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Optimismus als Lebensphilosophie: Was wir von Churchill lernen können

1. Dezember 2023

In dieser Folge diskutieren wir über Winston Churchills Zitat „Ich bin ein Optimist. Es scheint keinen großen Sinn zu haben, etwas anderes zu sein.” Wir befassen uns mit den Unterschieden zwischen optimistischen und pessimistischen Einstellungen und diskutieren die Idee, dass Optimismus eine Entscheidung und nicht nur angeboren ist.

Wir geben auch Ratschläge, wie man optimistischer werden kann, indem man Dankbarkeit übt, sich auf den gegenwärtigen Moment konzentriert und lernt, die positiven Aspekte in schwierigen Situationen zu sehen. Darüber hinaus gehen wir auf die Rolle der Neuroplastizität bei der Bildung neuer, positiver Denkmuster ein (auch im Coaching) und auf die Bedeutung, negative Gedanken und Gefühle ohne Urteil anzuerkennen und zu akzeptieren.

Abschnitte:

00:00 Einführung und Angebotsdiskussion

03:32 Optimismus und Pessimismus verstehen

07:57 Die Rolle der Akzeptanz im Optimismus

10:00 Praktische Schritte, um optimistischer zu werden

11:24 Die Bedeutung von Geduld und Beharrlichkeit

12:59 Die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks und der Akzeptanz

22:52 Fazit und Abschied

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Jan (00:01.354)
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach & Coach mit Björn Bobach. Hallo Björn!

Björn (00:09.518)
Hallo Jan.

Jan (00:10.986)
und mit mir Jan Franke. Ich freue mich, dass wir heute wieder zusammen sind und starte mal mit einem kleinen Zitat, das da lautet, ich bin ein Optimist, es scheint nicht viel Sinn zu ergeben, irgendetwas anderes zu sein. Zitat Ende. Winston Churchill.

Dieses Zitat habe ich gefunden in einem Journal, was ich nutze. Haben wir auch an anderer Stelle schon mal darüber gesprochen. Das 6-Minuten-Tagebuch. Und das lag hier heute Morgen auf meinem Tisch. Und ich habe dann auch nochmal darüber nachgedacht und habe gedacht, was es eigentlich für ein spannendes Zitat ist. Ich bin ein Optimist. Es scheint nicht viel Sinn zu geben, etwas anderes zu sein.

Was geht dir dadurch den Kopfführen?

Björn (01:10.414)
Ich muss direkt sagen, ich würde mich als Optimist bezeichnen, aber der erste Gedanke ist, dass das die… Dass die Situation, in der wir momentan so leben, es natürlich auch schwer macht, Optimist zu bleiben. Ich denke da an die Nachrichtenlage, an die Art der Berichterstattung, dass wir ja eigentlich bombardiert werden mit negativen Einflüssen, negativen Nachrichten.

Also man muss nur eine der gängigen Nachrichten-Apps auf dem Telefon aufmachen, dann kriegt man ja eigentlich sofort schlechte Laune. Und das ist tatsächlich auch eine, manchmal eine Kraftanstrengung, ist optimistisch zu bleiben. Und ich glaube, deswegen wollen wir ja auch darüber sprechen, weil eine optimistische Haltung, eine optimistische Lebenseinstellung einem vieles ja sehr, sehr viel einfacher macht. Das ist so der erste Gedanke.

den ich habe. Und der zweite Gedanke ist, dass ich glaube, dass es selbst für einen super optimistischen Menschen Momente und Phasen im Leben geben kann, wo einem das abhanden kommt. Wo man aufgrund verschiedener Schicksalsschläge, aufgrund von beruflichen Umständen, gesundheitlichen Umständen, was auch immer, man in so ein Negativ so geraten kann und dann das Gegenteil ist.

Pessimist und das zu verstehen, was ist eigentlich das eine, was das andere, wie unterscheidet sich das und wie kann man aus dem Pessimismus rausfinden, finde ich ist ein ganz wichtiges Thema auch im Coaching.

Jan (02:48.49)
Ja, das was mir da durch den Kopf geht bei diesem Zitat oder was ich halt eben so interessant finde ist diese Aussage, ich bin ein Optimist, es macht nicht viel Sinn etwas anderes zu sein, weil das impliziert eine Entscheidung. Das impliziert die Entscheidung, dass man Optimist sein möchte und das dann auch ist oder wird oder wie auch immer. Und das ist nämlich ein Punkt, der mir oder zumindest in meiner Wahrnehmung schon oft

Björn (03:02.222)
Hm.

