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Coach&Coach: Resilienz

05. November 2021 | Coach&Coach Podcast, Coaching

Resilienz beschreibt die Widerstandskraft eines Menschen gegen negative Einflüsse. Das tolle: Resilienz kann man lernen!
In dieser neuen Folge beschäftigen ich und Jan Gustav Franke uns mit den 7 Säulen der Resilienz und ihrer Bedeutung.

Fragen und Anmerkungen gerne an bjoern@bjoernbobach.de und kontakt@jangustavfranke.de

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Hier die Transkription des Podcast:

Björn
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach, einer Reise durch die Welt des Coachings mit mir Björn Bobach und Jan Gustav Franke. Hallo Jan, hallo Björn! Jan, bist du dir darüber im Klaren, dass wir das jetzt schon fast 3 Monate machen?

Jan
Darüber bin ich mir im Klaren. Ich bin mir darüber im Klaren, als dass jetzt letzten Freitag die zehnte Folge kam.

Björn
Ja genau. Super.

Jan
Das ging jetzt auch ruckizucki.

Björn
Ja, und wir haben unser Ziel erreicht. Jede Woche eine Folge und so soll es auch bleiben. Und deswegen haben wir uns heute ein sehr spannendes, manchmal auch sehr tot geredet, das Thema mitgebracht. Und zwar Resilienz. Das ist so ein Wort, das hört man sehr oft. Man hört dann immer mehr Resilienz haben, wenn es mal ein bisschen anstrengender wird. Da wird um sich geschmissen. Aber wir wollen uns halt damit beschäftigen, was der Begriff tatsächlich bedeutet und wie man Resilienz auch erlernen kann, weil sie ist erlernbar und warum es schon wichtig ist, dass man sich damit mal auseinandersetzt.

Björn
Jan Von welchem Wort stammt Resilienz?

Jan
Ja, Resilienz stammt vom lateinischen Resigniere, und zwar übersetzt Zurückspringen, abprallen. Und das kann man sich im Großen und Ganzen vorstellen, wie bei einem Flummi, der auch bei Verformung zurück springt in seine ursprüngliche Form. Also wenn ich den jetzt gegen die Wand klatsche, dann verformt er sich im Moment des Aufpralls und danach springt er wieder zurück in die eigentliche Form, wodurch dann ja auch die Energie entsteht, dass er hoch springt und woanders hin springt. Das er von der ganz plumpen Begriffsdefinition.

Björn
Okay, das heißt, wir müssen alle werden wie Flow is.

Jan
Ob wir wie Flows werden müssen, weiß ich nicht. Aber zumindest ist es ganz gut, wenn wir, auch wenn wir Hindernisse stoßen oder auch mal ja, also jetzt vielleicht nicht körperlich verformt werden, aber tatsächlich mal auf Probleme stoßen, danach nach diesen Widerständen wieder in die ursprüngliche Form kommen. Das heißt, wir darf keinen Schaden von nehmen, auch mental, psychisch.

Björn
Was ich an dem Bild ganz spannend finde, das du benutzt hast mit dem Flummi ist das der Flummi sicher verformt, wenn etwas auf ihn prallt. Das heißt, der wird schon bewegt von dem, was da auf ihn einströmt. Viele verstehen Resilienz aber so, dass es von ihnen abprallt. Also so Teflon beschichtet und alles, was auf sie einströmt, prallt eigentlich von ihnen ab oder perlt von ihnen ab. Ich finde das Bild mit dem Flummi deswegen gut, weil ich halte das für realistischer, weil ich glaube, wenn man sagen würde, nichts was von außen kommt, hat irgendeinen Einfluss auf mich, dann würde ich mir ja auch jede Möglichkeit nehmen, Erfahrungen zu machen und mich weiter zu entwickeln.

Jan
Richtig, ganz genau so ist es. Das ist natürlich auch ein Stück weit die Flexibilität oder Formbarkeit, dass ich mich quasi auch an unterschiedliche Situationen anpassen kann, die es überhaupt ermöglicht, dass ich nicht an jeder Stelle anecken.

Björn
Ja, genau. Also ist es wirklich ein schönes Bild. Mit dem Flummi finde ich auch das mit dem danach höher springen. Wenn er fester auf dem Boden geworfen wird, dann springt er besonders hoch. Also auch Kraft daraus schöpfen, was da passiert.

Jan
Ja, richtig, genau. Du hattest ja gerade auch gesagt, der Begriff Resilienz ist ein bisschen tot geredet oder wird sehr oft wiederholt. Tatsächlich ist es ja in den letzten Jahren der Fall, dass das immer mehr Thema wurde. Und dieser Begriff Resilienz ist natürlich aber schon deutlich deutlich älter, eben auch in dem psychologischen Umfeld. Und ich glaube, der größte Durchbruch kam tatsächlich durch eine Studie. Das war in den 70er Jahren von der Myranor. Die hat ja eine Studie gemacht auf einer der Hawaii Inseln Hawaii.

Jan
Wenn ich das richtig ausspreche und hat sich da im Grunde genommen angeschaut. Was sind denn die Faktoren, die dazu führen, dass selbst wenn ich in schwierigen Verhältnissen groß geworden bin oder dass Kinder dort eben in schwierigen Verhältnissen groß geworden sind, dass sie trotzdem im Leben bestehen können, sich gut sozialisieren, klarkommen im Leben? Und diese Studie ist dann publik geworden und hat sich dann im Prinzip immer weiter durch. Diffundiert sind diese Erkenntnisse auch in andere Bereiche, mittlerweile auch bis ins Coaching oder eben auch in den allgemeinen Sprachgebrauch.

