Portrait Björn Bobach

Coaching Blog & Podcast

Meine größte Krise und was ich daraus gelernt habe

28. Februar 2024

In dieser sehr persönlichen Folge erzähle ich von meiner schwersten Krise und den Lektionen, die ich daraus gelernt habe. Ich betone die Bedeutung persönlicher Erfahrungen für Coaches und wie sie die Empathie für ihre Klienten steigern können. Ich beschreibe die verschiedenen Ereignisse, die zu meiner Krise geführt haben, darunter eine schwierige Trennung, berufliche Probleme und eine toxische Beziehung. Ich erläutere, wie ich professionelle Hilfe suchte und die drei wichtigsten Lektionen, die ich daraus gelernt habe:

  • Du musst nicht alles alleine meistern
  • Sorge für dich selbst und
  • Mach aus der Krise eine Tugend

Durch diese Krise konnte ich persönlich wachsen und meine Berufung als Coach finden.

Takeaways

Persönliche Erfahrungen können die Empathie eines Coaches für seine Klienten steigern.

Es ist wichtig, sich in schwierigen Zeiten Hilfe zu suchen und nicht alles alleine meistern zu wollen.

Selbstfürsorge ist entscheidend, um aus einer Krise gestärkt hervorzugehen.

Schwierige Erfahrungen können zu persönlichem Wachstum und neuen beruflichen Möglichkeiten führen.

Kapitel

00:00 Einleitung

00:57 Persönliche Erfahrungen als Coach

04:37 Selbstständigkeit und Enttäuschung

06:04 Soziale Isolation und toxische Beziehung

07:35 Suche nach professioneller Hilfe

08:05 Lektion 1: Du musst nicht alles alleine meistern

09:01 Lektion 2: Sorge für dich selbst

12:07 Lektion 3: Mach aus der Krise eine Tugend

Björn (00:00.878)
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen, sehr persönlichen Folge von Klassicht, dem Coaching -Podcast mit mir, Björn Bobach. Ich freue mich, dass ihr dabei seid. Ja, und wie erwähnt, das ist eine sehr persönliche Folge, denn es geht um meine persönlich schwerste Krise und was ich daraus gelernt habe. Warum teile ich das mit euch? Denn das ist schon eine sehr private Geschichte, aber ich finde, das ist ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einer Krise mit viel Kraft

und viel neue Energie hervorgehen kann. Wie ein Phoenix aus der Asche möchte ich jetzt nicht sagen, das wäre zu viel. Aber es ist ein schönes Beispiel, wie man das Beste aus einer Situation ziehen kann und hinterher eigentlich stärker ist als vorher. Ich finde es außerdem auch entscheidend, dabei nochmal zu betonen, wie wichtig persönliche Erfahrungen gerade auch als Coach sind. Denn das steigert natürlich auch nochmal die Empathie für sein Gegenüber, für seinen Klienten.

Gerade wenn man vielleicht in ähnlichen Situationen schon mal gesteckt hat. Natürlich ist dann nicht die eigene Lösung die Lösung des Klienten, aber es schärft die Sinne dafür. Ja, also meine persönlich schwerste Krise direkt vorweg. Es gab kein singuläres großes Ereignis, was diese Krise ausgelöst hat. Es gab also nicht eine Sache, sondern es war eine Akkumulation von Dingen, die sich dann auch noch gegenseitig potenzierten.

die dazu geführt hat, haben, dass ich dann an einer Situation war, die überhaupt nicht mehr schön war. Das Ganze fing sehr wahrscheinlich an und das Ganze ist jetzt auch schon wieder sehr, sehr lange her, das muss ich dazu sagen, zehn Jahre sind es bestimmt jetzt. Fing also damit an, dass ich eine sehr unschöne Trennung hatte, wo dann im Zuge der Trennung auch noch sehr unschöne Dinge so ans Tageslicht kamen. Also Dinge, die mich fassungslos zurückließen.

die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Und das Ganze hat mich sehr geknickt. Also da war ich schon in so einer Grundstimmung von, wie kann das eigentlich sein und was ist mir da nur widerfahren? Ja, und dann hatte ich eine ungünstige berufliche Entwicklung meines einstigen Traumjobs. Also da sind Dinge passiert, wo ich tatsächlich blind hineingetaumelt bin in schwierige Situationen.