Jan (03:18.218)
entgegengekommen ist, dass es eigentlich eine Aussage oftmals ist, ja ich bin halt ein Optimist oder ich bin halt ein Pessimist, so als wäre das naturgegeben. Und das ist ja ein Punkt, worüber man diskutieren kann, wozu es auch Forschung gibt in Summe und womit man unter Umständen auch arbeiten kann, kommen wir jetzt vielleicht auch gleich nochmal dazu. Aber in der Tat, wenn ich jetzt irgendwie sage, was ist denn ein Optimist, dann ist ja auch die Frage, was ist ein Pessimist als Gegenpol dazu.

Und da gibt es unter anderem einen Forscher aus den USA, Martin Seligman, der hat dazu geforscht und hat eben unterschieden, dass Optimisten sozusagen die Ursache für angenehme Ergebnisse oder Ereignisse, Erfolge in sich selbst sehen und eben Dinge, die negativer sind als vorübergehend situationsbedingt in der Umgebung sehen. Und bei Pessimisten wäre es genau anders herum.

Das heißt also Pessimisten haben den Eindruck, dass eben die negativen Ergebnisse oder die Ereignisse gegeben sind, vielleicht auch langfristig sind in Teilen und dass sie aber auch selbst nicht viel daran tun können, um es zu ändern. So und das ist natürlich schon mal eine Grundeinstellung oder eine Perspektive, wie man auf das Leben schauen kann. Bin ich selbst in der Lage etwas zu tun und zu ändern? Sind Erfolge, sind positive Dinge von mir selbst beeinflussbar oder bin ich gewissermaßen ausgeliefert?

Björn (04:17.101)
Hm?

Björn (04:30.19)
Mmh.

Björn (04:46.862)
Ja, und das unterstreicht ja auch den Gedanken, den ich eben hatte, nochmal, dass natürlich, wenn man Dinge erlebt in einer Reihung, wo man vielleicht durch äußere Umstände oder wo eine negative Sache das andere jagt, es sehr schwer ist, daran zu glauben, dass man selber die Macht hat, positive Dinge zu bewirken oder dass man in eine Art Gelähmtheit verfällt.

und meint, man kann es eh nicht ändern, weil von außen kommt ja alles negative. Oder alles, was man gemacht hat, jede Entscheidung, die man getroffen hat, mündet den etwas negativen. Und deswegen meine ich auch, da kann sich, glaube ich, keiner von komplett freisprechen, dass einem so was passieren kann, je nachdem, was es für eine Reihung von Dingen gibt. Und spannend ist natürlich diese Grundhaltung.

Diese unterschiedliche Grundhaltung, entweder das Positive kommt von mir und das Negative kommt von außen und das akzeptiere ich einfach, das nehme ich einfach hin. Oder zu sagen, ich bewirke nur Negatives und ich muss darauf warten, dass etwas Positives mal von außen kommt. Und dann wird alles wieder gut. Also man ist im Prinzip entweder steht man auf seinen Füßen oder man liegt auf seinem Rücken. Also entweder man läuft selber oder man wartet darauf, dass etwas von außen kommt und einen

Jan (05:46.314)
Mhm.

Jan (06:04.682)
Hmm.

Jan (06:09.45)
Ja, beziehungsweise bei den Pessimisten ist ja sogar so, dass sie dann nicht mal hoffen unter Umständen, dass von außen was kommt und was sie rettet, sondern dass sie eher davon ausgehen, dass halt eben Dinge, die jetzt schlecht sind, im Außen auch dauerhaft so bleiben.

Björn (06:09.71)
um

Björn (06:21.934)
Ja. Dass man es nicht beeinflussen kann, dass es außerhalb des eigenen Wirkungskreises ist.

Jan (06:24.426)
Genau, und dass auch die Dinge, die beispielsweise in einem Lebensbereich passieren und angenehm sind, dass die sich auch auf andere Dinge übertragen. Also, sagen wir mal, beruflich läuft irgendwas schief und man bekommt ein negatives Feedback im Job und deshalb fühlt man sich vielleicht auch als Familienmensch.

