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Coach&Coach: Midlife-Crisis

2. September 2022

Das Klischee ist bekannt: ab einem gewissen Alter kaufen sich Männer schnelle, laute Autos und suchen sich neue, halb so alte Partnerinnen. Man rollt die Augen und denkt: typisch Midlife-Crisis. Aber was ist dran an dem Mythos dieser Krise in der Mitte des Lebens? Existiert sie überhaupt? Wenn ja, wie kann man ihr begegnen? In dieser neuen Folge von Coach&Coach diskutieren Jan Gustav Franke und ich aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven über eine Art von Krise, die nahezu jeden treffen kann.

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Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach. Ich freue mich, heute über ein ganz besonderes Thema zu sprechen, mit dem ich absolut gar nichts zu tun habe bisher. Und ja, ich habe einen kompetenten Gesprächspartner. Wir sprechen über Midlife Crisis. Hallo, Björn.

Björn
Hallo, Jan. Das ist ja eine Einleitung gewesen.

Jan
Ja. Wobei tatsächlich die Frage ist, ob ich da tatsächlich so unbeteiligt dran bin. Das werden wir vielleicht auch noch noch herausfinden im Rahmen dieser Folge. Wir wollen heute sprechen über Midlife Crisis. Natürlich die Frage Was ist darunter zu verstehen? Aber auch Wie kann man damit umgehen? Was kann das bedeuten, dass wir in so unterschiedliche Aspekte, die mich zumindest interessieren würden? Und ja, ich weiß nicht, ob dir auch spontan was einfällt, worüber du in diesem Zusammenhang sprechen möchtest.

Björn
Ja, das klingt schon wie eine Drohung. Ist auch so, ja. Du hast ja so schön angekündigt, dass ich kompetenter und kompetent bin, was das angeht. Vielleicht müssen wir erst mal kurz klarstellen, wie alt wir sind. Also ich bin knapp 49 und du bist obwohl wenn diese Folge veröffentlicht wird, bin ich 49 und du bist.

Jan
Ich bin 33.

Björn
So. Also, zwischen uns liegen 16 Jahre. Und jetzt hast du bei deiner Anmoderation mich dazu getriggert, dass ich dich fragen möchte Was stellst du dir denn darunter vor? Du sagst ja, du hast da keine Berührungspunkte mit. Aber das heißt ja auch, dass du eine Vorstellung davon haben musst, dass das irgendetwas ist, was aber dich in keiner Weise tangiert. Was stellst du dir denn vor? Als junger Hüpfer?

Jan
Ja, richtig guter Punkt, finde ich. Das ist eine schöne Sache, was man sich gemeinhin darunter vorstellt. Oder wenn ich jetzt sagen würde Nur aus dem. Aus dem, was ich so im Kopf habe, was man dazu sagt. Dann ist das quasi die große Krise in der Mitte des Lebens. Wenn eigentlich, sage ich mal, die größten Dinge eigentlich schon, vielleicht noch geregelt sind, auf dem Weg sind und dann vielleicht so eine inhaltliche Leere kommt und man denkt, das kann’s doch jetzt eigentlich noch nicht gewesen sein. Irgendwie müsste doch vielleicht noch was anderes kommen. Klassischerweise hat man dazu das Bild im Kopf von Männern, die sich dann entschließen, jüngere Frauen oder Partner zu suchen, gegebenenfalls auch ein Motorrad zuzulegen oder sonstige Dinge zu tun, die man vielleicht von außen als total irre empfinden könnte. Das ist aber natürlich nicht nur auf auf Männer bezogen, sondern ganz sicherlich auch auf auf Frauen. Das wäre jetzt das, was ich sozusagen klischee mäßig da sehen würde.

Björn
Klischee mäßig würdest du also du würdest es beschreiben, also kannst du es zusammenfassen?

Jan
Ja, noch mal als quasi eine inhaltliche Leere, die empfunden wird, die dazu als oder die als Anlass genommen wird, um umzusteuern im Leben. Das war relativ extrem und vielleicht nicht unbedingt wohlüberlegt.

