Digitale Assistenten: Siri, Alexa und Google Assistant im Vergleich

Digitale Assistenten sind in aller Munde. Mittlerweile kämpfen drei Giganten um Ihre Vorherrschaft: Siri, Alexa und der Google Assistant. Was ist dran an der angeblich eindeutigen Unterlegenheit von Apples Siri und der Übermacht vom Google Assistant? In diesem Test lasse ich die drei gegeneinander antreten. Das Ergebnis hat mich überrascht!

Ich nutze

iPhone X
Google Pixel 2 XL
Amazon Echo Spot

Hier die Transkription des Videos:

Hallo. Ich bin Björn Bobach und ich habe mich der Mission verschrieben, Technik begreifbarer zu machen. Vor ein paar Wochen habe ich es getwittert und auf Instagram gepostet, ich habe mir einen Echo Spot gekauft. Diesen kleinen knubbeligen Assistant von Amazon, mit dem man Alexa zu Hause nutzen kann. Der hat ein Display und deswegen kann man ihn vielleicht auch ein bisschen direkter mit Smartphones vergleichen. Also in dem Fall mit einem iPhone X und einem Google Pixel 2 XL, das ich ja seit ein paar Wochen auch im Test hatte. Und ich möchte einmal diese Assistenten gegeneinander antreten lassen. Ich möchte das nicht tun, wie man das so bisher kennt, so mit diesen üblichen Fragen, wie wird das Wetter morgen oder was ist drei plus fünf oder solche Sachen. Sondern ich möchte es auf Produktivität auslegen. Ich möchte sehen, macht mich das produktiver und ist das irgendetwas, was ich professionell nutzen kann. Viel Freude beim Zuschauen.