Björn (06:34.222)
Ja.

Jan (06:47.69)
negativ bewertet oder, na also, man überträgt das, dass man vielleicht woanders eine negativere Wertigkeit hätte oder wie auch immer, nimmt das im Prinzip mit, dass man vielleicht nicht genügt auch in anderen Lebensbereichen, was ja völlig unterschiedlich sein kann.

Björn (06:49.934)
Hm.

Björn (07:00.366)
Es gibt ja auch dieses Phänomen, dass man manchmal den Eindruck hat, dass alles Negative sich so bündelt an einer Stelle. Also passiert eine negative Geschichte und dann kommt noch was und noch was und noch was und man denkt, warum versammelt sich das immer? Und das hat ja auch ganz viel mit uns selbst zu tun. Also wenn ich mit einer negativen Einstellung, weil mir irgendwie privat was widerfahren ist, zum Job gehe und das dann auch entsprechend da ausstrahle…

Jan (07:07.85)
Mhm.

Jan (07:24.586)
Mmh.

Jan (07:29.034)
Mhm.

Björn (07:29.422)
ist es vielleicht auch gar nicht verwunderlich, wenn ich dann da auch mit negativen Gesprächen konfrontiert bin. Oder sich der Freundeskreis abwendet. Ja, genau, diese Priminggeschichte auch wieder, über die wir ja auch schon mal gesprochen haben. Weil man in dem Moment vielleicht nicht sich klar darüber ist, dass man sehr wohl in der gestalterischen Rolle ist. Auch wenn jetzt gerade vielleicht von außen etwas Negatives gekommen ist oder sich irgendetwas Negatives ereignet hat.

Jan (07:35.722)
Mhm. Es ist geprimed.

Jan (07:57.098)
Mmh.

Björn (07:58.35)
Das bedingt das natürlich dann auch. Ja, die Frage ist für mich ganz wichtig. Und ich glaube, darum sollte es ja auch heute gehen. Vor allem wie schafft man es, optimistisch zu werden oder optimistisch her zu werden? Man muss ja nicht gerade der Vorzeige optimist sein. Auch jedem Menschen zugestanden, auch mal negative Gedanken zu haben und die auch formulieren zu dürfen. Also das ist ja ganz klar. Wir beide haben ja auch schon mal darüber gesprochen, dass dieses zwanghaft positive nun auch überhaupt nicht gesund ist. Aber wie schafft man es?

Jan (08:00.362)
Ja.

Jan (08:25.258)
Mhm.

Björn (08:28.206)
optimistischer zu werden. Also wie kann man diese Entscheidung treffen, die Churchill getroffen hat? Ich bin ein Optimist, weil es alles andere macht eigentlich keinen Sinn. Wie kann man das schaffen?

Jan (08:37.033)
Ja, also erstmal könnte man nochmal die grundsätzliche Frage stellen, ist es überhaupt möglich, das zu tun oder nicht, weil das ist jetzt ein Zitat von Churchill und die Forschung zumindest, das was mir jetzt so geläufig ist, ist, dass, oder die Forschung sagt dazu, dass jetzt die Tendenz zu Optimismus, ja oder nein, nur zu 25 Prozent im Grunde genommen

Das heißt, der Großteil ist tatsächlich anpassbar über Sozialisierung, dann eben eigene Entwicklung und so weiter und so fort. Und auch der Martin Seligman hatte die Einstellung aus seiner Forschung, die er gemacht hat, dass eine optimistische Lebenseinstellung erlernbar ist. Das ist ja erstmal eine gute Botschaft. Also man ist der Sache nicht ausgeliefert, sondern man kann das tun. Und dann ist tatsächlich die Frage, wie übt man das auch da? Wir haben ja schon mal über das Thema Neuroplastizität des Gehirns gesprochen.

Björn (09:18.862)
Hm. Hm?

Jan (09:31.754)
Wenn ich die letzten Jahre oder wenn ich einen Großteil meines Lebens mit Gedanken beschäftigt war, die vielleicht eher pessimistischer Natur sind oder womit es auch schwerfiel, dann wird es wahrscheinlich nicht so sein, dass ich von heute auf morgen sage, jetzt bin ich Optimist und werde nie wieder an dieses Muster zurückfallen, sondern ich muss es aktiv auch trainieren. Und das heißt, ich muss in meinem Gehirn immer mehr Verbindungen schaffen, die halt eben optimistisches Denken.