Björn (02:21.422)
Die hatten viel damit zu tun. Rückblickend weiß ich das, dass da Narzissmus um mich rum zu gange war und ich hatte einen total mangelnden Selbstschutz. Jetzt über die Situation damals reflektiert, war mir damals nicht so bewusst. Aber ich bin also in eine Situation geraten, die für mich nur noch stressig und unangenehm wurde und wo ich auch überhaupt keinen Ausweg rausfahre.

Ja, und der vermeintliche Ausweg war dann der Schritt in die Selbstständigkeit. Und das wurde mir damals von außen herangetragen. Das war auch rückblickend noch der richtige Schritt, weil das ist jetzt für mich genau die richtige Situation. Aber ich habe mich damals auf Dinge verlassen, die ich nicht schriftlich hatte, weil ich halt unglaublich vertraut habe. Es war auch jemand aus meinem näheren Umfeld. Und das Ganze endete mit einer riesigen Enttäuschung.

Und das war dann noch daran gekoppelt, dass ich sozial auf einmal total isoliert war. Also ich habe vorher in einem riesengroßen Team gearbeitet, dann von jetzt auf gleich, meistens im Homeoffice, war also völlig alleine und hatte offensichtlich auch ein mangelndes Verständnis dafür, was Freunde eigentlich bedeuten können. Denn ich hatte eigentlich damals auch schon genug Freunde, aber die haben mir in der Situation irgendwie auch nichts gebracht. Also ich fühlte mich sozial isoliert.

Die berufliche Situation, diese Selbstständigkeit wurde auch immer schwieriger. Nicht unbedingt finanziell, das war nicht das Thema, sondern es wurde einfach mein eigenes Ziel überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Also da habe ich aber auch nicht genug gegengesteuert direkt. Habe ich zwar so ein bisschen, aber nicht mit dem Nachdruck, den ich vielleicht hätte haben müssen, rückblickend betrachtet. Also ich war da in einer totalen Stresssituation.

Beruflich total getrieben, sozial isoliert. Ich hab mich einsam gefühlt. Hatte wirklich schlechten Familienrückhalt. Da komm ich gleich auch noch mal drauf. Und dann hab ich mich völlig blinden Auge in eine neue, noch toxischere, ich will’s in Anführungsstrichen Beziehung nennen, also in Anführungsstrichen Gesetz Beziehung gestürzt, die wieder was mit Narzissmus zu tun hatte.

Björn (04:37.742)
Und da wurde mir auch meine mangelnde Selbstversorge eigentlich schon mehr als deutlich. Aber wie das dann so ist, Augen zu und weiter immer rein ins Verderben. Und das endet natürlich auch überhaupt nicht gut in einem totalen Desaster. Und dann war ich schon wirklich ziemlich am Boden. Was dem natürlich komplett immer übergeordnet ist, ist die Tatsache, dass ich die frühen Wahrzeichen immer ignoriert habe. Ich habe jetzt ein paar Mal den Begriff blinden

sehenden Auges oder blind hineingetaumelt benutzt und das ist tatsächlich so, dass ich das eigentlich schon wusste, dass das nicht gut ist. Aber ich bin einfach in mein Unheil immer weiter reingeritten und konnte da auch gar nicht anders. Also ich mache in dem Moment auch keinen Vorwurf an die anderen oder die Umgebung, die dann mit dazu geführt hat, dass es mir nicht gut ging, denn ich hätte mich ja schützen können. Ich hätte ja selber entscheiden können.

Das sollte aufhören. Habe es aber nicht getan. So wurde das ganze Drama immer schlimmer. Ja, und das gipfelte dann schließlich im Tod meiner Mutter. Das kam relativ plötzlich. Die ist an einem Krebsleiden sehr, sehr schnell verstorben. Aber das war eine schwierige Beziehung, die ich zu ihr hatte. Wie ich sowieso ein sehr schwieriges Elternhaus hatte und keinen großen familiären Rückhalt. Da will ich jetzt gar nicht näher drauf eingehen. Das wäre ein völlig anderes Thema.