Jan
Aber was genau dahinter steckt, glaube ich, wissen die wenigsten bzw. können auch nicht unbedingt sagen, was jetzt die einzelnen Faktoren dahinter sind, die jetzt Resilienz begründen.

Björn
Ja, was ist denn Resilienz? Wie wird es denn verstanden? Was ist dir da begegnet?

Jan
Also grundsätzlich ist gibt es Resilienz in unterschiedlichen Bereichen. Man spricht teilweise von Resilienz in Unternehmen, die also auch mit Widerständen und schwierigen Situationen, Risiken und so weiter klarkommen. Aber wenn wir jetzt im Coaching von Resilienz sprechen, dann sprechen wir in der Regel von der psychischen Widerstandsfähigkeit. Also ich glaube, das ist auch das, worüber wir heute sprechen. Ja, und das heißt ja in erster Linie Wie gehe ich denn mit schwierigen Situationen um? Vielleicht auch mit Rückschlägen?

Jan
Und wie kann ich damit klarkommen? Oft spricht man ja auch von der sogenannten Stehaufmännchen Fähigkeit.

Björn
Das Fatale an Resilienz ist, dass man erst merkt, ob man sie hat, wenn man in einer Und das Thema hatten wir ja auch in einer früheren Folge schon. Wenn man mal in einer Krise war, also erst dann fällt das einem auf. Das kann man vorher auch gar nicht abschätzen, inwieweit man da gewappnet ist. Man stellt sich das vor. Ich bin stark, ich weiß, was ich tue und dann kann eine Krise kommen. Und erst dann ist es wirklich so, dass man die Resilienz, also die Resilienz Fähigkeit, die man hat, wirklich bewerten kann.

Björn
Aber es gibt ja. Es gibt ja verschiedene Faktoren, die die Resilienz positiv beeinflussen, womit wir uns heute auch offen lassen, auseinandersetzen wollen. Und ich finde, wir sollten damit anfangen, dass wir sie vielleicht einmal aufzählen, die sieben Säulen der Resilienz und dann uns einzeln mit den Begriffen auseinandersetzen.

Jan
Ja, sehr gerne. Möchtest du starten? Soll ich starten, weil wir uns abwechseln?

Björn
Ich kann ja erst mal die sieben Säulen nennen und dann fangen wir. Gehen wir Punkt für Punkt vor. Also die sieben Säulen der Resilienz sind Optimismus, Akzeptanz. Lösungsorientierung, Selbstregulation, Selbstverantwortung, Netzwerk, Orientierung und Zukunftsorientierung So, wer sich das bis jetzt nicht gemerkt hat, setzen sechs. Nein, das heißt, ich hab’s jetzt auch ablesen müssen, weil wenn es aus dem Kopf sage, fällt mir in der Regel auch irgendwas wieder nicht ein. Aber ich finde, das sind alles sieben sehr spannende Punkte und wir fangen an mit Optimismus an.

Björn
Das geht ja so ein bisschen Richtung positives Denken, was wir ja auch schon mal in einer Folge behandelt haben.

Jan
Ja, richtig, genau. Optimismus zeichnet sich dadurch aus, dass ich erst mal vom Guten ausgehe, dass ich daran glaube, dass es schon zu einer guten Lösung kommt. Also es hat auch was mit Hoffnung zu tun und auch zu wissen, dass sich alles zum Guten kehren kann, egal wie schwierig es gerade ist. Leben geht weiter und meistens endet es dann am Ende dann doch ganz gut. Positives Denken, richtig verstanden, wenn man so will. Also nicht sich alles schönreden, sondern zu wissen, dass nach einem nach einem Tal auch wieder ein schöner Gipfel kommt, von dem man einen schönen Ausblick hat.

Jan
Richtig, genau. Und natürlich auch das Thema Hoffnung. Also in diesem Zusammenhang steht ja auch teilweise natürlich nicht für jeden Menschen, aber auch das Thema Glaube. Also es wird ja auch ausgegangen, dass gläubige Menschen grundsätzlich oftmals auch etwas optimistischer in Anführungsstrichen sind oder diese Tendenz auch mitbringen. Tendenziell, weil sie eben daran glauben, dass da eine übergeordnete Kraft nenne ich jetzt mal, was auch immer man für sich definiert ist, die schon dafür sorgt, dass es einen Sinn hat und zu einem positiven Ergebnis führt über die Zeit.

Jan
Das ist jetzt der Vorteil, wenn man gläubig ist. Aber das heißt nicht, dass man nicht optimistisch oder nicht hoffnungsvoll sein kann, wenn man nicht gläubig ist, sondern das ist ja etwas, was man sich auch aneignen und auch antrainieren kann. Und da sind wir, wie gesagt, tatsächlich bei der Folge positives Denken, die wir auch schon aufgenommen haben.

Björn
Ich glaube auch, dass Religiosität, also Glaube im Sinne einer Konfession, da gar nicht so gemeint ist, sondern eher ein etwas Übergeordnetes. Und egal, wie man das jetzt nennt, ob das jetzt Gott ist oder für manche ist es die Natur. Für manche ist es einfach Schicksal. Aber dass man, dass man einfach daran glaubt, dass es etwas gibt, was die Dinge lenkt. Wie auch immer man es bezeichnet. Der nächste Punkt wäre Akzeptanz. Das finde ich jetzt wieder ganz spannend.