Björn (09:53.262)
Hm.

Jan (10:02.058)
fördern bzw. ermöglichen. Und das heißt, was helfen kann, ist, dass man tatsächlich beginnt auch täglich einzustudieren, was ist das Gute in den Dingen, also das zu sehen. Das heißt, wenn meine natürliche Reaktion ist, es ist ja klar, dass mir das jetzt wieder passiert, dass ich die Bahn verpasst habe, ist die Frage, was könnte auch das Gute in dem Zusammenhang sein? Oder muss ich an dieser Stelle überhaupt sagen, ist es gut oder schlecht, oder kann ich es einfach als akzeptieren?

Mensch, da ist die Bahn jetzt weggefahren von meiner Nase. Naja, aber zumindest ist mir jetzt klar, dass ich vielleicht morgen mal fünf Minuten früher losgehe. Dann habe ich nicht diesen Stress und dann wird es auch klappen. So, genauso in vielen anderen Dingen. Was ist das Positive? Was ist auch das, wofür ich dankbar sein kann? Und was ist vielleicht auch ein positives Szenario, wie sich die Dinge entwickeln können? Weil oftmals ist man ja oder gibt es diese Situation, dass

Björn (10:39.022)
Hm.

Jan (10:56.97)
dann im Prinzip auch so ein Negativschleifen dann passieren, dass Menschen darüber nachdenken, was könnte alles am schlimmsten passieren? Und genauso kann man aber natürlich sich auch ausmalen, was wären denn die positiven Aspekte, wie sich eine Situation entwickeln könnte? Und hier ganz aktiv eben erstmal für sich feststellen, wo rutsche ich jetzt quasi in pessimistisches Denken ab? Wo kann ich meinen Stopp machen? Und wie kann ich das gegebenenfalls auch anders interpretieren und das tatsächlich täglich zu machen? Ich würde sogar dazu raten, Dinge da…

Björn (11:09.966)
Hm.

Björn (11:22.766)
Hm.

Jan (11:26.41)
aufzuschreiben.

Björn (11:27.406)
Also ich möchte direkt darauf zurückkommen, was du ganz am Anfang jetzt gesagt hast, dass bezüglich der Neuroplastizität, dass es unglaublich wichtig ist, glaube ich, mit Geduld an sowas ranzugehen. Das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Das sind langwierige Prozesse, also jetzt nicht jahrelange, aber eher wochenlange Prozesse, bis unser Hirn lernt, neue Verknüpfungen zu erstellen. Das kann einfach dauern.

Jan (11:39.498)
Mhm.

Björn (11:54.062)
Es ist natürlich ein bisschen fatal, wenn ich jetzt ein pessimistischer Mensch bin und ich nehme mir vor, ich möchte jetzt optimistischer sein und dann passiert mir direkt zwei Tage später wieder etwas, was mich total nach unten zieht. Das ist zu erwarten. Ich glaube, das muss man direkt vorausschicken, dass diese Veränderungen, wie du es gesagt hast, einfach Zeit brauchen. Ich finde das mit dem Aufschreiben ganz wichtig und ganz wunderbar als als guten Rat, wie man sowas überhaupt anfangen kann.

Und du hast ja das Sechs-Minuten-Tagebuch zum Beispiel schon erwähnt. Da gibt es ja auch mittlerweile jede Menge andere Formate, auch so in Buchform, die einem helfen können, das zu trainieren. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Schritt. Aber die Grundhaltung, da würde ich gerne nochmal drauf zurückkommen. Die Grundhaltung ist ja, erstmal das zu akzeptieren, dass es so ist. Also die Akzeptanz.

auch dass ich gerade ein Pessimist bin, dass ich pessimistisch bin. Und dass das halt so ist und dass das auch okay ist. Also dass es für den Moment auch nicht zu ändern ist, dass ich erst mal ein pessimistischer Mensch bin. Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Voraussetzung, um überhaupt etwas zu ändern.

Jan (12:54.378)
Mmh.