Björn
Okay. Ja, finde ich. Finde ich eine ganz gute Zusammenfassung. Ganz guter Blick von außen. Ich kann ja mal ein bisschen ausholen. Es ist jetzt nicht so, dass ich damit gerechnet habe, dass ich eine Midlifecrisis bekomme. Ich glaube, das tut keiner. Ich glaube, das ist so ein bisschen die Arroganz, sage ich mal der Jugend, dass man so denkt. Ja, die anderen. Ich mich würde das nicht treffen. Wie man ja auch irgendwann, wenn man noch keine 20 ist, denkt, man wird nie älter werden. Mir werden nie die Haare ausfallen oder was auch immer. Ich werde nie ein Bauch kriegen. Also all solche Sachen, die man so als unbesiegbarer knapp 20 Anfang 20-jähriger denkt, denkt man vielleicht auch relativ lang. So eine Midlife Crisis, das wird mich doch nicht betreffen. Und man denkt das vielleicht erst dann sogar wirklich, weil man sowieso ein reflektierter Mensch ist. Also ich würde jetzt sagen, ich war schon immer ein relativ reflektierter Mensch, hab viel darüber nachgedacht, was ich tue, auch was ich beruflich mache, habe ja auch diverse Karriere Wechsel schon gemacht, auch vorher in meinem Leben und habe auch gedacht, das wird mich nicht treffen.

Björn
Ja und dann ist es doch passiert und ja und ich habe früher immer die Nase gerümpft über Leute, genau wie du sie beschrieben hast. Dieses Klischee von von diesen Männern, die dann auf einmal im Porsche mit einer jungen Frau oder einem jungen Partner wie auch immer durch die Gegend brausen und so tun, als wären sie 20. Da habe ich immer die Nase drüber gerümpft. Und weil ich dachte Wie albern, wie kann man nur. Und das tue ich jetzt nicht mehr. Und zwar nicht deswegen, weil ich jetzt denke, das ist the way to go. Sondern ich habe ich, weil ich verstehe, wo es herkommt, weil ich verstehe das es. Ich würde es nicht als inhaltliche Lehre bezeichnen, aber dass es aus der Realisation kommt. Oh, die zweite Hälfte des Lebens hat begonnen. Will ich das überhaupt? Was hat. Was habe ich in der ersten Hälfte denn überhaupt getan? Also man stellt unglaublich viel in Frage und ich muss sagen, ich kenne fast niemanden in meinem Alter, der das noch nicht in irgendeiner Form erlebt hat.

Björn
Also das.

Jan
Hat was. Du bist ja noch so weit entfernt von der Mitte deines Lebens.

Björn
Vielen Dank. Also die, die die Ausschläge, wie man es erlebt hat, die sind natürlich unterschiedlich. Also es gibt Menschen, die, die erleben es glaube ich sehr extrem. Dann gibt es welche, die haben vielleicht mal so eine Phase, von wo sie mehr nach dem nach dem Sinn fragen. Dann gibt es die, die sich flüchten für mich. Da können wir auch gleich gerne noch mal drüber sprechen. Für mich ist das eine große Flucht, sich in solche Statussymbole wie Autos, jüngere Partner, wie auch immer zu flüchten, das ist für mich ein Verdrängungsmechanismus, den ich aber nachvollziehen kann, ich nicht verurteile. Ich kann nicht nachvollziehen. Und bei mir war es, um es persönlich persönlicher zu machen, tatsächlich eine große Sinnkrise im Sinne von Was will ich mit der zweiten Hälfte meines Lebens eigentlich tun? Und das Verrückte ist Das kam genau in einem Moment, wo ich eigentlich einen großen Wechsel eingeleitet hatte. Also ich hatte quasi, ich habe quasi bin aus einem beschäftigten Verhältnis in selbstständigen Verhältnis gegangen. Das lief auch gut, aber in dem Moment habe ich mich gefragt War das jetzt wirklich richtig, weil es sich so endgültig anfühlte und weil ich halt nicht mehr noch mal 20, 30 Jahre ausprobieren konnte, sondern weil ich halt in Alter bin, wo ich sagen muss, jetzt muss ich ja irgendwie auch mal so die Grade erreichen, zumindest beruflich.