Aber dieses Ereignis, der Tod der Mutter, hat dann dem Ganzen noch mal die Krone aufgesetzt und da habe ich mich also völlig allein gefühlt und da leitete sich sehr viel draus ab und es war für mich Zeit, wirklich an die Wurzeln zu gehen und zu erforschen, woran hat es denn nun gelegen. Wie konnte ich das zulassen und was hat dazu geführt, dass es mir sukzessive mit jedem Ereignis immer schlechter und schlechter ging.

Und schlecht jetzt nicht im Sinne von hochgradig depressiv. Also ich hab jetzt nicht wie ein wirklich klinisch depressiver Mensch monatelang im Bett gelegen und kam nicht raus. Das nicht. Ich hatte immer Tatendrang. Ich war auch immer fleißig und hab immer gearbeitet. Aber ich war zutiefst verunsichert, sehr rastlos und auch teilweise völlig anspruchslos sozialen Interaktionen gegenüber. Also Hauptsache, ich hatte Kontakt zu anderen Menschen in irgendeiner Form. Und …

Björn (07:04.622)
Das hat mir natürlich auch dann im Endeffekt nicht gut getan, weil das dann wieder so ein bisschen, ja, wahllos möchte ich nicht sagen, da würde ich den anderen Menschen auch unrecht tun. Aber es hatte zumindest nie diesen übergeordneten Filter, tut mir das überhaupt gut. Das musste erst wiederkommen und vor allem erlernt werden. Ja, also da war ich dann wirklich ziemlich am Boden. Ich habe mir dann professionelle Hilfe gesucht. Also ich habe gedacht, das schaffe ich alleine nicht.

und habe mir dann jemanden gesucht und bin da auch untergekommen bei einer Frau, die mir sehr, sehr geholfen hat. Und ich habe im Prinzip drei Lektionen daraus gelernt. Und die möchte ich jetzt mit euch teilen, weil ich glaube, das ist etwas universelles. Aber für mich speziell in der Situation war das unglaublich wichtig. Die erste Lektion lautet, du musst nicht alles alleine meistern.

Das geht sehr, sehr vielen Menschen so. Also das erlebe ich jetzt auch mit meinen Klienten immer oder immer häufiger eigentlich. Das hat natürlich auch mit unserer gesellschaftlichen Struktur zu tun und der zunehmenden Isolation durch soziale Medien, die Oberflächlichkeit, die dadurch natürlich in zwischenmenschlichen Interaktionen Einzug gehalten hat. Aber ich hatte eine sehr frühe Prägung und war gewohnt, alles alleine meistern zu müssen.

Und das kommt dazu, auch für andere alles alleine meistern zu müssen. Also ich habe im Prinzip sehr früh schon Verantwortung übernehmen müssen und habe das auf meine eigenen Kosten getan. Außerdem, nach Hilfefragen war für mich damals immer ein Zeichen von Schwäche. Also ich habe immer gedacht, wenn ich um Hilfe frage oder mir Hilfe suche, ist das ein Zeichen von Schwäche.

Und dann fiel mal ein entscheidender Satz in einem Gespräch und das der lautete, also jetzt auf die Ich -Form übersetzt, wenn ich niemandem sage, wie es mir wirklich geht, werde ich auch nie erfahren und vor allem spüren, wer wirklich an meiner Seite steht und für mich da ist. Tja, das war damals ein Hammer für mich. Das war ein totaler Eiobner. Und …

Björn (09:26.542)
Das hat mich dann zwar sehr viel Überwindung gekostet, wirklich den Hörer in die Hand zu nehmen, meine Freunde anzurufen, zu sagen, hör mal, das ist gerade die Situation, mir geht es auch überhaupt nicht gut. Da wurde auch viel geweint. Also das war ein totales Ventil. Aber es war dann eine sehr, sehr positive Erfahrung. Denn ich habe erlebt, dass ich wirklich Freunde hatte und habe, die alles stehen ließen und auch immer noch lassen, um mich zu unterstützen, wenn es mir nicht gut geht.

Und das auch bedingungslos. Also bedingungslose Zuneigung, auch wenn ich selber Mist baue, und das tue ich ja auch, ich bin ja auch nur ein Mensch, sind die für mich da. Haben die ein Ohr und haben die tatsächlich auch immer so eine Art Steigbügel, der mir hilft, aus einer Tiefe wieder rauszukommen. Es hat sich auch die Spreu vom Weizen getrennt. Und das meine ich nicht abwertend den Menschen gegenüber, die ich vielleicht zurückgelassen habe.

