichen Tools passieren. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, wenn man eine Entweder oder Entscheidung hat, da eben tatsächlich mit diesen Optionen zu bearbeiten, die entweder sachlich sachlich zu beleuchten, mit Argumenten für und wider oder auch eine Ziel Aufstellung zu machen. Dass man also guckt Wo stehe ich heute? Was ist das Ziel?

Jan
Was steht eventuell dazwischen? Da kann man mit unterschiedlichen beispielsweise Boden ankern und so weiter arbeiten. Da kommen wir ja quasi im Rahmen unserer ganzen Tools noch mal dazu, dass wir auch die mal beleuchten. Dann gibt es in dem Zusammenhang auch das Lemma, auch ein super interessantes Tool und darüber hinaus zum Beispiel auch das alternativ Fragen, die Sie hier genannt haben, wie Sie oder wenn ich jetzt zwei Optionen habe oder immer da weiß ich schon mal so ein, zwei Dinge, die ich quasi da mir gegenüber oder die ich gegenüber stelle an Optionen.

Jan
Wenn ich aber auch noch gar nicht so die Ideen habe, was sind dann überhaupt alle möglichen Optionen? Dann gibt es zum Beispiel auch das alternative Rat, wo ich anfange, erst mal wirklich viele Alternativen auch gerne kreativ mal aufzuzählen und dann schaue Okay, was davon ist denn überhaupt? Was möchte ich denn weiterverfolgen oder auch weiterentwickeln in dem Zusammenhang? Das heißt, es geht immer darum, hier Optionen zu entwickeln, aufzuspüren und dann aber auch im nächsten Schritt natürlich konkreter zu werden und zu priorisieren.

Jan
Was ist denn jetzt das, was ich auch gerne verfolgen möchte, um mein Ziel zu erreichen?

Björn
Das ist auch wieder sehr abhängig vom Klienten, weil wenn man zum Beispiel einen Klienten hat, der zu seinen Emotionen eigentlich einen relativ guten Zugang hat, wird man mit dem vielleicht eher eine strategische Ziel Aufstellung machen. Wenn jemand sich emotional da sehr unsicher ist, wird man vielleicht eher zu so etwas wie dem Tetra Lemma greifen. Wo es mehr um die die emotionale Beantwortung von Fragen geht, ist auf jeden Fall sehr spannend. Das ist die Phase, in der eigentlich jetzt ich habe das Bild eben schon benutzt, aber wo eigentlich der Groschen fallen sollte, was glaube ich für unsere Zuhörer ganz entscheidend ist, ist, dass von uns Coaches da keine Lösung kommt.

Björn
Da sind viele, auch wenn ich, wenn ich so erzähle, im Freundeskreis, was Coaching eigentlich ist, sind viele immer überrascht, dass ich mich nicht da hinstelle und sage, das wäre doch gut, oder? Warum machen Sie denn nicht sowas? Ich glaube, in manchen Fällen regt man schon an, zum Beispiel Du hast das Alternativroute erwähnt, da wenn der Klient da ins Stocken kommt, gibt man ja schon auch mal Anregungen. Aber eigentlich kommen die Lösungen hier über die Tools, die wir als Coaches einsetzen, von den Klienten selbst.

Björn
Und das ist ganz schön zu beobachten, weil man da sieht, dass jemand aus seiner Problem Trance rauskommt, dass jemand anfängt in Lösungen zu denken. Und das ist, finde ich was für einen Coach sehr befriedigendes.

Jan
Ja, absolut genau. Wenn man die Lösungen, die kommen aus dem Klienten selbst oder die Optionen, die die Möglichkeiten, die sich dafür geben. Eventuell wird auch mal eine Lösungsmöglichkeit angeboten. Zusätzlich Der Klient hat natürlich immer die Möglichkeit zu sagen Ja, das ist etwas, das möchte ich gerne weiterverfolgen oder nicht. Das ist eben nicht die, die externe Experten Rolle eingenommen wird nach dem Motto Wäre es nicht besser für Sie, sie würden folgendes machen? Sondern Nein, das kommt aus mir selbst.