Björn
Unterstellt man auf einmal fest, dass man da ganz viel in Frage stellt, wo man für geht. Da steht auch probiere ich mal aus.

Jan
Das finde ich total interessant, weil du jetzt hier quasi auch ein auslösendes Moment genannt hast. Also ob das jetzt nur zufällig zusammenfiel oder nicht. Aber das ist auch so mein Eindruck, dass es so Marker gibt, die da mit reingehen, die das auslösen. Also entweder das Gefühl, jetzt passiert nichts mehr, irgendwie, jetzt sind irgendwie des Hauses gekauft, die Kinder gehen aufs Gymnasium oder sind fertig mit der Schule oder wie auch immer oder es sind auf einem guten Weg oder es passiert da jetzt. Okay, das geht jetzt die nächsten 30 40 Jahre so oder halt eben der Punkt, dass man sagt, okay, man hat sich entschieden und hat das Gefühl, da jetzt irgendwo auch festzustecken, ist vielleicht das falsche Wort, aber sich festgelegt zu haben auf eine lange Zeit, weshalb man dann noch mal konkreter hinterfragt ist das jetzt der richtige Schritt in dem Zusammenhang?

Björn
Ja, das das trifft es ganz gut. Also in meinem Fall, und das kenne ich auch von anderen, war es tatsächlich dieser Eindruck. Ich bin jetzt nicht mehr. Also wenn ich jetzt mich entscheide, ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, wo mir das auch klar wurde, dass hat sich frisch selbstständig bei mir zu Hause alleine in der Küche am Küchentisch und hat gearbeitet. Und habe. Ich habe mein Leben lang eigentlich immer mit Menschen gearbeitet, also immer in Teams gearbeitet, in großen Gruppen, sowohl ganz früher, in meiner musikalischen Zeit natürlich, als auch dann zum Schluss, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Und da saß ich dann also alleine und habe für mich gekämpft und saß nein, in der Küche. Und dann überkam mich so das Gefühl, ich werde jetzt immer alleine in meiner Wohnung sitzen und arbeiten. Und das kam mir so endgültig vor. Und rückblickend muss ich sagen Total absurd eigentlich. Aber es ist tatsächlich in meinem Fall daran gekoppelt gewesen, dass ich gedacht habe, ich bin jetzt in einem Alter, wo ich keine Flexibilität mehr habe und das ist ja totaler Quatsch.

Björn
Also sage ich jetzt mal so rückblickend Ja, weil natürlich kann mich kein Mensch und kein Alter zwingen, jetzt mich nicht noch mal zu verändern. Und das habe ich dann tatsächlich auch immer noch weiterhin getan und dadurch hat sich das bei mir dann auch ein bisschen aufgelöst.

Jan
Okay, wenn man jetzt tatsächlich mal reinschaut, auch in die Definition Ab wann geht überhaupt eine Midlife Crisis los oder so was? Dann finde ich das Erstaunliche, dass es sich gar nicht nur bezieht auf Alter 40 50, sondern dass das durchaus auch datiert wird mit kann auch schon mit 30 passieren. Ich glaube, das ist ja sowieso individuell davon auch abhängig, was man für einen Weg gegangen ist oder für einen Weg geht. Das heißt, es kann auch schon früher kommen. Und die Frage, die ich mir auch stelle in dem Zusammenhang ist Ist es überhaupt etwas, was so ein Sohn einmal Ding ist? Also ist es quasi ein ein Erlebnis oder eine Erfahrung, die man einmalig hat? Also jetzt kommt die große Midlife Crisis und dann ist man durch mit dem Thema. Oder kann das auch etwas sein, was immer mal wieder kommen und gehen kann? Und das ist nämlich eher meine Theorie, dass es ganz unterschiedliche Phasen im Leben gibt des Zweifelns, auch an dem, was man tut, und an der Sinnhaftigkeit, an der man dann gegebenenfalls auch zweifelt.