Björn
Weil das beobachte, beobachte ich sehr oft, dass Menschen, die ihn mit Schwierigen konfrontiert werden, das einfach nicht hinnehmen wollen im Sinne von Das darf nicht sein oder Das ist ein Problem, mit dem setze ich mich nicht auseinander und es nicht annehmen. Das ist eine schwierige Situation geraten. Ja, genau das kann nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein, oder was ich auch gerne höre, so im zwischenmenschlichen Bereich. Also wenn es jetzt um. Wenn du, wenn du Coachings gibst für ihr Personal Stamm und da gibt es untereinander Probleme, nee, das ist mir zu blöd, mit dem will ich mich gar nicht auseinandersetzen.

Björn
Das ist genau das Gegenteil von Akzeptanz. Akzeptanz bedeutet dann ja eigentlich, ich nehme alles so hin wie es ist und halt auch das, was herausfordernd ist.

Jan
Genau. Ich muss erst mal die Fakten akzeptieren. Ich muss erst mal annehmen, damit ich damit umgehen kann. Es ist wie es ist.

Björn
Das ist interessant, auch weil die dieser Begriff Akzeptanz ja in ganz vielen anderen Bereichen, die auch irgendwie resilient verwandt sind, allerdings auch immer wieder eine Rolle spielt, eine Trauerbewältigung, Trennungs, Bewältigung.

Jan
Aber solche Geschichten?

Björn
Ja, genau. Aber es ist immer ein ganz entscheidender Faktor, dass man erst mal wirklich akzeptiert und es für die Wahrheit auch hinnimmt, dass das jetzt so ist und in dem Moment, wo ich es verleugne und es nicht wahrhaben möchte. Schaffe ich eine Distanz zu der, zu der Ist-Situation, zu der realen Situation, ich will es nicht akzeptieren, dann kann ich es auch nicht positiv gestalten, dann verweigere ich einfach, dass es so ist und bin dann aber auch irgendwo in einer Starre.

Björn
Ich habe dann keine Handlungsmöglichkeit. Ja, wenn ich, wenn ich da hinkomme, dass ich sage, ich akzeptiere es jetzt. Es ist jetzt nun mal so. Dann kann ich mir auch überlegen Was mache ich denn jetzt damit?

Björn
Das ist auch unser. Das menschliche Hirn ist ja in der Lage, auch unterbewusst so viele Dinge zu verarbeiten und zu bearbeiten. Und mit so einer Sperr Haltung nimmt man sich ja jegliche Möglichkeiten, dass das abläuft. Also anstatt sich quasi da die Energie da reinzustecken, eine Lösung zu finden, beschäftigt man sich mental die ganze Zeit damit. Wie mache ich es nicht wahr? Und das ist ja in der Regel unmöglich. Richtig, richtig. Der nächste Punkt ist Lösungsorientierung.

Björn
Da muss ich jetzt lachen oder lachen. Ja, das ist natürlich ein wichtiger Punkt, aber Lösungsorientierung ist etwas, was im Personalwesen ja auch ganz oft wichtig ist, dass man sagt, wir brauchen nur lösungsorientierte Mitarbeiter. Ich führe ja auch viele Bewerbungsgespräche und das ist. Da muss ich lachen, weil Lösungsorientierung auch etwas ist. Natürlich will man das bei seinem Personal gerne sehen, aber Lösungsorientierung bedeutet halt auch nicht. Ich denke nur an die Lösung.

Jan
Ach nee. Aber es ist natürlich schon so Lösungsorientierung. Erwartet man im beruflichen Kontext aber wünsche ich mir auch in jedem Kontext so. Es gibt Menschen, die sind halt sehr, sehr problemorientiert. Und das ist ja auch ein ganz häufiges Coaching Thema, dass man halt einfach in seiner Problemdruck ist, ja das Stichwort drinsteckt und gar nicht rauskommt. Also so Sätze wie Das geht nicht. Dafür gibt es keine Lösung. Das das ist jetzt einfach ein Problem. Und das haben wir schon probiert.

Jan
Das geht nicht. Es geht immer wieder auf dieses Das geht nicht zurück. Und da rauszukommen und hinzukommen zu diesen W-Fragen Wie kann es denn gehen? Oder die Frage ist wie? Wie kann ich etwas? Oder Wie kann ich die Umstände schaffen, damit ich da zum Ziel komme? Oder wie könnte es sein, damit es besser ist, um da halt einfach in diese Lösungsorientierung reinzukommen? Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz wesentlicher Punkt, wenn man andere, wenn man das Warum wegschalten und warum ist es jetzt so gekommen?

Jan
Sondern hingeht zum Wie kann ich es besser machen oder Wie kann ich das Beste Beste daraus machen? Dann komme ich tatsächlich dahin, dass ich nach vorne schaue und auch aus einer schwierigen Situation wieder herauskommen kann.

Björn
Sehr charakteristisch für nicht lösungsorientierte Denken ist auch, selbst die Lösung in ein Problem zu verwandeln. Also ich habe, sagen wir mal, ich will irgendetwas erreichen und ich habe eine Lösung präsentiert bekommen von außen. Und der nicht lösungsorientierte Mensch wird dann sofort Gründe finden, warum das jetzt auch wieder ein Problem ist.