Jan
Und ja, aber es kommt. Man kommt bestenfalls natürlich in ein Etwas. Entweder sage ich mal aus einer einer, wie du sagst, problemorientiert heraus in eine rationale Ebene oder vielleicht auch sogar in etwas kreative Ebene, wo ich frei denke und erst mal gucke Was gibt es denn auch outside the box? Was hätte ich denn vielleicht heute noch gar nicht? Oder bist bis jetzt noch gar nicht auf dem Radar? Was gibt es vielleicht noch für andere Dinge? Und auch das ist wichtig für den Coach nachzufragen, nachzuhaken, eben die unterschiedlichen Aspekte mit auszuleuchten und auch zu versuchen, Impulse zu geben, die dem Klienten ermöglichen, ganz neue Perspektiven oder Einsichten zu nehmen.

Jan
Da ein Stück die, die die Wahrnehmung zu erweitern von den Themen, mit denen er sich bisher ja oftmals schon verkopft auch auseinandergesetzt hat. Oder auf der rationalen.

Björn
Und auch schon sehr lang. Oftmals auch sehr sozial. Das ist ja meistens so, wenn jemand zu uns kommt, ist das ja nicht eine Situation, die gestern entstanden ist, sondern die sich über die Zeit so aufgebaut hat, dass jetzt kein anderer Ausweg mehr gesehen wird, als sich da extern jemand zu holen, der vielleicht ein bisschen anderen Input liefert. Zu den Optionen, die man da als Coach anspricht, gibt es natürlich auch noch den Punkt, dass man manchmal vielleicht auch Optionen aufzeigt, die der Klient nicht auszusprechen wagt.

Björn
Gerade beim Alternativroute erlebe ich das manchmal, dass man dann als Alternative zum Beispiel auch eine relativ harte Geschichte vorschlägt. Ich sage jetzt zum Beispiel, wenn es irgendwie in der Beziehung hieße, dass man dann zum Beispiel auch sagt, eine Trennung wäre auch eine Alternative, das wollen viele ja dann gar nicht aussprechen. Einfach um wirklich den ganzen, die ganze Bandbreite an Möglichkeiten auch mit dem Klienten zusammen abzuklopfen.

Jan
Genau. Und was auch ganz wichtig ist bei diesen Punkten ist, dass selbst Optionen, die bisher nicht auf dem Radar sind oder die auch abwegig sind oder auch extrem sind, dass sich das, wenn man sich damit auseinandersetzt, man darüber natürlich auch herausarbeitet, warum denn das wegfällt. Warum ich das nicht möchte. Also auch wenn zum Beispiel eine Situation oder eine Beziehung schwierig ist oder so was und es kriselt oder so, um dieses Beispiel zu nehmen. Und da gibt es eine Alternative, die heißt Trennung oder Affäre oder wie auch immer, also jetzt vielleicht nicht unbedingt empfehlen würde oder wie auch immer.

Jan
Und der Klient sagt Nein, aber das sind das möchte ich nicht. Ich schätze mein Partner, ich liebe ihn. Folgende Punkte Das ist mir wichtig und auch darüber kann einem natürlich noch mal klar werden Was schätze ich denn überhaupt an einer Situation? Warum bin ich da noch da? Ich habe so die Möglichkeit, eigentlich ja komplett die Dinge noch mal anders zu betrachten. Wichtig ist, glaube ich, dass man jetzt hier nicht empfiehlt, doofe Sachen zu tun, sondern eigentlich auch bewusst auszuschließen, was man nicht möchte und sich dann darüber klaren wird.

Björn
Ja, ich glaube, weil du jetzt auch gerade gesagt hast empfehlen nicht dumme Sachen zu tun. Das Entscheidende ist ja das Wertesystem des Klienten. Also selbst wenn der jetzt für sich entscheidet, ich such mir jetzt eine Affäre mit, bei unserem Beispiel zu bleiben und das für mich natürlich nicht in Frage kommen würde, wenn das mit seinem Wertesystem verknüpft war. Es muss ich als Coach dann ja sagen. Okay, weil ich darf ja nicht, ich darf ja nicht wertend eingreifen.