Jan
Und dass man sich da austariert, dass nur unter Umständen zu einem gewissen Zeitpunkt die Ausschläge etwas stärker werden, also dass es extremer wird, eben vor allen Dingen auch vor diesem Hintergrund, den du auch genannt hast. Was möchte ich mit meiner Zeit, die ich habe, noch tun? Wie möchte ich mein Leben verbringen? Und das wird ja auch quasi in der Literatur beschrieben, dass es durchaus auch noch mal was hat mit dem, was zu tun hat, mit dem tatsächlichen Erfahren oder Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit. So hart das klingt oder so hochgegriffen, aber dieses Meine Zeit ist begrenzt und was möchte ich damit tun? Wie möchte ich das tun und wie lange kann ich das überhaupt noch so tun? Es ist ja manifestiert sich dann ja vielleicht auch teilweise in diesem klischeehaften Partnerwechsel oder wie auch immer dieses jetzt bin ich gerade noch gut genug, um auch noch was frisches Markt zu bekommen und deshalb muss es jetzt sein und dann greift man halt irgendwo hin, wo es vielleicht möglich ist, was ja auch wie gesagt gar nicht zu verurteilen ist.

Jan
Kann ja auch für viel es kann ja auch für Menschen der richtige Weg sein zu sagen, ich orientiere mich noch mal um. Und ich fände es auch fahrlässig zu sagen, jede krasse Umorientierung in einem Alter von wann auch immer, eigentlich völlig egal im Leben, wäre jetzt falsch. Denn am Ende des Tages muss jede Person zu jedem Zeitpunkt im Leben selbst beurteilen Was ist jetzt für mich der richtige Schritt? Was helfen kann dabei aus meiner Sicht ist aber trotzdem auch noch mal so diese Ökosystem Analyse des des Ziels oder des des Ortes den man da wagt. Also komme ich überhaupt damit zum richtigen Ergebnis? Oder ist das jetzt gar nur eine kurzfristige vermeintliche Verbesserung, weil ich jetzt hier gerade irgendeinen Bedarf verspüre? Aber langfristig verbessert es die Sache gar nicht. Das ist auch noch mal zu hinterfragen und ich glaube, sich da irgendwie einzubremsen oder sich die Zeit zu nehmen oder dass nicht mit einem die Pferde durchgehen. Das ist, glaube ich, die große Herausforderung bei diesem Thema.

Björn
Ja, das hat natürlich auch ganz viel damit zu tun, was man für Werte hat, was man für Glaubenssätze hat. Und wenn es so ist ich habe ja eben gesagt, ich habe Verständnis für diese Aktionen, Verständnis im Sinne von nicht, dass ich sie gutheiße oder und auch nicht, dass ich sie verurteile. Ich kann sie nur nachvollziehen, wie das entsteht, dass man sich dann halt das dicke Auto kauft oder einen Partner, der halb so alt ist, auf einmal hat. Das kann ich nachvollziehen. Die Frage ist die Motivation Tue ich das, um mich selber mir selber vorzugaukeln? Ich bin gar nicht Mitte 40, sondern gaukelt ich mir was vor, gaukelt ich mir vor. Ich bin aber Anfang. Ich ich tu so, als wäre ich Anfang 20. Das ist ja eher von Misserfolg gekrönt am Ende, weil es würde. Uns einholen. Das Alter. Das ist es. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dass wir kommen können dem Alter nicht entfliehen. Und wenn das einfach mal eine Vermeidungsstrategie ist, halte ich das für keinen guten Weg.

Björn
Wenn ich aber Glaubenssätze habe, die ich mit voller Überzeugung habe, und wenn es Dinge gibt, die ich wirklich mit Leidenschaft tue, schnell lauter Autos fahren zum Beispiel etwas, was mir total widerstrebt. Aber wenn das etwas ist, wo ich Leidenschaft habe machen, dann ist es ja. Dann ist es ja in Ordnung. Nur als Vermeidung und oder als Überdeckung von etwas finde ich es gefährlich. Und ganz spannend ist die Es ist so eine Ambivalenz, weil ich kann mich auch daran erinnern, dass ich in der Zeit tatsächlich habe mir ein neues Auto geholt, so kurz nachdem ich das überwunden hatte und. Ich will jetzt gar nicht zu sehr da rein tauchen. Was für ein Auto. Aber es war nett. Es ist auch kein lautes Sport Auto und nix dergleichen. Aber ich habe sehr mit mir gehadert. Ich habe lange überlegt Soll ich das machen? Soll ich mir das leisten? Ich bin ja noch nicht so lange selbstständig und mich 1000 Mal gefragt Soll ich? Soll ich? Soll ich? Soll ich? Soll ich?