Jan
Richtig, da sind wir aber gleich bei dem bei dem anderen Thema nämlich eine Lösung von außen präsentiert bekommen. Da ist man fast schon wieder beim Ratschlag Das ist ja nicht von Raten und Schlagen. Und das ist ja auch dieser Coaching Ansatz, dass diese Lösung dann nicht von außen kommt, sondern eben von innen erarbeitet wird. Also im Grunde genommen muss die Person, die in der Situation ist, selbst darauf kommen. Was ist denn der Weg, um es eben auch selbst heraus zu entwickeln und zu akzeptieren?

Björn
Ich meine das noch in einem anderen Zusammenhang, also zum Beispiel wenn man selber. Also wenn ich selbst eine schwierige Situation habe und ich habe für mich eine Lösung gefunden und ich erzähle das nicht lösungsorientierten Menschen, wenn die mir sofort erklären, was jetzt alles das Problem ist, so meinst du, ja, das gibt es auch. Ja, das gibt es auch. Das ist dann auch da. Ist es dann wieder da, muss man auch Resilienz ein Argument sein.

Björn
Das kann natürlich ganz andere Faktoren auch mit rein, dass man die Frage Was ist das für ein kulturelles Thema? Ich habe letztens einen total interessanten Podcast gehört mit Ralf Möller, der ja quasi nach Amerika gegangen ist und sagt Da sind halt alle so Leute. Das sind alles so Macher und und Anerkennung für Dinge, die irgendwie ausprobiert und getan werden. Und du hast es wenigstens ausprobiert. Denn in Deutschland ist es eher so ja, wie soll das denn klappen?

Björn
Und das wird ja sowieso nichts. Und das ist natürlich auch ein kulturelles Thema unter Umständen. Aber eine Kultur ist ja auch quasi die Summe der Individuen. Und so macht es natürlich immer damit zu tun. Also der kann auch dann auf einen selbst einwirken und auch die eigene Resilienz auf die Probe stellen. Aber jetzt schweifen wir schon was.

Björn
Ja, genau, aber das ist vielleicht ein Themenkomplex, also kulturelle Einflüsse auf Lösungswege. Und so könnten wir tatsächlich auch mal in einer Folge machen, sollte man es aufschreiben. Der nächste Punkt ist Selbstregulation. Und da sind wir ja schon haarscharf an der Psychotherapie, weil ja eigentlich, das haben wir ja beide so gelernt, auch die mangelnde Selbstregulation eigentlich ein klares Signal dafür ist, dass jemand nicht zu einem Coach gehen sollte, sondern eher zu einem Psychotherapeuten. Was ist Selbstregulation?

Jan
Selbstregulation ist die Möglichkeit, meine eigenen Gefühle und die Wahrnehmung zu beeinflussen, zu regulieren. Das heißt, wenn ich. In meinen Gedanken, meinen Wahrnehmungen. So gesteuert bin und so empfinde, dass ich da hilflos ausgeliefert bin und eine absolute Abwärtsspirale komme Abwärtsspirale aus Angst, aus Sorge, aus Trauer und überhaupt gar keine Möglichkeit mehr habe, mich am eigenen Schopf rauszuziehen, dann komme ich in den Bereich, da funktioniert meine Selbstregulierung nicht mehr. Und das ist dann sicherlich der Bereich, wo wir nicht mehr im Coaching sind, wo man auch die Grenze ziehen muss.

Jan
Aber da ist natürlich auch ein fließender Übergang. Jeder hat mal auch ein Down oder jeder hat vielleicht auch mal einen Tag, wo man sagt Heute bin ich für nichts zu gebrauchen und ich bleibe mal lieber im Bett liegen, weil ich bin vielleicht traurig oder wütend oder faul oder keine Ahnung was, aber überall da, wo es dann auch das alltägliche Leben irgendwann massiv einschränkt, ist dann natürlich auch eine Grenze überschritten oder die Grenze überschritten.

Björn
Selbstregulation bedeutet ja auch, dass ich weiß, was ich in bestimmten Momenten brauche, also was meine Psyche in bestimmten Momenten braucht. Also wenn ich zum Beispiel merke, ich war traurig und ich dann meine Skills und meine Mittel habe, mit denen ich weiß, dass ich mich wieder ein bisschen besser stimmen kann. Es gibt ja genug Gründe, vielleicht auch, dass man mal traurig ist. Also das ist ja jetzt an sich erst mal nichts, was verwerflich ist. Die Selbstregulation greift halt in dem Moment, wo man sich mit diesen Emotionen auseinandersetzt.

Björn
Und wenn man das nicht mehr gut kann, ist die Resilienz im Prinzip auch am Boden. Und dann ist auch ein Coaching eigentlich ja nicht mehr Ziel fördernd. Aber muss man da anders ran, als wenn man jetzt eine Angststörung, wie du schon gesagt hast, zum Beispiel hat, wird man mit einem Coach auch nicht glücklich werden.

Jan
Genau. Wobei ich glaube, es gibt da auch viele Bereiche, die die auch im Coaching trotzdem weiterhelfen können. Also klar, dann wenn es extrem wird, ist man woanders. Aber ansonsten gibt es natürlich auch viel, was bisher vielleicht unbewusst erfolgt. Jeder hat eine natürliche Selbstregulation, das heißt irgendwie vielleicht habe ich ein Gefühl. Mir geht es nicht gut oder so und ich brauche einfach mal einen Spaziergang. Ich mache das dann, aber ich mache es nicht bewusst.