Aber es war für mich halt auch so eine Phase, wo ich gemerkt habe, was passt denn eigentlich nicht zu mir. Also, welche Gespräche tun mir wirklich gut und welche tun mir nicht gut. Und das meine ich nicht, wie gesagt, abwertend, sondern einfach, dass ich hier eine Selbstfürsorge gelernt habe, zu schauen, was brauche ich eigentlich und wen brauche ich eigentlich. Ja, und dieser Filter ist auch sehr nachhaltig geworden, denn im Gegensatz zu früher, achte ich jetzt auch …

bei neuen Begegnungen relativ früh schon darauf, ob mir jemand wirklich langfristig gut tut. Und das meine ich nicht nur an Beziehungen, also romantischen Beziehungen, sondern auch Freundschaften, auch geschäftliche Beziehungen, habe ich jetzt sehr, sehr früh einen Filter eingebaut, wo ich mich frage, ist das für mich wirklich eine gute, langfristige Beziehung?

Und das hat mir auch durch extrem schwierige Situationen danach bereits sehr gut geholfen. Dieses Nachhilfe -Fragen. Ich hatte dann, nachdem ich diese Krise eigentlich lange überwunden hatte, eine andere, sehr unangenehme wirtschaftliche Situation. Die waren nicht mal selbst verschuldet. Da muss ich jetzt auch nicht weiter drauf eingehen. Ich war auch jetzt nicht pleit oder so, aber ich hatte unglaublich hohe Belastungen. Und das habe ich auch so erzählt, wie es war. Und auch da kamen Freunde.

Björn (11:39.148)
zur Seite und haben mir geholfen, wofür ich natürlich unendlich dankbar war. Aber das hätte ich mich vorher gar nicht gewagt. Also da hätte ich mich nicht getraut. Stichwort Zeichen von Schwäche und mir selbst Vorwürfe machen sowas. Das war dann schon kein Thema mehr. Also das habe ich durch diese Krise gelernt, dass ich es nicht alleine machen muss, wenn es auch gar nicht alleine zu bewältigen ist. Und da ist natürlich auch die Erkenntnis für mich ganz wichtig gewesen.

dass ich so etwas verdient habe. Das habe ich mir vorher gar nicht zugestanden, dass mir persönlich auch Hilfe zusteht und dass ich die persönlich auch verdient habe, dadurch dass ich auch ein guter Freund bin. Also diese erste Lektion war, glaube ich, eine ganz entscheidende und vielleicht fast die entscheidendste, dass ich das nicht alleine machen muss, sondern dass ich mich da sehr wohl auf Hilfe berufen kann und dass es sehr viele Menschen in meinem Umfeld gibt, die mir helfen wollen.

und das auch getan haben und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Die zweite Lektion ist jetzt nach innen gerichtet, weil die erste war ja, ich muss es nicht alleine machen, aber die zweite ist Sorge für dich selbst. Auch das hat natürlich wieder mit meinen alten Glaubenssätzen zu tun und der Art, wie ich geprägt bin, denn in meiner Familie damals war eigentlich so das Mantra Hauptsache wirtschaftlich erfolgreich, also Hauptsache viel Geld verdienen. Ja, und das habe ich persönlich durchbrochen.

Ich habe eigene Maßstäbe entwickelt, wirtschaftlich und persönlich, was mich eigentlich glücklich macht und was meine Definition von Glück ist. Und da habe ich mich dann individuell ganz neu aufgestellt und mich nicht mehr davon abhängig gemacht, was mir da irgendwann mal ins Hirn gepflanzt wurde. Da hat mir sehr viel auf dem Weg geholfen. Ganz vorneweg die immer wieder beschworene Achtsamkeit. Ich habe das mit dem, das habe ich auch schon oft erwähnt, auch in Podcastfolgen mit meinem Coaching -Kollegen Jan.