Björn
Soll ich? Und jetzt kommt was Interessantes, weil die das Alter, was einem in so einer Krise so wie so ein Damoklesschwert erscheint. Oh Gott, ich bin jetzt so alt. Ich muss mich jetzt festlegen. Wie gesagt, ist Quatsch, aber es kommt einem so vor. Ist dann für mich auf einmal Motivator geworden, weil dann sagte eine sehr schlaue Coaching zu mir, die fragte mich dann Was ist Ihre Lieblings Jahreszeit? Ich war völlig verwundert, sagte Sommer Okay. Was glauben Sie, wie viele Sommer Sie noch haben? Wo sie das genießen können, so ein Auto zu fahren. Und dann habe ich das so überschlagen. Und dann dachte ich Verdammt, das ist gar nicht so viel. Was hältst du dich mit solchen blöden Gedanken auf? Also, da ist quasi dieses. Diese vermeintlich geringe Zahl von Jahren, die einem noch bleibt. In hoffentlich guter Gesundheit wird sie dann auf einmal wieder zum Motivator. Auch Dinge zu tun, wo man, wo man lange, lange drüber sinniert, ob man sie überhaupt tun soll, ob man sie sich leisten soll.

Björn
Es ist ganz verrückt. Das ist das schlägt dann von einem wieder ins andere um. Und das ist auch so was, was ich kenne von von auch von Leuten, die älter sind als ich. Dass die dann auf einmal ihr Leben auch wirklich in vollen Zügen genießen können und richtig genießen das und auch achtsamer genießen, bewusster genießen. Also diese Krise zu durchstehen lohnt sich schon sehr.

Jan
Tja, also ich glaube, das ist ja auch ein ganz wichtiger. Aspekt. Jetzt. Jetzt wird der Bogen ein bisschen weit. Aber ich nehme ihn trotzdem mal! Und zwar gibt es ja auch diesen Sinnspruch des Memento mori sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst sein, was ja auch nicht dazu dient, tatsächlich in Depression zu verfallen, sondern eigentlich zu sagen Meine Zeit ist endlich und deshalb möchte ich sie auch entsprechend nutzen. Und deshalb kann ja eben auch aus einer solchen Erkenntnis eine unheimliche Kraft resultieren und ein unheimlicher Antrieb. Und jetzt ist aber halt genau die Frage Wie hoch ist jetzt diese Aktivierung der Energie? Ist sie so hoch, dass sie übers Ziel hinausschießt? Ist sie so, dass ich quasi das als positiven Impuls nehme und dann vielleicht mal die die Weichen neu neu stelle in dem Zusammenhang? Was ich auch noch interessant finde, ist die Frage. Wir sprechen noch immer darüber hier oder ganz oft in den Folgen, dass es auch durchaus mal sein kann, mit Freunden darüber zu sprechen, dass das auch schon helfen kann, um einen Perspektivwechsel zu erlangen.

Jan
Und so weiter. Und jetzt ist es aber so, dass natürlich gerade bei diesem Thema es oftmals so ist oder unter Umständen öfter mal so ist, dass man auch in einer ähnlichen Periode gerade unterwegs ist. Also soll heißen, eventuell bin ich zu dem Zeitpunkt, wo ich genau dieses Thema habe, auch in einem Freundeskreis, in dem halt eben ganz ähnliche Themen sind und in dem dann auch vielleicht der Rat, der vom Freund kommt oder von der Freundin, nicht unbedingt der Beste sein könnte. Aber man möchte zumindest mal als steile These in den Raum stellen, dass es sinnvoll sein könnte, auch hier mal links und rechts der eigenen Blase, in der man unterwegs ist, zu schauen. Denn da stellt man ja schon fest, dass solche Dinge auch durchaus mal in sozialen Kreisen die Runde machen. Also das ist quasi nicht nur ein Einzelfall, dass mehrfach Punkte sind, dass ich dann auch genau solche Persönlichkeiten, die jetzt gerade eine krasse Änderung vollzogen haben, dann auch wiederum irgendwie zusammentun. Ist ja auch klar, denn irgendwie rutscht man ja auch quasi aus dem üblichen Bild heraus, gerade wenn es irgendwie auch mit Veränderungen der Partnerschaft oder so was zu tun hat.