Jan
Und das Interessante ist ja, dass ich auch lernen kann, was was bedeutet überhaupt Selbstregulation? Was ist vielleicht auch förderlich für gewisse Punkte, was weniger förderlich? Und dass ich das dann auch bewusst einsetzen kann, um eben mich selbst gegebenenfalls etwas besser zu regulieren. Und das ist etwas, was man im Coaching sehr gut erlernen kann und was einen dann auch dabei unterstützen kann, diese Fähigkeit weiter auszubauen. Oder eben auch unter Umständen auch extreme Situationen oder sag ich mal so extreme Ausschläge in dieser Amplitude wie fühl ich mich nur positiv oder negativ dann auch präventiv zu behandeln, in Anführungsstrichen.

Jan
Also wenn ich auch jetzt schon weiß, was vielleicht nicht so gut ist für mich persönlich, was mir nicht so gut tut, dann kann ich natürlich das auch jetzt schon einsetzen, damit so eine Situation unter Umständen gar nicht eintritt.

Björn
Genau der nächste Punkt ist Selbstverantwortung und ich weiß nicht, ob die mir da zustimmen wirst. Aber das ist glaube ich mit einem ganz großer Knackpunkt, weil man hört ja eigentlich meistens, es ist nicht derjenige selber schuld, sondern alle anderen. Und also der der blöde Kollege oder so, der, der mir immer so blöd übel mitspielt. Und das liegt aber nie an mir selber. Und da ist die Schuldfrage dann auch immer ganz schnell auf dem Tisch, dass ja auch ein Thema, das ich gerne in einer der nächsten Folgen mal mit dir besprechen möchte, Schuld an sich und in dem Moment, wo man sagt Hier, das liegt nicht an mir und ich trag überhaupt keine Verantwortung für das, was da mit mir passiert, hat man sich ja eigentlich schon jeglicher Möglichkeit beraubt, da auch selber handelnd so einzugreifen, dass sich die Situation ändert.

Jan
Ich sehe da auch sehr auch diesen Punkt. Also wenn man jetzt sagt, es geht um die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Tun und so weiter zu übernehmen, dann geht es natürlich darum, dass man nicht nur sagt es sind die bösen anderen. Es gibt da dieses, es gibt auch ein ganz bekanntes Hörbuch. Du musst von allen gemocht werden, ist das erste. Man muss nicht von allen gemocht werden. Richtig. Und das zweite ist Du bist genug, meine ich.

Jan
Und da gibt es eine ganz schöne Situation. Und zwar gibt es. Es geht immer um ein Gespräch zwischen einem Schüler in Anführungsstrichen bzw. einem, der eben nach Antworten sucht und einem Philosophen. Und er holt dann so eine dreieckige Säule raus. Und je nachdem, wie ich auf diese Säule schaue, schaue ich auf eine Seite. Und auf der einen Seite steht Ich glaube, ich Armer und auf der nächsten du die bösen anderen. Auf der dritten Seite steht Was kann ich von jetzt an tun?

Jan
Und je nachdem, wie ich auf diese Säule schaue, schaue ich eben auf eine Seite. Und das ist eigentlich dieser Punkt. Erst wenn ich sage, ich habe auch Verantwortung an einer Situation, also ich bin nicht ausgeliefert, dann kann ich tatsächlich auch gestalten und das tun. Ich finde, das ist dieser Punkt der Selbstverantwortung, wenn man sagt, es geht darum, Selbstverantwortung zu übernehmen. Und dann gibt es natürlich auch noch einen Punkt oder Aspekt der Selbstverantwortung, der heißt, der geht eher in den Bereich Selbstfürsorge.

Jan
Dass ich also auch verantwortlich dafür bin, auf mich selbst aufzupassen. Ein Stück weit, genau.

Björn
Ich glaube auch bei vielen. Ich hatte gerade so, als du davon berichtet hast, so eine Erinnerung, dass glaube ich bei vielen Beziehungsproblem auch die Selbstverantwortung eine entscheidende Rolle spielt. Ich habe mal den schönen Satz gehört Bei einer für eine gute Beziehung entscheidet man sich jeden Morgen aufs Neue. Also es ist kein gegeben. Es ist nicht gegeben, dass man auf ewig zusammenlebt, sondern man entscheidet sich jeden Morgen aufs Neue dafür. Soll heißen, wenn ich in einer Beziehung 60 Sekunden ja, jeden Moment genau.

Björn
Soll heißen, dass das begegnet einem ja auch häufig, dass das Menschen in einer Beziehung unglaublich unglücklich sind und nicht in der Lage sind, sich zu trennen, weil man ist ja schon x Jahre zusammen oder es gibt die Kinder oder irgendetwas anderes, aber man entscheidet sich jeden Tag dafür. Man sagt jeden Tag aufs Neue Das ist mein Partner. Und wenn man die Selbstverantwortung übernimmt in solchen Fällen und sagt ich entscheide das selber, ob ich in dieser Situation bin.

Björn
Jeden Morgen aufs Neue fällt manche vielleicht schwierige Entscheidung auch deutlich leichter.

Jan
Ja, das ist richtig. Das hat aber natürlich auch etwas damit zu tun. Das hat auch was damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen und auch sich dieser Freiheit bewusst zu sein. Also in dem Moment eigentlich habe ich ja jeden Tag die Freiheit, jetzt abgesehen immer von Extremsituationen, aber das ist ja STANDARD. Aber ansonsten habe ich ja jeden Tag die Freiheit, etwas zu ändern. Wenn ich mit dieser Beziehung nicht klarkomme, dann kann ich mich trennen. Wenn ich mit meinem Job nicht klarkomme, dann kann ich etwas anderes tun.