Björn (13:41.27)
Mit dem Sechs -Minuten -Tagebuch habe ich das gemacht. Das war unheimlich positiv, was ich damit erlebt habe. Und auch Stichwort Glaubenssätze nochmal. Ich habe mich von alten Glaubenssätzen befreit, die mir den Spaß an Dingen verdorben haben, die mir unglaublich wichtig waren. Es war bei mir zum Beispiel Reisen. Reisen ist etwas, was mich unglaublich mit Glück erfüllt. Und das muss nicht immer eine Weltreise sein. Ich komme …

Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück. Das ist natürlich das Aufregendste und Tollste, wenn man dann weit wegfährt. Aber es sind auch die Kleidenreisen, die ich mir zugestanden habe. Mal für ein Wochenende an die Küste nach Holland fahren, so was. Das habe ich mir gar nicht zugestanden, weil ich immer ein schlechtes Gewissen gemacht bekommen habe, wenn ich mir Auszeiten genommen habe. Also die Freiheit konnte ich mir daneben, als ich mit meinen eigenen Glaubenssätzen aufgeräumt habe.

Das ist jetzt ein Beispiel mit dem Reisen, da gab es noch ein paar andere. Aber das war ganz ganz wichtig in der Selbstfürsorge. Und auch Selbstfürsorge, ich habe Vermeidung reduziert. Ich habe schon mal den Satz gesagt, Vermeidung ist die Wurzel allen Übels. Da stehe ich auch immer noch hinter. Aber Vermeidung ist auch gleichzeitig ein Grundantrieb von uns. Denn wir Menschen, so wie jedes

Liebe Wesen, ist darauf getrimmt, Schmerz zu vermeiden. Nun sehe ich das Ganze aber ein bisschen unter dem Stichwort Selbstversorge langfristiger, weil ich mir schon überlege, erspart mir das gerade wirklich Leid, wenn ich das vermeide oder zögert das nur etwas heraus, was dann später vielleicht noch viel, viel größer ist. Also was ich mir angewöhnt habe, ist, dass ich Dinge vermeide, die mir mittel – bis langfristig zum Problem werden könnten. Also da sind

wirtschaftliche Dinge, auch zwischenmenschliche Dinge, dass ich manche Sachen sehr, sehr schnell anspreche, weil ich einfach weiß, wenn ich das nicht tue, wird mir da irgendwann ein Strick draus. Und das habe ich früher auch nicht gemacht, weil da war für mich ganz wichtig, bloß keinen Schmerzempfinden, bloß immer glücklich scheinen, nicht unbedingt sein. Und das war natürlich nicht gesund. Deswegen bin ich jetzt immer im Dialog mit meinem Gegenüber.

Björn (16:02.318)
Ich mache selten Alleingänge bei irgendwelchen Problematiken und versuche so etwas sehr frühzeitig aus dem Weg zu räumen, damit es einfach sich nicht aufhäuft und dann irgendwann ein Riesenproblem draus geworden ist. Ja, und die dritte Lektion aus der Krux eine Tugend machen. Und das liegt ja jetzt schon fast auf der Hand, wenn ihr mir folgt und wenn ihr mir öfter zuhört, ihr wisst ja, was ich beruflich mache. Nun bin ich Coach geworden und das ist tatsächlich

aus der Erkenntnis, dass ich ein unglaublich starkes Bedürfnis habe, anderen zu helfen und sie zu unterstützen. Und beim Erforschen meiner Werte, das Thema hatten wir ja im letzten Monat, sind Solidarität und Loyalität auch unglaublich starke Grundwerte von mir. Ja, das kann ein Problem sein, Helfer -Syndrom, ne? Aber anstatt mir das Ganze abzugewöhnen, habe ich mir einen neuen Kanal gesucht.

wie ich das ausleben kann, weil das ist etwas, was mich zutiefst glücklich macht. Wenn ich jemanden unterstützen kann und sehe, dass die Hilfe auch fruchtet, macht mich das unfassbar zufrieden. Also habe ich das Ganze auf ein gesundes Maß reduziert, nicht mehr ohne Acht auf mich selbst und habe es dann in eine Profession umgewandelt. Das heißt, ich wollte dann seriöser und professioneller Coach werden mit einer richtigen Ausbildung. Das war mir immer ganz wichtig.