Jan (13:03.69)
Ja, also da ist halt so ein Stück der Punkt, da würde ich gerne einmal einhaken und zwar ist ja die Frage, muss ich mich überhaupt identifizieren als Optimist oder Pessimist in der Art und Weise? Oder kann ich erstmal akzeptieren, dass ich manchmal negative Gedanken habe?

Björn (13:21.39)
Ja, oder da die Akzeptanz, genau. Also, dass das, ja, ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass es okay ist, dass man ein Pessimist ist, dass man negative Gedanken hat und sich nicht deswegen noch weiter runterzieht. Also, das ist, darum geht es mir vor allem. Das ist okay, dass ich vielleicht in einer Situation bin, in der ich vorrangig negative Gedanken habe und auch ein bisschen hoffnungslos vielleicht erstmal bin. Aber…

Jan (13:34.09)
Mhm.

Ja, okay.

Björn (13:50.414)
Mit dieser Akzeptanz sollte natürlich auch einhergehen der feste Glaube daran, dass sich das ändern kann. Ich glaube nur, wenn ich etwas nicht akzeptiere, dass etwas auf eine bestimmte Art gerade ist, kann ich es auch nicht ändern, weil dann verleugne ich ja die Situation, wie sie gerade ist und dann wird es mir nicht gelingen, sie zu ändern. Das ist, wie soll ich etwas ändern, was ich verleugne? Darum ging es mir. Was sind weitere Möglichkeiten auf dem Weg?

Jan (14:08.938)
Hm.

Jan (14:13.13)
Hm, okay.

Björn (14:17.838)
Optimist zu werden oder optimistischer zu sein. Optimisten sind ja oft nach vorne gewandt. Also die sind sehr zukunftsorientiert. Man, ich beobachte bei pessimistischen Grundhaltungen, auch wenn ich das mal hatte, eigentlich immer sehr den Blick nach hinten. Also dass man eher in die Vergangenheit schaut und ein bisschen darin rumrührt, was ist alles schlecht gelaufen? Also wäre der Blick in die Zukunft ein guter Tipp? Ist leicht gesagt.

Jan (14:21.13)
Fertig.

Jan (14:24.81)
Mhm.

Jan (14:45.866)
Ja, also tatsächlich bin ich mittlerweile eher ein Verfechter der Gegenwart und ein großer Fan der Gegenwart in dem Zusammenhang. Aber was beim Pessimismus natürlich in Teilen der Fall ist, ist die Schlussfolgerung, dass weil in der Vergangenheit Dinge negativ gelaufen sind, dass auch in der Zukunft so sein wird. Aber auch selbst wenn man das nicht in der Vergangenheitsbetrachtung machen würde, wäre ja quasi der Stand erstmal, dass was kommt wird wahrscheinlich schwierig oder schlecht oder wie auch immer.

Björn (14:52.078)
Ja.

Björn (15:06.318)
Mmh.

Jan (15:16.074)
beim Optimisten eher positiv. Aber grundsätzlich ist die Frage für mich, braucht es diese Bewertung, dass ich jetzt sage, das ist jetzt besonders gut oder besonders schlecht? Mir persönlich würde eigentlich unabhängig vom Optimismus, da klingt ja auch oftmals so was euphorisches mit. Es soll ja jetzt auch nicht dahingehen, dass man sagt, man lebt in einer Traumwelt.

Björn (15:25.518)
Hm?

Jan (15:42.666)
total tutti sein wird und nie irgendwie schwierige Situationen mit dabei sein werden. Aber die Grundanstellung könnte ja auch schon erstmal sein, Situationen wie sie existieren oder auch geschehen werden, sind dann in der Situation erstmal so. Da sind wir wieder bei der Akzeptanz. Sie sind weder gut oder schlecht, sondern sie sind erstmal einfach da. Und diese Bewertung, die machen wir am Ende des Tages selbst. So, aber die…

Björn (16:07.598)
Grüß dich.

Jan (16:09.738)
Möglichkeit oder die die Fähigkeit etwas daraus zu tun die liegt jeweils im aktuellen Moment immer in uns also wir können Selbst sagen okay wie gehe ich jetzt mit dieser situation um Ich kann wenn ich den bus verpasse stehen bleiben mich ärgern und wieder nach hause gehen oder ich kann gucken okay Thema ist passiert wie geht es jetzt weiter

Björn (16:18.83)
Hm?