Da haben wir die drei Kontrahenten. Auf der linken Seite ein iPhone X, auf der rechten Seite ein Google Pixel 2 XL, das ich ja auch die letzten vier Wochen schon ausführlich getestet habe, und in der Mitte ein Alexa Echo Spot, auf dem gerade der Bildschirmschoner läuft, wo man dann auch gleich ein bisschen Wetterinformationen und so weiter, sehen kann. Ich möchte mich jetzt in dem Test nicht darauf versteifen, mit so üblichen Fragen, wie das Wetter wird und wie alt irgendjemand ist. Das sind Sachen, die sieht man im Internet zuhauf. Ich möchte mich ein bisschen darauf konzentrieren, wie man damit wirklich produktiv arbeiten kann. Und das sind für mich drei Punkte, vor allem Aufgaben erstellen, Notizen erstellen und Termine erstellen und verwalten. Eine Sache möchte ich allerdings dann doch zeigen, die so ein bisschen Allgemeinwissen ist, einfach, weil es wahnsinnig praktisch ist und das ist-, wenn man viel reist, der Status von Flügen. Das sind Sachen, die man ja frei im Internet abrufen kann. Da müsste dann der Entwickler nur eine Schnittstelle zu bereitstellen. Ich zeige euch einmal, wie Siri das macht, wie Alexa das macht und wie Google das macht. Fangen wir mit Siri an. ‚Hey Siri. Wie ist der Status von Lufthansa 464?‘. ‚Hier sind ein paar Bilder zu Lufthansa 4×4 und-.‘ Hat Siri mich direkt falsch verstanden. Machen wir gleich nochmal. ‚Wie ist der Status von Lufthansa 464?‘. Jetzt hat es geklappt. Aber man sieht auch da, ich kriege jetzt hier irgendeine Websuche, obwohl der Text richtig erkannt wurde. Schauen wir mal, was Alexa macht. ‚Alexa, wie ist der Status von Lufthansa 464?‘. ‚Ich weiß nicht, was schiefgelaufen ist.‘. Ich schon. Gucken wir uns das Google-Gerät an. ‚Okay Google, wie ist der Status von Lufthansa 464?‘. ‚Lufthansa 464 wird planmäßig durchgeführt und startet in drei Stunden 39 Minuten.‘. Also das ist wirklich vorbildlich. Man sieht auch, dass die Geschwindigkeit auf dem Pixel, was das angeht, extrem hoch ist. Eine richtig gute Funktion. Und ich finde das sehr praktisch, wenn man viel fliegt oder viel mit Leuten zu tun hat, die viel fliegen. Die man dann vielleicht auch mal abholen möchte oder so was. Das kann man hier wirklich toll abfragen. Nächster Punkt wäre dann, wie ich eben schon gesagt hatte, wäre dann die Integration von Aufgaben. Ich benutze hier Todoist. Schauen wir an, was das iPhone damit macht. Weil, es gibt eine Todoist-Integration auf dem iPhone. Schauen wir, was passiert. ‚Hey, Siri. Erstelle eine neue Aufgabe in Todoist.‘. ‚Du hast keine Liste namens Todoist. Soll ich eine erstellen? Okay. Dann eben nicht.‘. Also, das ist wirklich schade. Da sieht man, das scheitert an dem Wort Todoist. Ich weiß nicht, ob Apple das besser lösen sollte oder ob das an Todoist selber liegt. Ist aber eine Sache, die ganz oft passiert, wenn ein Programm einen Namen hat, das nicht so wirklich leicht verständlich ist, weil es kein wirkliches Wort ist, was es in der Umgangssprache gibt, wie Todoist, in dem Fall. Also mit Todoist kann ich da nicht wirklich zuverlässig arbeiten. Manchmal funktioniert es wirklich gut. Manchmal nicht. Das ist echt schade. Das Besondere bei Alexa ist jetzt, dass da ein Todoist-Integration schon eingebaut ist. Das heißt, wenn ich da eine Aufgabe erstelle, ich lege das in der Alexa-App richtig an, verknüpfe das mit meinem Todoist-Konto und dann funktioniert es. Ich zeige es einmal. ‚Alexa, erstelle eine neue Aufgabe.‘. ‚Was für eine Aufgabe?‘. ‚Müll rausbringen.‘. ‚Alles klar. Ich habe Müll rausbringen auf deine To-do-Liste gesetzt.