Jan
Dann ist man vielleicht die letzten 101520 Jahre im Freundeskreis unterwegs gewesen, wo nur Pärchen waren und auf einmal lebt man jetzt in Junggesellen Leben und hat natürlich vielleicht auch den einen oder anderen Fokus in diesem Zusammenhang. Aber da könnte es eben auch sinnvoll sein, tatsächlich sich da vielleicht auch noch andere Sparringspartner als nur aus der eigenen Gruppe auszuwählen, um da tatsächlich einen objektiven Perspektivwechsel und auch ein objektives Sparring zu bekommen. Wo wir auch beim Thema Coaching sind. Also auch das, finde ich, ist immer eine gute Sache, um tatsächlich, wenn man irgendwie auch vor großen Entscheidungen steht, vielleicht noch mal eine uneigennützige Meinung dazu zu bekommen, die einigermaßen Profis sind, also nicht Meinung, sondern Hinterfragen zu bekommen. Also ein Gesprächspartner dann bei allen Personen, die natürlich auch sonst es gut meinen, aber ist natürlich auch immer eine gewisse. Man nimmt sich auch immer selbst mit ins Gespräch. Das heißt auch der Partner nimmt sich die Gesprächspartner, nimmt sich selbst mit ins Gespräch, sein eigenen Ballast, seine eigenen Wertvorstellungen. Und gerade das wird ja beim Coaching versucht zu neutralisieren, dass man eben nicht mit der eigenen Vorstellung als Coach den Coaching hier berät, sondern dass man eigentlich hinterfragt und versucht, eben zur besten Lösung für die Person zu kommen.

Björn
Ja Orientierung auch gibt. Also das oder bzw die dafür sorgt, dass der Coachee selber Orientierung wieder findet. Und das mit dem mit der Peergroup finde ich ganz eine ganz wichtige Aussage von dir, weil ich glaube auch tatsächlich, dass das dazu führen kann, wenn man zu sehr in der eigenen Suppe kocht, dass sich dann so Tendenzen, die dann in so einem Moment, in so einer Krise vielleicht da sind, gegenseitig so verstärken können, dass sie wirklich irgendwie nicht mehr ganz sozialverträglich werden oder man am Ende in einer, vielleicht in einer Situation hängt, die einem wirklich überhaupt nicht mehr gut tut.

Jan
Na ja, ich glaube, ein wichtiger Aspekt kann in diesem Zusammenhang auch sein, das Ganze noch mal in Relation zu setzen. Also wir haben schon herausgearbeitet, es ist quasi das Thema Midlife Crisis ist nicht nur in schlechte Stimmung verfallen, sondern es kann eben auch eine starke Aktivierung Energie freisetzen, mit der man dann viel machen kann. Und wichtig ist aber im Grunde genommen, dass man auch noch einmal die Ziele analysiert dahingehend oder passt das, was ich jetzt tue, eigentlich zu meinen langfristigen Zielen auch, also dass ich tatsächlich zum richtigen Ergebnis komme. Und da kann es eben gerade bei solchen großen Schritten total sinnvoll sein, auch noch mal hin zu gehen. Was bedeutet das für mich jetzt innerhalb des nächsten Monats Jahres, der nächsten fünf Jahre oder zehn Jahre? Um noch einmal festzustellen passt es dann immer noch für mich, weil es kann total super sein, sich jetzt für ein sehr hohes Geld einen tollen Wagen zu kaufen. Aber ist das tatsächlich die langfristig richtige Entscheidung? Und wenn man sagt Ist vielleicht eine doofe Idee, aber ich gehe es ein, ist es ja auch eine eine Möglichkeit und man sollte es vielleicht reflektiert tun in diesem Zusammenhang.