Jan (16:35.946)
Und wie kann ich trotzdem noch das Beste daraus machen? Und was kann ich, wie gesagt, als Gutes aus diesen Situationen sehen? Und von daher wäre diese, ist das Einüben einer Einstellung, in der man sagt, okay, die Dinge, die passieren, die passieren erst mal. Aber ich habe grundsätzlich die Erwartung, dass alles schon einen guten Weg nehmen wird. Eine Art Grundvertrauen. Da sind wir auch wieder bei dem Thema, warum es ja in Teilen auch gläubigen Menschen leichter fällt.

oder optimistisch zu sein. Zumindest gehen da Studien wieder, dass das eben in Teilen so ist, weil sie halt eben eine geordnete Macht sehen, übergeordnet, die halt eben die Dinge steuert. Nach dem Motto, Gott wird sich schon was dabei gedacht haben, dass die Dinge so passieren. Und genauso könnte es ja jetzt hier für jemanden, der auch nicht gläubig ist, die Erkenntnis für sich selbst sein oder die Feststellung, dass man sagt, okay,

Björn (17:23.694)
Hm.

Jan (17:34.41)
die Dinge werden sich schon in einem guten Verlauf entwickeln. Also ich glaube nicht daran, dass etwas besonders negativ passiert, sondern es passiert etwas und was ich daraus mache, ist dann im Prinzip auch meine eigene Hoheit oder da bin ich auch meines eigenen Glückes Schmied.

Björn (17:49.966)
Ja, ich habe jetzt gerade so gedacht, auch als du gesagt hast, muss man das überhaupt bewerten? Ist das etwas gut oder ist das etwas schlecht oder ist das jetzt einfach so, wie es ist erst mal? Und ich nehme die Bewertung raus, natürlich hilfreich. Ich glaube, dieses Thema Akzeptanz, Vergangenheit loslassen, Gelassenheit üben, da dreht sich ja im Prinzip auch wieder alles um die Achtsamkeit.

Und in dem Moment und jetzt auch gerade, was du als Beispiel hattest mit der Bushaltestelle, immer wieder diese Frage, ist das eigentlich gerade wirklich relevant, mich darüber zu ärgern? Nehmen wir das Beispiel mit dem Bus, verpasse nicht jeden Tag Millionen von Menschen mal den Bus und das Leben geht trotzdem weiter und es ist trotzdem kein Signal, das jetzt alles auf den Abgrund zusteuert. Das ist schon sehr schwer, wenn man da jetzt gerade in so einer Negativspirale ist und deswegen glaube ich tatsächlich, dass dieses Schrittchen für Schrittchen und mit Geduld und…

Jan (18:25.29)
Mhm.

Jan (18:30.986)
Mm.

Björn (18:45.39)
Immer wieder in solchen Situationen sich bewusst zu machen. Habe ich das jetzt gerade überhaupt in der Hand? Was ist das jetzt gerade überhaupt? Ein wirkliches Drama? Achtsamkeit üben? Auch das Schöne im Moment zu sehen? Und sich vielleicht auch immer mal wieder bewusst zu machen, dass ja auch das Negative zum Leben dazugehört. Das ist ja dem Leben absolut inne. Also nehmen wir den Tod. Der ist ja…

ins Leben reingebaut. Es gibt kein Leben ohne dass es den Tod gibt. Und der Tod ist, ich glaube, da müssen wir uns nicht darüber streiten. Das ist ja kein schönes Lebensereignis für die Umgebung zumindest auf jeden Fall nicht. Und die die das gehört trotzdem zum Leben dazu. Und wenn man sich dessen bewusst ist, dass ein Leben nie geradeaus nach oben läuft. Auch bei Winston Churchill ist es nicht geradeaus nach oben gelaufen, auch wenn der wenn der sich als Optimist erklärt.

Jan (19:28.714)
Hm.

Björn (19:43.054)
Hat der sehr wahrscheinlich aber gelernt, zu verstehen, dass Rückschläge etwas ganz Normales sind, was aber nicht bedeutet, dass nicht alles immer auf dem Weg ist, zu etwas positiveren sich zu entwickeln. Du hattest mir ja auch mal dieses Zitat, ich weiß jetzt nicht mehr, wo es her war. Vielleicht kannst du es nochmal wiedergeben, dass das Universum sich auf eine Art und Weise entwickelt, immer den besten Weg zu finden. Woher war das nochmal?