Weil es gibt ja genug Coaches, die gar keine sind. Das ist ja auch in den Medien gerade ein großes Thema. Es gibt auch innerhalb der Coachingwelt ganz große Strömungen, dass dieser Begriff Coach endlich in irgendeiner Form abgesichert ist, damit jeder Klient auch weiß, dass er an einen seriösen Coach gerät. Und was ich daran so schätze, ist diese Hilfe ohne Beformung, was ich überhaupt nicht mag. Also das mag ich auch selber nicht, wenn mir jemand sagt,

musst, du sollst, mach jetzt dies, mach jetzt das. Natürlich, wenn man fragt, was würdest du tun, dann möchte man so eine Antwort bekommen, aber das ist ja etwas, was ein Coach selten macht oder nur sehr, sehr, sehr, sehr extremen Situationen, wenn wirklich eine Intervention notwendig ist, da einzuschreiben, sagen, das ist jetzt das, was man tun muss. Also, das passiert bei mir sehr, sehr selten.

Björn (18:21.934)
dann ist es eine nachhaltige Form von Unterstützung. Es ist nicht nur so schnell, ich helfe mal, weil dann fühle ich mich wie ein guter Mensch. Das gibt es ja auch so öffentlich. Ich helfe jetzt ganz öffentlich und ganz deutlich zur Schau gestellt, damit alle ein tolles Bild von mir haben. Darum geht es gar nicht. Es geht ja darum, eine nachhaltige Hilfe zu geben, die auch die Selbsthilfe bei anderen aktiviert. Und das ist unglaublich zufriedenstellend und befriedigend, wenn man das bei einem Klienten beobachtet, der dann …

vor einem quasi den Groschenfallen hört und wo sich dann der Blick verändert und auf einmal so eine ganz große Klarheit aufkommt, was jetzt eigentlich für einen selbst angesagt ist. Deswegen, klar sich, daher kommt auch der Name des Vodcasts. Und das ganze Thema Coaching ist natürlich auch etwas, was ich langfristig ausleben und ausbauen kann, wo mein, ist noch so ein Grundprinzip bei mir, immer weiter lernen, nie auf der Stelle stehen, ist auch ein Wert, dazu lernen.

Das wird immer wieder gefüttert. Das heißt, ich kann mich immer weiterentwickeln, ich kann das langfristig machen und auch dieses Grundbedürfnis und diesen Grundwert langfristig befriedigen. Und zu guter Letzt hat das Ganze natürlich diese Tugend, die ich aus der Krug gemacht habe, enorme Auswirkungen auf alles, was ich mache. Also nicht nur für mich selbst, sondern auch jegliche soziale Interaktion, die ich habe. Denn bei mir ist immer der Grundgedanke, was brauche ich und was braucht der andere gerade.

Und das hätte ich durch diese Coaching -Ausbildung nicht in der Form ausgeprickt. Ich war immer schon ein empathischer Mensch, aber das ist jetzt ein Ding, wo ich fast immer einen Unbewussten schon fast Filter habe. Was brauche ich und was braucht der andere? Also nicht zu viel Selbstlosigkeit und immer ein Augenmerk darauf, in welcher Situation mein Gegenüber ist. Egal, ob es jetzt beruflich oder privat ist und was mein Gegenüber gerade überhaupt benötigt.

und was ich dann halt auch zu leisten in der Lage bin, ohne mich selbst zu vernachlässigen.

Björn (20:26.926)
Das sind die drei Lektionen. Du musst nichts alleine meistern, sorge für dich selbst und mach aus der Krux eine Tugend. Und das ist mir recht gut gelungen. Ich bin jetzt sehr zufrieden und glücklich und kann nur sagen, diese Krise damals hat mich enorm weitergebracht, weil ich sie bewusst angegangen bin und weil ich da stärker draus gezogen.

Das war mal eine ganz andere Folge des Podcasts. Sehr persönlich, wie gesagt. Ein bisschen Self -Revelation, wie man das so in der Szene nennt. Aber ich glaube, das kann euch was bringen. Ich würde mich natürlich über Feedback freuen. Ihr könnt mich wie immer über meine Website kontaktieren oder auch über Kommentare hier unter diesem Podcast folgen. Und da freue ich mich natürlich drüber auch. Sonst natürlich über Themenvorschläge. Und wenn ihr mir treu bleibt und diesem Podcast vielleicht ein Like schenkt.

Ich bedanke mich fürs Zuhören und ich sage bis zum nächsten Monat. Macht’s gut, ciao!

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