Björn
Es geht ja um das Wohlwollen des Coaches, des Klienten. Verzeihung ist ich, aber ich kann. Ich habe tatsächlich ja. Aber ich. Ich muss aber dazu auch sagen, da ich noch nie jemanden erlebt habe, der im Rahmen so eine Arbeit zu einer Lösung gekommen wäre, wo ich sagen würde, die ist jetzt also sowas von abwegig und moralisch verwerflich, dass ich da ein Problem gehabt hätte, das gab es eigentlich noch nie.

Jan
Genau. Also das ist natürlich auch noch ein Aspekt, dass natürlich auch der Coach immer schauen muss. Bewege ich mich da in einem Rahmen, wo ich auch genau das leisten kann, nämlich dass ich offen bin, dass ich da neutral bin und das sozusagen im Sinne des Klienten auch weiter begleite. Aber ja, es geht um das Wertesystem des Klienten in dem Zusammenhang. Aber ein Punkt, der eben auch mit dazugehört, ist natürlich eben auch ab zu prüfen. Wenn ich zu einer Lösung käme oder zu einer Lösung Option, was würden die denn bedeuten?

Jan
Also dass ich da auch den Umweg mache und schaue? Was hat das gegebenenfalls auch für Konsequenzen? Also eine Sache, die sich im ersten Moment total sexy anhört, kann natürlich im zweiten Moment ganz große Probleme hervorrufen. Und auch da ist es wichtig, das noch mal zu hinterfragen, wenn ich jetzt diesen oder jenen Schritt mache. Was bedeutet das auch für meine Umgebung, für mein ganzes System, in dem ich mich bewege?

Björn
Dann kommen wir zum vierten Punkt. Das ist das Verortungen Hotel. Das klingt komisch. Erkläre mal, was das bedeutet.

Jan
Jetzt kommen wir sozusagen ins Tun, haben uns uns Optionen angeschaut, haben gegebenenfalls auch oder bestenfalls eine oder mehrere Optionen ausgewählt, die wir weiterverfolgen wollen. Und jetzt muss das natürlich auch in die Realität umgesetzt werden, wenn sich etwas verändern soll. Das heißt, ich kann immer sagen, das wäre jetzt etwas, was mir weiterhelfen würde. Wenn ich dann nichts tue, dann wird sich auch nichts ändern. Das heißt also, ich muss für mich ein Stück weit, kann für mich ein Stück weit verbindlich dann festlegen, was möchte ich tun?

Jan
Also tatsächlich, was soll, muss getan werden? Wer tut das? Wann wird es getan? Wie genau wird es getan? Das sind alles diese Dinge, die da festgelegt werden sollten. Idealerweise, um es dann auch verbindlich zu machen. Und auch da ist man immer den Zielen. Wie kann es gegebenenfalls auch messbar sein, dass es auch getan wurde? Woran stelle ich fest, dass ich etwas getan habe? Woran stelle ich fest, dass sich etwas geändert hat?

Jan
Über all diese Dinge spricht man dann in diesem Zusammenhang, um dann im Prinzip auch in den Fortschritt zu kommen.

Björn
Spannend in dem Zusammenhang sind auch die Fragen, das man also muss. Vielleicht erklären wir das. Kurze Frage ist zum Beispiel, dass man einem Klienten sagt Auf einer Skala von 1 bis 10 wo schätzen Sie die momentane Situation ein? Sagt der Klient zum Beispiel 5 Und dann müssten man, würde man den Klienten fragen Was müssten sie tun, damit aus der 5 eine 6 wird? Also das sind auch ganz beliebte Techniken, wo man oder wo anders herum kann man auch fragen Woran würden Sie merken, dass es eine 6 ist und nicht mehr nur 5, dann was sich daraus ergeben?

Björn
Genau. Und daraus ergeben sich dann auch ganz klar für den Klienten meistens schon Schritte, die er unternehmen müsste. Da sind Fragen, Skalierung, Skalierung.

Jan
Ich weiß im Privaten und auch allgemein wenn jemand fragt Wie geht es auf einer Skala von 1 bis 10?