Jan (20:07.786)
Das war jetzt kein direktes Zitat, sondern das kommt im Prinzip aus dem Stoizismus, also auch philosophische Strömung. Da wollten wir eventuell auch an anderer Stelle nochmal drüber sprechen. Und da geht man davon aus, dass das Universum oder der Kosmos eben deterministisch ist, dass es also einen festen Verlauf hat. Und die Ansicht aber in dieser Philosophie ist, dass quasi der Kosmos nach dem bestmöglichen Verlauf gerichtet sich entwickelt, eben auch gesteuert durch…

Björn (20:13.262)
Okay.

Jan (20:35.69)
Götter, wie auch immer, ist ja schon etwas älter. Aber dass es in diesem Zusammenhang auch als Mensch nicht sinnvoll ist, sich dagegen zu sperren oder das nicht zu akzeptieren, wenn das quasi der bestmögliche Verlauf des Universums ist oder des Kosmos in Summe. Und dass eher die Frage ist, wie gehe ich quasi mit den Dingen um, die nicht in meiner Macht liegen, eben Dinge, die im Außen geschehen, und ich mich darauf konzentriere, wie kann ich…

in der jeweiligen Situation meinen besten Beitrag leisten oder das Beste tun. Und wie gehe ich auch mental damit um? Also es ist ja total diese Akzeptanz. Wir hatten an anderer Stelle mal das Gelassenheitsgebet. Es ist im Prinzip nichts anderes. Und das ist ja auch was, was viele Kulturen eint. Weil es eben Fragen sind, die sich die Menschen schon stellen seit tausenden Jahren.

Björn (21:12.494)
Hm.

Björn (21:16.206)
Hm.

Björn (21:25.358)
Ja, und das Gelassenheitsgebet ist mir auch gerade in den Kopf geschossen, als du das vorhin vorgetragen hast, weil das Grundsätzliche akzeptieren von Dingen, die wir nicht beeinflussen können, und sich darüber klar werden, welche Dinge wir wirklich beeinflussen können, lässt uns auch wieder in eine mächtigere Position kommen bei allem Negativen, was wir erleben können, und auch verstehen, wie wir unsere jeweilige Situation selber auch positiv verändern und gestalten können.

Und deswegen liebe ich das Gelassenheitsgebet auch so, weil es das so schön bündelt. Dieses Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann und sich auf das zu konzentrieren, was man ändern kann. Und hinnehmen bedeutet in dem Fall ja nicht verleugnen, sondern akzeptieren. Und auch anerkennen, dass etwas so ist, wie es ist, auch wenn es schmerzt und auch durch den Schmerz durchzugehen. Aber zu erkennen, da ist der Punkt, da kann ich ansetzen.

Und da kann ich mein Leben positiver gestalten.

Jan (22:28.01)
sehr schöne Worte.

Björn (22:30.318)
passend zur Weihnachtszeit. Genau. Ja Jan, wir hätten jetzt glaube ich über das Thema auch noch weiter eine halbe Stunde sprechen können, weil da gibt es so viele Aspekte. Wir hätten noch so viel auf das Loslassen eingehen können. Übers Gelassenheitsgebet könnten wir eigentlich noch zehn Folgen machen und wie man den Blick nach vorne wendet und wie man Dinge akzeptieren kann. Also es ist ein unheimlich vielschichtiges Thema.

Jan (22:32.522)
absolut.

Jan (22:40.138)
Definitiv.

Björn (22:58.446)
Wir haben es eigentlich nur angerissen, aber wir hoffen trotzdem natürlich, dass das euch draußen, die ihr das hört, was gebracht hat und ihr vielleicht, wenn ihr vielleicht gerade ein bisschen pessimistischer seid aufgrund von äußeren Einflüssen oder der Lage an sich, eine Möglichkeit findet, etwas positiver in die Zukunft zu gehen und euer eigenes Leben optimistisch selbst zu gestalten. Danke fürs Zuhören. Wir wünschen euch schöne Feiertage am Ende des Monats.

einen guten Übergang ins neue Jahr und freuen uns, wenn ihr uns auch 2024 treu bleibt. Ich sage Tschüss und wünsche euch eine schöne Zeit.

Jan (23:36.65)
Auf Wiederhören!

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