Björn
Ja, also für mich war die Frage des Glücks eigentlich das alles Entscheidende. Also ich habe tatsächlich mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, was macht mich wirklich glücklich? Also in welchen Momenten fühle ich mich glücklich und was ist das? Was genau? Das krasse Gegenteil von dem, was ich in der Situation empfunden habe. Und es ging da gar nicht so sehr um Ziele, sondern womit ich meine Zeit verbringe, außerhalb des Jobs, also außerhalb von dem, was ich beruflich tue, womit verbringe ich meine Zeit? Und nachdem mir das klar war und ich mir da auch selber ganz klare Antworten geben konnte und die konnte ich mir aus der Erinnerung geben, weil das war ja immer schon da, war dann auch dieser diese Wolke ganz schnell wieder verschwunden, die da über mir hing. Ich sage jetzt ganz schnell Das hat schon ein paar Monate gedauert, aber das. Nichtsdestotrotz war diese Frage des Glücks und des Glücks Empfindens sehr zentral. Und damit meine ich jetzt nicht so ein klischeehaftes Glück wie immer happy und alles rosarot, sondern so eine achtsames Glück, wo man sich fragt Welche Situationen geben mir Energie, in welchen Situationen fühle ich mich, fühle ich mich geborgen, unterstützt solche Geschichten und dann diese.

Björn
Wenn man sich diese Fragen beantworten kann, hat man das auch ganz schnell überstanden und dann ist man auch in der Regel meilenweit davon entfernt. Das mit, ich sage jetzt mal weltlich oder materiellen Dingen wie wie und noch ein teures Auto und noch ein größeres Haus und noch ein Pferd oder was auch immer. Wobei Pferde Tiere sind jetzt wieder ein anderes Thema. Hängt davon ab, ob es ein Statussymbol ist oder ob man es für Stier macht. Aber man ist dann sehr weit davon entfernt, das mit solchen materiellen Dingen zu übertünchen und zu überdecken. Ja, jetzt haben wir da viel drüber gesprochen. Glaubst du immer noch, dass dich nicht betrifft?

Jan
Ach du, ich habe ja schon gesagt. Ich glaube, das ist eher so ein Phasen Ding. Ich würde sagen, wahrscheinlich. Das hatte ich auch schon mal den einen oder anderen Gedankengang einer solchen Midlife Crisis und hab vielleicht auch schon mal das eine oder andere hinterfragt. Aber ich bin auf jeden Fall gespannt, was da noch kommt. Und wenn der Podcast weiterläuft vielleicht können wir akut Sendung machen, inklusive Live Coaching. Das hätte doch auch was für sich.

Björn
Er hätte auch was für sich. Und du hast recht, diese Phasen gibt es, gab es auch vorher schon, aber die Ausschläge waren halt geringer. Es ist tatsächlich, dass man vorher immer schon mal in so eine sinn sinnhaft krisenhafte Krise verfällt und denkt Was mache ich da eigentlich? Macht mich das glücklich? Aber dadurch, dass die Jahre schwinden, die quasi auf der anderen Seite dieser Krise bleiben wird, wird der Ausschlag größer und man hat auch das Gefühl von einer größeren Tragweite. Also grundsätzlich hoffe ich, dass ich dir jetzt nicht Angst gemacht habe, sondern dich eher. Das klingt so, dass du jetzt eher dich auf weitere Jahre freust und ich hoffe und ich glaube, wir hoffen auch, dass es den Zuhörern so geht, dass man davor nicht Angst hat. Ich kann rückblickend sogar ein bisschen drüber lachen, weil da waren schon absurde Momente dabei, als ich das durch durchschritten habe. Verrückte Momente und alle anderen, die es noch betrifft, kann ich dann sagen es wird kommen, aber es ist halb so schlimm und eigentlich ist es sogar ein richtiger Motivator und ein toller Kick, den man dann für die Jahre danach kriegt.

Björn
Wir hoffen, euch hat diese sehr persönlich, für mich zumindest sehr persönliche Folge gefallen. Wir hoffen, ihr bleibt uns treu und hört uns auch beim nächsten Mal wieder. Und ich verabschiede mich mit einem ganz simplen Bis bald! Und der Jan mit.

Jan
Auf Wiederhören.

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