Jan
So, das hat eben auch alles Konsequenzen in dem Moment, wo ich halt sage Ich kann da ja nichts für ich armer Mensch bin in dieser Situation und ich bin da ausgeliefert und alles andere ist fürchterlich. Dann ist die Umwelt schuld. Ich bin einfach ausgeliefert und das natürlich auch eine einfache in Anführungsstrichen Situation hinsichtlich dessen, was von mir selbst erwartet wird oder was ich von mir selbst erwarten kann. Das klingt total doof, finde ich immer, wenn man das tut, wenn man da jetzt so drüber spricht.

Jan
Weil du bist natürlich nicht in der Situation selbst und jeder kennt das ja auch. Es gibt Situationen, die sind einfach, die fühlen sich nicht gut an. Und das Gefühl, die ganze Welt ist vielleicht gerade mal gegen mich. Na ja, die gibt es und kennt wahrscheinlich auch jeder. Und es ist natürlich total doof, sich eingestehen zu müssen. Ich bin aber auch wahrscheinlich die einzige Person auf der Welt, die das ändern kann und die dafür verantwortlich ist, dass es mir gut ist.

Jan
Das sind nicht die anderen, das bin ich ein Stück weit selbst. Und das hat auch damit zu tun, wie ich mit meiner Welt agiere und auch, was ich tue und wie ich mich selbst entscheide. Jeden Tag im Moment.

Björn
Hmmm ja, jetzt könnten wir total ausschweifen, weil ich habe jetzt sofort im Kopf wer. In welchem Modus bist du da? Wenn du sagst alle sind gegen mich oder ist man da? Nö, da könnte man jetzt einen Exkurs Richtung inneres Kind machen, oder oder Schema Coaching oder was weiß ich, was dann alles in den Kopf kommt. Aber wir wollen ja gar Resilienz bleiben. Aber das ist natürlich total spannend und ich glaube, solche Phasen oder solche Momente, wo man sagt jetzt haben sich gerade wirklich alle gegen mich verschworen.

Björn
Also es gibt ja so Tage, wo man was schon damit anfängt, dass morgens der Kaffeeautomat nicht will, wenn man einen Kaffee trinkt. Ja, Frechheit, genau. Und das geht dann so weiter, dann will das Auto nicht und dann ist der blöde Kollege krank und all solche Sachen. Und das häuft sich an, häuft sich und dann verkriecht man sich am liebsten abends nur noch auf dem Sofa. Und ja, das gibt es natürlich, das ist normal.

Björn
Aber die, die Selbstverantwortung ist tatsächlich darin. Auch, dass man in solchen Momenten auch entscheidet. Okay, heute ist viel schiefgelaufen. Was trage ich jetzt dazu bei, dass der Tag besser wird? Was kann ich davon überhaupt beeinflussen, so wie das gemäß dem Gelassenheit ausgewählt? Was kann ich beeinflussen und was nicht? Und wofür übernehme ich die Verantwortung in dem Moment? Aber das kann ich. Wir können total abschweifen. Gerade das ist ein spannender Bereich.

Jan
Absolut ja. Kommen wir zum nächsten Punkt die Netzwerk Orientierung.

Björn
Ja, ja, das habe ich lernen müssen.

Jan
Was heißt das? Wie? Was lernen müssen?

Björn
Netzwerk. Orientierung ist. Also es ist mir persönlich sehr lange schwergefallen, Netzwerke aufzubauen, weil ich immer das Gefühl hatte für mich selber und das hat wieder was mit Selbstfürsorge auch zu tun, natürlich. Ich will mich niemandem anbiedern beruflich. Ich möchte aber auch schon beruflich, hat es gerade gesagt, oder?

Björn
Ja, ja, ja, ja, im Freundeskreis ist es anders. Aber Netzwerke, Orientierung beschreibt ja auch ein berufliches Netzwerk. Nicht nur nicht nur die Freunde oder die Beziehungen und alles, was dranhängt. Aber ich habe mich da.

Jan
Was ist denn überhaupt Netzwerk?

Björn
Also ja, Netzwerk ist es. Was ist Netzwerk deiner Meinung nach?

Jan
Ich hab dich jetzt erst mal unterbrochen und du wolltest das erst haben. Dann haben wir den Gedanken erst mal zu Ende.

Björn
Ja, dass ich das lernen musste. Es ist mir sehr lange sehr schwer gefallen, da mehr Energie reinzustecken. Ja.

Jan
Wenn. Wenn wir jetzt auf diese Frage kommen, was ist ein Netzwerk oder was das Netzwerk Orientierung in diesem Zusammenhang, dann verstehe ich das jetzt nicht als in erster Linie berufliches Netzwerk, sondern es geht ja darum, dass man nach meinem Verständnis, dass man eben Menschen um sich herum hat, soziale Kontakte, die einen auffangen, auch in schwierigen Situationen. Und gerade dieses Beispiel mit beruflich und privat, das verdeutlicht das auch noch mal, wie wichtig es ist, in unterschiedlichen Bereichen auch Netzwerke und soziale Kontakte zu haben, aus denen man auch Bestätigung erfährt.

Jan
Es ist supergut, wenn ich Selbstbewusstsein habe, eine Selbstüberzeugung, eine Selbstwirksamkeit, Erfahrung, dass ich selbst etwas schaffen kann. Manchmal gibt es aber auch schwierige Situationen, dann ist das auch schön, wenn ich von irgendwo anders etwas bekomme. Und der Mensch ist die Vielzahl seiner Facetten und daraus entwickelt sich unsere gesamte Identität in Summe. Und wenn ich jetzt zum Beispiel beruflich so richtig in die Hose geht, dann ist es unter Umständen schwierig, wenn nicht gar kein privates Netzwerk, keine privaten Kontakte haben habe, die mich da auffangen.