‘. Also, das ist wirklich richtig cool gemacht. Leider kann man bei der Todoist-Integration bei den Alexa-Geräten keine Prioritäten setzen, man kann keine Aufgaben abhaken. Das ist ein bisschen schade. Aber man kann Sachen zumindest schnell da auf die Liste kriegen, so ähnlich, wie ja auch auf Einkaufslisten oder in den Amazon-Warenkorb. Schauen wir, was Google macht. ‚Okay Google, erstelle eine neue Aufgabe in Todoist.‘. Geht leider auch nicht. Also, da gibt es noch nicht mal eine Integration. Das iPhone hätte sie. Google hat sie gar nicht. Das ist echt schade. Der Fairness halber sei jetzt gesagt, dass sowohl das iPhone als auch das Google-Gerät mit den eigenen To-do-Listen wirklich gut arbeiten können. Aber sobald man auf etwas plattformübergreifendes zugreifen will, wird es wirklich ein bisschen schwierig. Ich glaube, dass das bei Apple tatsächlich nachgereicht werden könnte, dass einfach die Erkennung ein bisschen besser ist. Der nächste große Punkt sind ja Evernote-Notizen. Das ist eigentlich auf dem iPhone richtig gut. Ich zeige es mal. ‚Hey Siri, erstelle eine neue Notiz mit dem Titel Gesprächsprotokoll Lars in Evernote.‘. ‚Wie soll sie lauten?‘. ‚Das Gespräch verlief sehr gut. Ausrufungszeichen.‘. ‚In deiner Notiz soll also folgendes stehen, das Gespräch verlief sehr gut?‘. ‚Ja.‘. ‚Okay. Evernote hat eine Notiz mit dem Titel Gesprächsprotokoll Lars erstellt. Sie lautet, das Gespräch verlief sehr gut.‘. Ich finde, dass Siri hier ein bisschen sehr chatty ist, also ein bisschen viel plappert. Aber man sieht, das funktioniert richtig gut. Ich kann den Titel festlegen, ich kann den Inhalt der Notiz festlegen. Eigentlich genau das, was ich will, wenn ich zwischendurch nur mal kurz etwas festhalten möchte. Schauen wir uns Alexa an. ‚Alexa, erstelle eine neue Notiz in Evernote.‘ ‚Was für eine Aufgabe?‘. ‚Abbrechen.‘ ‚Wird abgebrochen.‘ Schade, schade, schade. Also, leider gibt es da keinen Skill für. Alexa ist ja über diese Skills – ‚Abbrechen, Alexa.‘ – das Gerät von Google, Entschuldigung, von Amazon sagen wir mal in dem Fall, ist ja eigentlich über Skills sehr gut erweiterbar. Leider in dem Fall nicht. Da müsste dann Evernote nachliefern. Leider geht das nicht. Und dann wird leider dummerweise sofort ein To-do-List-Eintrag erstellt, den ich ja eigentlich gar nicht wollte. Also von daher, da ist Alexa ein bisschen blöd. Schauen wir mal, was Google hier macht. ‚Okay Google, erstelle eine neue Notiz in Evernote.‘. ‚Zum Fortfahren tippen.‘. Also, kein Kommentar. Das ist nicht Evernote, sondern die wirklich schlechte Google-eigene Notizen-App. Darauf werde ich nicht mal hingewiesen. Und dann zum Fortfahren tippen, finde ich jetzt auch nicht wirklich, bei einem Sprachassistenten, die richtige Antwort. Also auch das überraschend schlecht. Weil in Google das immer so unglaublich souverän dargestellt wird. Wie gesagt, wenn es um Allgemeinwissen geht, ist das so. Was solche Sachen angeht, mit denen ich produktiv arbeite, aber eher nicht. Dritter Punkt waren Termine. Machen wir das einmal schnell. Auf dem iPhone wirklich richtig gut, wie ihr jetzt sehen werdet. ‚Hey Siri, erstelle einen Termin, morgen von 12 bis 14 Uhr, Mittagessen mit Lars.‘. ‚Welchen Kontakt meinst du? Lars Frick? Lars Bobach? Lars (?Meltgard)? Lars (?Brinker)?‘. ‚Lars Bobach.‘. ‚Welche davon soll ich für Lars Bobach verwenden? Geschäftliche E-Mail E-Mail, andere E-Mail E-Mail? E-Mail. Ich werde deinen Termin mit Lars Bobach für morgen in deinen Kalender eintragen. In Ordnung?‘. ‚Nein.‘. ‚Um fortzufahren-. Okay. Dann werde ich dieses Ereignis nicht erstellen.