Björn
Ja, ich weiß, ich habe es ja schon ein paarmal bei dir beobachtet. Also ja. Aber es sind auch wirklich sind sehr, sehr, sehr zielführend, weil wenn man, wenn man so eine Frage stellt und dann zum Beispiel jemand, der sagt Alles doof, gerade Stress, alles schwierig, ich fühle mich nicht wohl. Wie schätzen Sie sich denn ein? Und wenn, dann kommt ja auf einer Skala von eins bis zehn komma fünf. Dann ist erst mal schon ganz toll, dass man eben nicht vier drei zwei eins ist.

Björn
Das muss man sich ja auch klar machen. Und wenn man dann fragt, was würde denn eine 6 bedeuten, dass die Schritte manchmal das konkrete Tun viel, viel weniger sind, als man sich in seinem Raster vorher so zusammen amüsiert hat? Das ist dann oft viel, viel weniger nötig, um ein Schrittchen weiter auf dieser Skala zu kommen, als man sich vielleicht vorher ausgemalt hat.

Jan
Genau. Und auch da ist natürlich der Punkt. Diese diese Skalen oder Skalierung fragen, die kann man natürlich über diesen ganzen Prozess einsetzen, insbesondere auch, wenn man jetzt sagt jetzt in diesem Ziel oder in diesem letzten Schritt. Wenn wir jetzt die Ist-Situation nehmen, wie ist es da? Wie wäre es in der Situation mit 10 werden? Oder reicht auch eine 8? Wie würde woran würden Sie das merken? Was müssten Sie dafür tun? So kommt man da ganz konkret rein.

Jan
In diesem Zusammenhang auch gut mit Arbeiten.

Björn
So ist aus G,R,O und W dann ein GROW geworden. Ich finde es ganz schön, dass das dann auch noch wachsen heißt, wenn man es zusammensetzt. Weil darum geht es ja. Aber darum geht es ja eigentlich beim Coaching. Wir wollen ja wachsen daran. Unsere Klienten sollen daran wachsen. Wir wachsen selber. Als Coaches auch. Aber ich habe ja selber auch schon viele Coachings bekommen und das ist immer mit Wachstum verbunden und das ist was Schönes, weil dann geht es vorwärts und der nächste Tag wird schöner als der aktuelle.

Jan
Es ist eine laufende Entwicklung.

Björn
Hinzufügen habe ich da ein schönes Schlusswort gefunden. Ja, dann sind wir für heute mit unserem Thema die Phasen eines Coachings oder Coaching Modelle durch. Wir hoffen, es hat euch gefallen und wir freuen uns, wenn ihr vielleicht auch noch Fragen oder Anmerkungen habt und ihr könnt uns kontaktieren. Über bjoern@bjoernbobach.de oder kontakt@jangustavfranke.de Wir haben auch jeder eine Homepage bjoernbobach.de und jangustavfranke.de. Wenn ihr euch das jetzt alles nicht merken konntet, findet ihr das auch noch mal in der Beschreibung des Podcasts.

Björn
Und wir freuen uns, wenn wir von euch hören und wir sagen jetzt einfach schon mal bis nächste Woche der Jan darf gleich sein, der STANDARD Verabschiedung machen. Ich sage aber schon mal Ciao.

Jan
Ja, fröhliches Wachsen und auf Wiederhören.

Weitere Beiträge

Coach&Coach: Resilienz

Coach&Coach: Resilienz

Resilienz beschreibt die Widerstandskraft eines Menschen gegen negative Einflüsse. Das tolle: Resilienz kann man lernen!In dieser neuen Folge beschäftigen ich und Jan Gustav Franke uns mit den 7 Säulen der Resilienz und ihrer Bedeutung. Fragen und Anmerkungen gerne...

mehr lesen
Coach&Coach: Auszeiten

Coach&Coach: Auszeiten

Auszeiten sind enorm wichtig. In ihnen regenerieren wir unsere mentalen Kräfte und es erwacht neue Kreativität. Dennoch werden Auszeiten von vielen nicht geplant oder wahrgenommen, oft gepaart mit einem schlechten Gewissen, wenn man sich dann doch mal Zeit ausserhalb...

mehr lesen