Jan
Also wenn ich gar keine Familie, gar keine Freunde habe. Und andersherum formuliert Es hilft mir sehr viel weiter, wenn ich weiß, der Beruf ist nicht alles. Also auch wenn der Fundamentalen die Hose geht, dann habe ich aber Freunde, die mich schätzen als Mensch. Dann gibt es eine Familie, die schätzt mich als Mensch. Und andersherum. Auch wenn meine Beziehung in die Brüche geht, dann kann es auch gut sein zu wissen. An anderer Stelle, aber vielleicht auch in einem beruflichen Kontext, sodass ich mich auch für meine Expertise und diese Dieses Netzwerk Netzwerk spinnt ja zusammen.

Jan
Auch ein Netz und ein Netz kann man auch auffangen. Das hilft eben auch, in schwierigen Situationen aufgefangen zu werden, im wahrsten Sinne des Wortes und nicht auf den Boden zu fallen, sondern da Unterstützung zu finden.

Björn
Ja, ich glaube, das Entscheidende bei der Netzwerk Orientierung ist, dass man auch begreift, dass es ein möglichst heterogen gemischtes Netzwerk sein sollte. Also nicht nur privat, nicht nur beruflich und in jeweils dem beruflichen und den privaten Netzwerken. Den man ist halt auch nicht nur in eine Richtung orientiert. Wenn ich jetzt vom privaten Netzwerk spreche und Freundeskreis spreche halt bei Paaren nicht nur gemeinsame Freunde, sondern jeder auch seine eigenen solche Geschichten, damit man halt auch losgelöst von einander sich sicher fühlen kann und nicht, weil man jetzt eine Trennung plant, sondern weil es sehr wahrscheinlich so für die Psychohygiene sowieso besser ist, wenn man auch noch bei sich selber bleibt und eigene Freunde behält und im Netzwerk beruflicher Art genau das gleiche.

Björn
Also nicht nur das Netzwerk in der eigenen Firma, sondern auch in der Branche oder vielleicht sogar branchenübergreifend, damit die Optionen bleiben und die Möglichkeiten bleiben und das Netz möglichst fein gewebt ist, dass es, um bei deinem Bild zu bleiben und es wieder aufzunehmen, einen wirklich gut auffangen kann, wenn mal Not am Mann ist. Ja und was ich eben meinte zu Beginn ist, dass ich diesen beruflichen Teil handwerklich ein bisschen lernen musste.

Jan
Okay, das ist auch mal finde ich auch noch mal ein tolles Thema für eine Folge. Netzwerken ja, warum, wieso, weshalb und warum es manchmal schwer ist. Ja. Letzter Punkt der sieben Säulen ist, das finde ich ganz wichtig, auch an ganz spannend Zukunftsorientierung. Hmmm. Bedeutet alles was gestern war, ist egal.

Jan
Egal ist es gar nicht. Es kann auch alles egal sein. Das entscheidet ja jeder für sich selbst. Aber ich würde jetzt nicht alles was was gestern war, wegschieben und komplett vergessen wollen. Aber was gestern war, kann ich auf jeden Fall nicht ändern. Ich kann es nur noch im Nachhinein anders bewerten, aber was passiert ist, ist erst mal passiert. Aber die Zukunft kann ich gestalten und. Ich kann meine zukünftigen Ziele erreichen, wenn ich mein heutiges Tun darauf ausrichte.

Björn
Ja genau. Ja, es ist ja in der die Vergangenheit hat geschafft oder er hat geformt, was ich jetzt bin und in ihm jetzt bestimmt mein Handeln das, was in Zukunft passiert.

Jan
Genau.

Björn
Also es hat nichts damit zu tun wie ich will den Namen nicht nennen, aber wie ein großer US-Politiker, der von der Regierungsverantwortung entbunden wurde, so nach dem Motto Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, das das hat damit überhaupt nichts zu tun, sondern es geht einfach darum, dass man sich darüber bewusst ist, dass das Leben in der Zukunft sich abspielt und die Vergangenheit so ist, wie sie ist. Man kann aber was draus lernen und das mit in die Zukunft nehmen, wenn es denn sinnvoll ist bzw.

Björn
das Leben spielt sich ja eigentlich im Moment ab. Aber aber zum und formt sich das ja? Oder sagen wir so, ich forme jetzt etwas mit auf ein Bild, was ich gerne in Zukunft auch erreichen möchte. Also auch wenn die Situation jetzt echt doof ist, miserabel ist, dann kann ich mich ja quasi auf die Zukunft orientieren und mir überlegen was muss ich jetzt denn jetzt tun, damit ich dann einem Ziel oder einer gewünschten Zukunft näher komme? Und wie sieht die gegebenenfalls aus?

Björn
Ich habe schon wieder eine Idee für eine neue Folge. Das Leben spielt sich im Moment ab. Das ist unheimlich philosophisch. Ja, ist das so? Weiß ich nicht. Die der Moment ist ja jetzt schon wieder vorbei. Also man kann den Moment ja gar nicht. Ja, nicht, kann ich wirklich packen, aber das schweift schon wieder auf.