‘. Also, wenn ich es jetzt durch hätte laufen lassen, wäre das wirklich cool gewesen. Weil, Lars wäre sogar eingeladen worden. Ich bin gefragt worden, welcher von den Kontakten, wenn es mehrere Kontakte mit dem Namen gibt, richtig richtig gut. Die richtige Uhrzeit. Der richtige Tag. Und das geht sogar noch weiter. Ich habe zum Beispiel heute einen Termin um 15 Uhr. Ich kann auch den noch bearbeiten. Ich zeige es mal. ‚Hey Siri, verschiebe meinen Termin heute um 15 Uhr auf 16 Uhr.‘. ‚Alles klar. Dein Termin wird geändert. Soll ich es eintragen? Okay. Dann werde ich dieses Ereignis nicht aktualisieren.‘. Also, richtig praktisch, wenn ich zwischendurch das bespreche und das nur mal ganz kurz ändern möchte. Ich muss nicht mal das iPhone aus der Tasche holen. Theoretisch würde das ja sogar mit den AirPods im Ohr gehen. Richtig cool. Schauen wir uns an, was da das Echo-Gerät macht. ‚Alexa, erstelle einen Termin für morgen von 12 bis 14 Uhr, Mittagessen mit Lars.‘. ‚Meinst du 12 Uhr morgens oder nachmittags?‘. ‚Nachmittags.‘. ‚Ich erstelle den Termin Mittagessen mit Lachs am Dienstag, 13. März, von 12 Uhr Mittag bis 14 Uhr. Okay.‘. ‚Abbrechen.‘. ‚In Ordnung. Wurde gelöscht.‘. Also, da hat-, wurde anscheinend gehört, Mittagessen mit Lachs. Ich habe aber einen Namen gesagt. Spracherkennung nicht so gut. Die Nachfrage nach dem vormittags oder nachmittags finde ich auch schwierig, wenn es Mittagessen ist, um 12 Uhr. Also, das ist ja eigentlich eindeutig. Das macht das iPhone deutlich besser. Gucken wir, ob wir hier Termine verschieben können. ‚Alexa, verschiebe meinen Termin heute von 14 Uhr-.‘. Entschuldigung, das war falsch. ‚Alexa, verschiebe meinen Termin heute von 15 Uhr auf 16 Uhr.‘. ‚Derzeit wird diese Kalenderabfrage nicht unterstützt.‘. Tja. Schade. Geht also nicht. Schauen wir, was Google macht. ‚Okay Google, erstelle einen Termin morgen von 12 bis 14 Uhr, Mittagessen mit Lars.‘. ‚Tippe auf den Tag.‘. Nein, das tue ich nicht. Weil, ganz ehrlich, morgen von 12 bis 14 Uhr, ist eigentlich eindeutig, dass das morgen-, der morgige Tag ist. Bin ich auch wieder überrascht. Da ist jetzt mehr Interaktion mit dem Telefon hier nötig. Will ich nicht. Das finde ich ein bisschen schade. Schauen wir, was bei einer Verschiebung passiert. ‚Okay Google, verschiebe meinen Termin heute von 15 Uhr auf 16 Uhr.‘. Geht auch nicht. Also man sieht, da hat das iPhone wirklich absolut die Nase vorn. Es sei jetzt der Korrektheit noch angemerkt, dass das hier kein iCloud-Kalender ist, sondern dass da ein Google-Kalender im Hintergrund ist, den man ja auf dem iPhone auch einrichten kann. Also, man sieht ein sehr gemischtes Bild. Komme ich jetzt im Fazit auch gleich nochmal zu. Aber wirklich die Nase absolut vorn hat von den dreien hier keiner.

Ja. Wer hätte es gedacht? Siri wird immer sehr schlecht geschrieben von der Presse. So viel schlechter schlägt es sich in manchen Bereichen nicht. Man kann Google nicht abreden, dass es den viel größeren Wissensvorsprung hat. Das hat auch damit zu tun, dass natürlich da sehr viele Daten zusammengefügt werden. Und Alexa ist mit seinen Tausenden von Skills, die man zusätzlich hinzufügen kann, einfach nicht zu schlagen. Aber einen wirklichen Gewinner gibt es hier nicht. Es ist tatsächlich so, dass alle ihre Vorteile und Nachteile haben. Und man würde sich eigentlich eine Mischung aus allen dreien wünschen. Aber das wird wohl so schnell nicht passieren. Einen Wunsch habe ich für Siri. Siri sollte sehr schnell geöffnet werden. Weil, wenn ich mir vorstelle, dass Siri sich vielleicht auch mit anderen Diensten besser verstehen würde und noch mehr integriert werden würde, das wäre wirklich die ganz große Nummer. Und gerade in Bezug auf den Homepod, der ja jetzt irgendwann auch mal in Deutschland starten soll, wäre das eine sehr wichtige Geschichte. Also in diesem Sinne, bis nächste Woche. Ciao.

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