Jan
Machen wir noch mal auf jeden Fall eine Folge daraus. Wir sind jetzt im Grunde genommen ja hier durch diese sieben Säulen der Resilienz durch ist. Wenn man über Resilienz spricht, dann ist das erst mal ein Begriff, der auch irgendwie gefordert wird, gefördert wird oder wie auch immer. Aber es sind unheimlich viele unterschiedliche Aspekte, die da reinspielen und es ist total komplex. Also auch Resilienz. Das ist mir ja auch noch mal wichtig. Es ist auch nicht ein Mensch resilient ja oder nein, sondern man kann auch unterschiedliche resilient in unterschiedlichen Umgebungen oder Situationen sein.

Jan
Ich bin vielleicht beruflich resilient als privat oder andersherum. Ich bin aber auch vielleicht heute resilient als morgen oder morgen, resilient als heute, je nachdem, wie die Form ist und was da auch für außen Faktoren mit dazu mit reinspielen. Das ist kein statisches, kein statischer Punkt.

Björn
Ja, und diese sieben Säulen, über die wir jetzt gesprochen haben, können und werden bei keinem Menschen auf diesem Planeten jemals immer zu 100 prozent gefüllt sein. Das ist, glaube ich, ja auch eine Utopie, von der wir gar nicht ausgehen müssen. Und je nachdem, wie die sich gerade verhalten. Diese Säulen, in welchem Kontext sie sich wie verhalten du richtig sagst, ist es privat dann wieder anders als beruflich. Das kann auch schon mit dem Gegenüber zusammenhängen.

Björn
Es gibt ja solche Phänomene auch, dass jemand, der sehr Verhandlungspoker ist, dann auf den einen Kunden stößt, wo es auf einmal gar nicht mehr funktioniert. Und nicht, weil es jetzt fachlich nicht funktioniert, sondern weil da irgendetwas triggert, das ihm davon abbringt, da die Resilienz zu haben, die er braucht. Und das Schöne ist An diesen Säulen kann man arbeiten. Also diese Man kann diese sieben Säulen füttern, jede für sich. Und in einem Coaching kann man herausfinden, welche Säule da vielleicht ein bisschen unterernährt ist, welche etwas mehr Fundament braucht.

Björn
Und da gibt es jede Menge Möglichkeiten, das zu Weite weiterzuentwickeln.

Jan
Da würde ich auch gerne noch einmal kurz den Bogen spannen, zumindest für mich. Zu den Ergebnissen aus dieser Studie, die das sagen Jeder kommt mit unterschiedlichen genetischen Voraussetzungen für Resilienz auf die Welt, also auch nachvollziehbar, quasi im Gehirn. Wie ist das ausgeprägt? Und so weiter. Also das eine ist im Prinzip was habe ich biologisch mitgegeben bekommen. Der nächste Punkt ist aber in dem Zusammenhang auch Was macht die Sozialisation? Also auch da gibt es fördern förderliche oder weniger förderliche Umweltbedingungen dafür.

Jan
Und der letzte, aber ganz wichtige Punkt ist also Sozialisation, Umwelt. Und der letzte Punkt ist aber Ich kann es auch selbst gestalten. Und es ist möglich, über entsprechendes Training, über Methoden nachweislich auch diese Resilienz zu fördern. Und das ist messbar. Also es ist Messen. Und da sind wir wieder beim Thema Neuroplastizität des Gehirns, dass ich damit wiederum verschiedene Hirnareale mehr aktivieren kann und so weiter. Das heißt, ich kann das positiv gestalten und das ist eine große Chance.

Jan
Wir sind nicht ausgeliefert unserer Situation. Und nur weil heute etwas überfordernd ist, heißt das nicht, dass das morgen oder in naher Zukunft immer noch so sein muss. Und daran können wir arbeiten. Und das ist auch etwas, was ich gerne noch mal mitgeben würde. Wir alle haben die Chance, da auch was zu verändern und sollten auch da eine der Säulen den Optimismus haben und die Zukunftsorientierung, dass wir das auch schaffen können, wenn wir wollen.

Björn
Manchmal reicht ja auch schon das bloße Bewusstsein dieser sieben Säulen, um etwas zum Positiven zu verändern. Also wenn man sich bewusst ist, wie das Haus gebaut ist, kann man vielleicht selber schon die Löcher finden, die man dann auch selber schon, vielleicht sogar mithilfe von so einem Podcast ein bisschen füttert. Aber es ist absolut gestaltbar und man ist nicht der Situation ausgeliefert, so wie sie ist. Und wenn man in bestimmten Situationen immer wieder eine dünne Haut hat, das sehr an einem nagt, ist das in der Regel alles erlernbar und kann besser werden.

Björn
Richtig und wunderbar.

Jan
Wenn ihr Lust habt, euch noch mehr zu diesem Thema auszutauschen, dann freuen wir uns auf eure Kontaktaufnahme. Wenn ihr Lust habt, an dem Thema zu arbeiten oder auch mal einen Workshop zu dem Thema zu machen, dann stehen wir euch dafür natürlich auch gerne zur Verfügung. Ihr findet unsere Kontaktdaten auf bjoernbobach.de und jangustavfranke.de und ansonsten hoffen wir, ihr habt Spaß gehabt an dieser Folge. Ich Wenn ich mir anschaue, dann haben wir beide auf jeden Fall Riesenspaß gehabt und wir freuen uns auf die nächste Folge.

Jan
Und ich sage schon mal Auf Wiederhören.

Björn
Ich sag bis zum nächsten Mal . Ciao!

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